H18-Zubringer: Bürgerliche versenken mit SP-Stimme eine neue Variante
Bei der Planung des Dornacher H18-Zubringers spricht sich der Gemeinderat in einem Mehrheitsentscheid für jene Linienführung aus, die stärker in den Naturraum des Birsbogens eingreift.

Bea Asper
Oberstes Ziel des H18-Zubringers ist es, das Gebiet Dornachbrugg vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Noch stehen konkrete Änderungen im Strassennetz und flankierende Massnahmen nicht fest. An der Gemeinderatsitzung vom letzten Montag ging es aber um die Frage, wie genau der Autobahnzubringer die Birs bei den Metallwerken Dornach hinüber nach Aesch queren soll. Eine von den Kantonen Solothurn und Basel-Landschaft eingesetzte Arbeitsgruppe will im kommenden Jahr mit dem Vorprojekt beginnen. Er räumte deshalb dem Gemeinderat von Dornach bis zum 18. Oktober Zeit ein, sich zu zwei möglichen Linienführungen im Bereich des Birsbogens zu äussern. Während Variante 1 einen Auenwald gleich neben der Swissmetal umfährt, führt der H18-Zubringer in Variante 2 mitten durch dieses Stück Natur.
Entscheid gegen den Präsidenten
In der Diskussion sprachen sich die Bürgerlichen gegen die den Auenwald umfahrende Variante 1 aus, weil diese komplizierter sei (ein zusätzlicher Kreisel würde in Aesch benötigt) und den Verkehr nicht verflüssige, sondern ein «Stop and go» verursache. Mit geschätzten 18,9 Millionen Franken wäre diese Variante 1 auch teurer im Vergleich mit den für Variante 2 veranschlagten 15,8 Millionen Franken.
Die Freien Wähler – allen voran Gemeindepräsident Christian Schlatter – vermochten der Variante 2 aber nichts Gutes abzugewinnen. Das Stück Auenwald sei zwar wegen Metallablagerungen stark verunreinigt. «doch nach der vorgesehenen Sanierung wird es einen hohen Stellenwert für die Natur und den Lebensraum der Menschen erhalten», betonte der Gemeindepräsident.
Und dann brachte er zur Überraschung seiner Ratskollegen eine ganz neue Variante vor. Weil auf dem angrenzenden Areal der Swissmetal (rund 12 000 m2) durch die Veräusserung des Grossunternehmens ein neues Wohn- und Geschäftsquartier in Planung ist, schlug er dem Rat vor, eine veränderte Linienführung zu überdenken. Das in die Planungen miteinbezogene Büro Kontextplan bringe diese neue, bezüglich der Linienführung nicht genau definierte Varianten Spiel, so Schlatter.
Für Daniel Urech von den Freien Wählern lag es auf der Hand, dass Dornach das Optimum für die Einwohner ermöglichen sollte und deswegen auf die neuen Verhältnisse einzugehen habe. Dem hielt Lorenz Altenbach (FDP) entgegen, dass es sich um ein kantonales Projekt handle, das letztlich den Sprung ins Agglomerations-Programm des Bundes schaffen sollte. Deswegen sei das Zubringer-Projekt jetzt nicht aufzuhalten, sondern mit Variante 2 voll zu unterstützen. Patrick Meier (SP) verlangte eine Fristverlängerung und die Anhörung dieser dritten Variante, während Parteikollege René Umher (SP) sich darüber ärgerte, dass der Gemeinderat die Unterlagen «zu kurzfristig» erhalten habe. Er stimmte in der Folge mit den Bürgerlichen, sodass sich der Rat in der Vernehmlassung für die Variante 2 mit 5:4-Stimmen aussprach.
Nun wird eine von den Kantonen eingesetzte Arbeitsgruppe ein Vorprojekt erarbeiten. Hierzu wird sich die Gemeinde ebenfalls äussern können. Bis zur Realisierung des Autobahnzubringers sind über fünf Jahre vorgesehen.


