Jubiläum: Ein Verein feiert und sucht Nachwuchs
Die Schwarzbuebe-Jodler feierten ihr 60-jähriges Bestehen mit einem eindrücklichen Jodler-Obe. Neben eigenen Auftritten gab es auch Darbietungen anderer Vereine.

Thomas Immoos
Im Sommer 1953 fanden sich 13 Jodelbegeisterte Dornacher im Gasthof Engel zusammen, um einen Jodelclub zu gründen. Zwölf Sänger und eine Jodlerin beschlossen, den Verein «Schwarzbuebe-Jodler» zu nennen. Noch hatte der Verein weder Fahne noch Tracht. Ein Jahr später bereits schaffte man sich die erste Tracht an, wie das Programmheft des Jubiläumsfestes festhält. Inzwischen tragen die Sängerinnen und Sänger die dritte Tracht. Eine vierte will man sich gemäss Präsident Klaus Boder, Mitglied des Vereins seit 1985, in den nächsten Jahren anschaffen.
Freimütig schildert Boder, dass es schon bald zu «einigen Unstimmigkeiten» gekommen sei und einige Sänger den jungen Verein bereits wieder verliessen. In der Folge schaffte es der Verein, die Reihen zu schliessen. Als während 27 Jahren Gottlieb Winkler den Verein dirigierte, stellten sich auch Erfolge bei regionalen und eidgenössischen Jodlerfesten ein. Sehr beliebt bei der Bevölkerung in und um Dornach sind jeweils die Jodlerabende, die seit 1972 jedes Jahr durchgeführt werden.
Eine Blutauffrischung gab es, als einige junge Sänger zum Verein stiessen. Heute hat der Verein 21 Mitglieder, darunter zwei Alphornbläser. Das Durchschnittsalter ist um ein Jahr tiefer, als der Verein alt ist. Dieses Durchschnittsalter von 59 Jahren sei gar nicht so schlecht, räumt Klaus Boder ein. Allerdings wünscht er sich neue Mitglieder, Jodlerinnen und Jodler, um die Zukunft des Vereins zu sichern.
Zwei Mitglieder sind über achtzig Jahre alt. Sie werden nächstes Jahr als eidgenössische Veteranen für ihr 50-jähriges Wirken als Jodler geehrt. Seit drei, vier Jahren habe man die Werbeaktionen für Neumitglieder verstärkt, so Boder weiter. Er zeigt sich zuversichtlich, dass der Verein mit frischen Kräften in 15 Jahren sein 75-jähriges Bestehen wird feiern können. Boder erinnert auch daran, dass die Schwarzbuebe-Jodler, wie der Musikverein Concordia Dornach, seit vielen Jahren das kulturelle Leben der Gemeinde bereicherten. Seit 2006 leitet Ruth Matter Riedi (Magden) sehr erfolgreich den Dornacher Jodlerclub.
Heimatgefühle am Jodler-Obe
Bereichert und begeistert haben die Jodlerinnen und Jodler aus Dornach in der Turnhalle Bruggweg auch das Publikum am diesjährigen Jodlerobe. Sie sangen zahlreiche Lieder, darunter auch «Es bitzli meh», mit dem sie am letzten eidgenössischen Jodlerfest mit der Note 1 bewertet wurde, wie Wally Schneider, die Moderatorin des Abends mitteilte. Am Jodlerabend in Dornach sangen auch die Geschwister Weber aus Reigoldswil und das (Frauen-)Heimatchörli aus Luzern.


