Kommando bleibt in Familie
Nach vier Jahren tritt Bruno Holzherr als Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Dornach zurück. Als Nachfolger beerbt ihn sein Sohn Christian Holzherr.

Lukas Hausendorf
An der Hauptübung der Stützpunktfeuerwehr Dornach am 29. Oktober kommt es zu einer nicht alltäglichen Stabübergabe. Der neue Kommandant wird nämlich gleich heissen wie der alte. Nach vier Jahren gibt Bruno Holzherr die Führung der Feuerwehr an seinen 31-jährigen Sohn Christian weiter, der sich in zwölf Jahren vom Rekrut nach ganz oben gearbeitet hat. In einem Familienbetrieb wäre ein solcher Generationenwechsel keineswegs einzigartig, nicht so in einer Feuerwehr. «In Dornach kam es noch nie vor, dass der Sohn den Vater ablöst», sagt der designierte Major Christian Holzherr.
Ganz überraschend ist es aber nicht, zumal die Begeisterung für die Feuerwehr in der Familie omnipräsent ist. In der aktuell 74-köpfigen Mannschaft tragen vier den Namen Holzherr. «Meine Kinder sind alle in der Feuerwehr, das erstaunt und freut mich», so Vater Bruno, der jetzt nach fast 24 Jahren die Brandschutzjacke endgültig an den Nagel hängt. Dass der Apfel nun sprichwörtlich nicht weit vom Stamm fällt, war aber keineswegs vorhersehbar. Als er 2007 zum Kommandanten berufen wurde, konnte der 53-Jährige nicht ahnen, dass er dereinst seinem Sohn das Zepter übergeben würde. «Das kam ja nicht von mir aus, sondern vom ganzen Führungsstab», so Holzherr. «Ein Kommandant muss schliesslich von allen getragen werden.»
Ein intakter Betrieb
Material- wie auch personalseitig steht die Dornacher Feuerwehr heute gut da. Die Mannschaft ist knapp über dem Sollbestand von 73 Leuten, die Austritte auf Ende Jahr sollten mit neuen Rekruten ebenfalls mehr als kompensiert werden können. Christian Holzherr übernimmt von seinem Vater also einen gesunden Betrieb. Sorgen bereitet einzig die ungewisse Situation der Swissmetal.
Dort ist die Feuerwehr seit rund zehn Jahren mit einem Magazin eingemietet. Dessen Zukunft ist eng an das Schicksal des krisengeschüttelten Metallverarbeiters gebunden. Ob es denn nicht einfacher wäre, das gesamte Material unter einem Dach haben zu können. Das wäre bestimmt wünschbar, meint Holzherr. «Aber wir haben uns daran gewöhnt, uns so organisiert und eingerichtet, wie es ist.»
Eine grosse Verantwortung
Die Führung einer Stützpunktfeuerwehr ist freilich kein Sonntagsspaziergang. Als Ölwehr sind die Dornacher für das gesamte Dorneck zuständig, dazu kommen die Unterstützung der Feuerwehren am Dorneckberg und weitere Aufgaben wie die Unfallrettung oder die Wachdienste an Veranstaltungen des Goetheanum, die mit über 100 Einsätzen im Jahr zu Buche schlagen.
Als Kommandant habe man schon ein Arbeitspensum von 20 bis 30 Prozent zu bewältigen, meint Christian Holzherr. Erst nach Feierabend versteht sich. «Das muss auch von der Familie getragen werden», so der Vater zweier Söhne, die dereinst wohl auch in der Feuerwehr landen werden. Seine Frau habe aber gewusst, worauf sie sich mit ihm einlasse, scherzt er.
Öffentliche Hauptübung der Stützpunktfeuerwehr Dornach am 29. Oktober ab 13.30 Uhr. Besammlung beim Magazin an der Schmiedgasse 4.


