Guggengaudi und Gemeinderats-Parodie
Das Schränzen der regionalen Guggen in Dornach ist beliebt wie eh und je. Und neben dem Konzert auf dem Nepomukplatz haben die «alten» Vampire mit einer amüsanten Überraschung aufgewartet.
Man sollte dieses Jahr nicht jeden Fasnachtstext mit dem bescheidenen Wetter beginnen – aber Dornach hatte heuer wirklich grosses Glück. Dieser Einstieg sei der Autorin deshalb erlaubt: Während es am Nachmittag noch quer regnete und windete, hörte das kalte Nass am Abend plötzlich auf. So füllte sich der Nepomukplatz rasch, und die elf Guggenmusiken, die aus der Region angereist waren, konnten vor viel Publikum spielen. Neben dem Konzert spielten die Formationen auch in den Dornacher Beizen. So auch die Schmudo-Gugge, die traditionell den Kinderumzug begleitet und sich jeweils nur für diesen Tag zusammensetzt.
Da Dornach keinen Fasnachtsumzug mehr hat, war der Schmutzige Donnerstag die einzige Möglichkeit für das Dorf, in fasnächtliche Stimmung zu kommen. So zog es bekannte Gesichter auf den Platz und in das ehemalige Restaurant Dornacherhof, in dem die Vampire ihre legendäre Bar aufgebaut hatten. Beim Betreten des Raums konnte der eine oder andere wohl kurz denken, er habe schon zu viel getrunken und sehe deshalb doppelt: Neben Gemeindepräsident Daniel Urech stand ein weiterer Mann mit demselben Gesicht – allerdings etwas in Übergrösse. Die «alten» Vampire, welche die Bar früher betrieben, warteten dieses Jahr nämlich mit einer amüsanten Überraschung auf: Auf der Tanzfläche performten sie als Gemeinderatsmitglieder, deren Gesichter sie wahlweise austauschten, und manchmal – so die Metaebene – erschien dahinter ein Gesicht eines anderen Gemeinderates. Welche Aussage dahintersteckt, bleibe an dieser Stelle den Lesenden überlassen. Angesichts der intensiven Budgetdebatten im Gemeinderat war diese Kostümierung zwar nicht unerwartet, aber dennoch ziemlich gelungen – jedenfalls kam sie auch bei den anwesenden Ratsmitgliedern gut an.
Das fasnächtliche Treiben hielt bis in die frühen Morgenstunden an. Einige der «echten» Gemeinderäte, die am nächsten Morgen um 8.30 Uhr an der Gemeinderatssitzung erscheinen mussten, dürften jedenfalls eine kurze Nacht gehabt haben.










