«Das Herz schlägt immer für die Fasnacht in Nuglä»
Von hölzerner Jodlerstube über den Jubiläumswagen der «Wilden Schwarzbuben» bis hin zu einfachen Einkaufswagen – der Umzug in Nuglar-St. Pantaleon war trotz Regenwetter eine bunte Parade.
Fünf grosse Wagen, darunter eine hölzerne Hütte der «Kampftrinker», der Wagen der «Wilden Schwarzbuben» zum 30-Jahr-Jubiläum, der Räppliwagen der «Rabaukä» oder der Holzer-Wagen der «Wildheuer» zogen am vergangenen Samstag zusammen mit den Guggenmusiken «Schwarzbuebe-Schränzer» und den «Chuestall-Rugger» sowie vier weiteren kleineren Fasnachtsgruppen durch Nuglar.
Trotz des kalten und verregneten Wetters säumten die Strasse des Umzugs links und rechts zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer aus Nuglar und Umgebung. Darunter waren auch Julie Casas und ihre Tochter Jolina, die jedes Jahr aus Liestal anreisen, um dem Umzug beizuwohnen. «Man kennt sich, es ist familiär hier und besonders während die Kinder noch klein waren, konnte man sie ohne Bedenken alleine mit ihren Freunden losziehen lassen», erklärte Zuschauerin Julie.
Die Volg-Situation und der Busfahrplan zum Thema
Auch die kleineren Fasnächtlerinnen und Fasnächtler liessen sich das Wetter nicht anmerken: In bunten Kostümen und Regenpelerinen rannten sie den Waggis auf den Wagen entgegen und sammelten fleissig Süssigkeiten. Nicht nur reichlich Süssigkeiten waren Teil des Umzugs: Die «Wildheuer» machten auf ihrem Wagen sogar Raclette. Thema der Wildheuer war der Anschluss Nuglars an den öffentlichen Verkehr. Auch das 32. Eidgenössische Jodlerfest, das in diesem Jahr in Basel stattfindet, fand prominente Erwähnung: Die «Kampftrinker» haben zu jenem Anlass eine aufwendige Jodlerstube aus Holz gefertigt.
Das übergreifende Motto der Fasnacht thematisierte mit «Mehr als ä Ladä, ä Stück Nuglä» die schwierige Situation, dass immer mehr Menschen ausserhalb des Dorfs einkaufen. Ausdruck verlieh dem Motto insbesondere eine Fasnachtsgruppe, die einen mit Volg-Einkaufskörbli bestückten Wagen durch die Strassen zog und dabei fleissig Räppli regnen liess.
«Das Herz schlägt immer für die Fasnacht in Nuglä»
Die Stimmung in Nuglar war trotz trübem Wetter heiter. Bedauert wurde jedoch von Seiten der Besucher auch, dass die Turnhalle in diesem Jahr nicht geöffnet hatte. «In diesem kalten Regenwetter wäre es schon schön gewesen, hätten wir in der Turnhalle noch weiter feiern können», so Julie. Auch der Umzug sei in diesem Jahr kleiner gewesen als davor, stellten weitere Besucher fest. Ein Umstand, den auch Jolina und ihre Mutter bestätigten.
Bettina Sütterlin, ehemalige Ansprechperson des Fasnachtskomitees, war mit ihrer Familie ebenfalls unter den Besuchern und zeigte sich sichtlich erfreut darüber, dass trotz der Verkleinerung des Komitees die Fasnacht in Nuglar weiterhin eine Zukunft haben soll: «Das Herz schlägt immer für die Fasnacht in Nuglä, entsprechend bin ich froh, dass es weitergeht.» Deutlich wird, dass die Fasnacht in Nuglar sehr geschätzt wird. Vielfach geäussert wurde jedoch auch der Wunsch, dass sich wieder mehr Aktive engagieren, damit Nuglar künftig wieder eine grössere Fasnacht feiert.














