«Ich bin ein Vollblutfussballer»
Nach 19 Jahren beim SC Dornach wechselt Vizepräsident und Juniorenobmann Pascal Burger zum SC Binningen. Der Abschied fällt dem langjährigen Trainer und Funktionär schwer.

In den vergangenen 19 Jahren war Pascal Burger Trainer der 1. Mannschaft, Sportchef, Vereinsvizepräsident, Präsident der Juniorenkommission und Juniorentrainer. «Beinahe jede Funktion, welche man in einem Verein einnehmen konnte, hat Pasci in diesen Jahren eingenommen», schreibt der SC Dornach voller Dankbarkeit auf seiner Website. Ende Juni endet mit dem Abgang von Pascal Burger beim Sportclub eine Ära. Den 51-Jährigen zieht es als Leiter Sport zum SC Binningen, bei dem aktuell sein Sohn Silas und weitere Mitglieder der Familie spielen.
Aufgewachsen ist Burger in Birsfelden. Über zwei Jahrzehnte spielte er beim dortigen Fussballklub in der ersten Mannschaft und übernahm schon früh Verantwortung. Anschliessend wechselte er zum FC Basel und trainierte dort mehrere Nachwuchsteams. Unter seiner Leitung wuchsen unter anderem Xherdan Shaqiri, Yann Sommer, Fabian Frei, Valentin Stocker und Gökhan Inler zu Nationalspielern heran.
Beim SC Dornach wurde man auf die Qualitäten des Nachwuchstrainers aufmerksam. Der langjährige SCD-Präsident Stefan Schindelholz besuchte Burger auf der Geschäftsstelle des FC Basel und bot ihm das Traineramt bei der erst gerade aus der 1. Liga abgestiegenen ersten Mannschaft an. Burger sagte sofort zu und führte den SC Dornach wenige Jahre später zurück in die 1. Liga. Die 13 Siege in Serie in der Hinrunde der Aufstiegssaison bedeuten in der 2. Liga interregional bis heute Schweizer Rekord. «Es war eine unglaublich schöne Zeit», schwärmt Burger.
Familiäre DNA geschätzt
Burger zog mit seiner Partnerin für den Trainerjob extra nach Dornach. Nach der Geburt des ersten Kindes wechselte er aus zeitlichen Gründen von der Trainerbank ins Büro und dirigierte als Sportchef die Geschicke des Fanionteams aus dem Hintergrund. Mit dem Heranwachsen der Kinder widmete sich Burger vermehrt den Junioren, zuerst als Trainer, dann als Präsident der Juniorenkommission. In seiner Zeit nahm die Anzahl Juniorinnen und Junioren von 180 auf heute über 275 zu. Besonders freut sich Burger über die Gründung mehrerer Juniorinnenteams.
Trotz des Wachstums infolge des grossen Einzugsgebiets sei der SC Dornach stets ein familiär geprägter Verein geblieben. «Wir im Vorstand sind zu Freunden geworden, die auch ausserhalb der Vereinstätigkeit gemeinsam Zeit verbringen», betont Burger. «Es machte immer grossen Spass, mit den Menschen beim SC Dornach zusammenzuarbeiten.» Die Nachhaltigkeit infolge der zahlreichen Personen, die sich wie Burger langfristig beim SCD engagieren, mache die familiäre DNA im Verein aus. Entsprechend fällt dem abtretenden Funktionär der Abschied schwer. «Ich merke jetzt schon, dass mich das emotional richtig trifft.»
Immer mit dem SC Dornach verbunden
Der 51-Jährige spricht über eine gewisse Müdigkeit, die nach 19 Jahren in verschiedenen Ämtern nur allzu verständlich ist. «Als Juniorenverantwortlicher bin ich für Trainerinnen und Trainer, Eltern, Anlässe, Material und viele weitere Themen verantwortlich. Mich reizt die Aufgabe beim SC Binningen, bei der ich mich wieder komplett dem Sport widmen kann.» Der Abgang habe überhaupt nichts mit dem SC Dornach zu tun, im Gegenteil. «Ich werde immer mit dem SC Dornach tief im Herzen verbunden sein. Ich bin ein loyaler Typ, nicht einer, der regelmässig den Verein wechselt.» In der nächsten Saison spielen der SC Binningen und der SC Dornach in der Liga gegeneinander. «Dann bin ich in den Ferien», sagt Burger mit einem Lachen. Mit rund 700 Juniorinnen und Junioren und über 50 Teams ist der SC Binningen der grösste Verein in der Nordwestschweiz.
Fair und respektvoll
Mittlerweile wohnt Burger in Ettingen. Aktiv auf dem Platz steht er nur noch selten. Das alljährliche Seniorenturnier auf der Bettmeralp lässt sich der Verkaufsleiter der Securitas AG in Basel aber nicht entgehen. «Zwei Mal haben wir zuletzt gewonnen», strahlt Burger. Unter anderem spielen Nino Nigro, Marc Waser und ein gewisser Alex Frei im Team mit. Die Leidenschaft für den Fussball ist Burger in jedem Satz anzumerken. «Ja, ich bin ein Vollblutfussballer. Fussball ist mein Leben. Das war schon immer so.»
Grüssen ihn auch ausserhalb der Sportanlagen einstige Junioren, die er trainiert oder als Juniorenverantwortlicher begleitet hat, tut das Burger in der Seele gut. «Es ist einfach grossartig, Kinder und Jugendliche von den G- bis zu den A-Junioren zu begleiten und sie als Menschen wachsen zu sehen.» Sein Credo, gegenüber jedem und jeder fair und respektvoll zu sein, zahlte sich in der bisherigen Laufbahn von Burger immer aus.


