Grosse Kunst im kleinen Dorf

An der Kunstausstellung Hochwald zeigen einheimische Künstler ihreWerke. Sogar Regierungsrat Remo Ankli liess es sich nicht nehmen, dem «kulturellen Zentrum des Schwarzbubenlandes» seine Aufwartung zu machen.

Volles Haus: Die Vernissage im «Hobelträff» vom vergangenen Freitagabend fand viel Publikumsinteresse.  Foto: Oliver Sterchi
Volles Haus: Die Vernissage im «Hobelträff» vom vergangenen Freitagabend fand viel Publikumsinteresse. Foto: Oliver Sterchi

Oliver Sterchi

An begabten Künstlern scheint es in «Hobel» nicht zu mangeln. Diesen Eindruck hat jedenfalls, wer sich die Kunstaustellung ansieht, die derzeit in der Mehrzweckhalle «Hobelträff» gezeigt wird. Über 20 einheimische Künstler haben sich zusammengefunden, um ihre Werke einem interessierten Publikum zu präsentieren. Das Spektrum der Exponate ist breit und reicht von Landschaftsmalerei über Fotografie bis hin zu fernöstlicher Kaligrafie.

Eine Tattoo-Künstlerin sorgt überdies dafür, dass die Ausstellungsbesucher Kunst hautnah erfahren. Wer will, kann sich nämlich vor Ort ein Motiv stechen lassen. Organisiert wird die Ausstellung, die bereits zum siebten Mal stattfindet, von Erwin Schmidt, dem Präsidenten der Kulturkommission Hochwald. Schmidt lobt die Vielfalt und die Qualität der ausgestellten Werke: «Wir haben wirklich begabte Künstler im Dorf.»

Und tatsächlich: Unter den Exponaten finden sich einige wahre Prachtstücke. Da wären zum Beispiel die Blumenaquarelle von Michel Ruetsch, die insbesondere durch ihre intensive Farbgebung und ihre filigranen Linien bestechen. Willy Vögtli hauchte Alteisen neues Leben ein und formte daraus skelettartige, zum Teil surreal anmutende Figuren. Auch engagierte Kunst gibt es in Hochwald zu sehen: Der Architekt Karl Hartmann sammelte über Jahre haufenweise Schützenabzeichen und fügte sie zu Collagen zusammen. Entstanden sind daraus eingerahmte Miniaturen, die unter dem Motto «ch» thematisch geordnet sind und sich auf eine spezielle Art und Weise mit der Schweiz auseinandersetzen. So zeigt uns Hartmann idyllische Landschaftsszenerien, die durch tieffliegende Kampfjets jäh unterbrochen werden, oder eine David-Skulptur mit dem Konterfei von Wilhelm Tell. Die Interpretation liegt derweil beim Betrachter.

Alles in allem hat die Hochwalder Künstlerszene also einiges zu bieten. Der Unterschied zu den grossen Kunstmessen dieser Welt liege letztlich einzig in den Preisschildern, scherzt Schmidt: «Wem die Kunst an der Art zu teuer ist, wird bei uns sicher fündig.»

Die Kunstausstellung Hochwald läuft noch bis Sonntag. Die Ausstellung hat geöffnet Freitag und Samstag von 19 bis 21 Uhr bzw. 16 bis 20 Uhr, so wie Sonntag von 10 bis 16 Uhr.

 

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