Der Überflieger aus Gempen

Nach seinen Erfolgen bei den Schweizer Hallenmeisterschaften bereitet sich Jerome Meier mit klaren Zielen, viel Selbstvertrauen und Motivation auf die Freiluftsaison vor.

Grosserfolge: Der 18-jährige Jerome Meier holte gleich zwei Medaillen in einer Woche. Foto: Tobias Gfeller
Grosserfolge: Der 18-jährige Jerome Meier holte gleich zwei Medaillen in einer Woche. Foto: Tobias Gfeller

Zuerst die Goldmedaille mit übersprungenen 1,99 Metern bei den Schweizer U20-Meisterschaften in Magglingen, dann der Paukenschlag mit der Bronzemedaille und den übersprungenen 2,01 Metern an der Schweizer Meisterschaft der Elite in St. Gallen – Jerome Meier beendete die Hallensaison im Februar mit zwei Grosserfolgen: Innerhalb von nur einer Woche konnte der 18-jährige Gempner die eigene Bestmarke gleich zweimal verbessern. Vor allem die Medaille bei «den Grossen» kam überraschend und hat deshalb einen speziell hohen Stellenwert.

Meier gelang in St. Gallen ein optimaler Wettkampf. Sämtliche Höhen hatte er im ersten Versuch übersprungen, bis ihm auf 2,04 Metern die Kraft ausging. Hätte er auf der Höhe von 2,01 Metern nur einmal gerissen, wäre die Medaille futsch gewesen, da sein Konkurrent um Bronze diese Höhe ebenfalls übersprungen hatte, dafür aber zwei Versuche benötigte. Besonders in Erinnerung bleibt dem Bronzemedaillengewinner die Atmosphäre in der Halle. «Es hatte sehr viele Zuschauer. Begann man vor dem Sprung mit Einklatschen, ist das Publikum sofort mitgegangen.» Die Energie aus dem Publikum sorgte bei Jerome Meier bei seinen Sprüngen für einen Adrenalinschub. «Es war wirklich extrem, wie mich die Stimmung angetrieben hatte. Ich spürte noch mehr Selbstvertrauen und dadurch mehr Kraft.»

Yoga für die Beweglichkeit

Das gute Gefühl will Meier in die Freiluftsaison mitnehmen. Diese beginnt offiziell mit dem traditionellen 1.-Mai-Meeting im Stadion Schützenmatte, in dem der Gempner beim Nationalen Leistungszentrum trainiert. Nach einer kurzen Pause mit einem reduzierten Trainingsprogramm nach den beiden Schweizer Meisterschaften befindet sich Meier aktuell in einem intensiven Trainingsblock, zu dem auch ein Videostudium mit dem Trainerteam gehört. Damit sollen die technischen Abläufe vom Anlauf über den Absprung bis zur Flugphase optimiert werden.

Elementar im Hochsprung ist die Beweglichkeit, für die Meier regelmässig Yoga macht. Die Verbesserung der Brücke, um die Latte nicht mit einem geraden, sondern mit einem gebogenen Rücken überqueren zu können, gehört beim Gempner zurzeit zu den wichtigsten Trainingselementen. Dafür brauche es gerade im Rückenbereich viel Kraft.

Bestleistung auf 2,05 m verbessern

Der Flug über die Latte macht den Hochsprung zu einer der elegantesten Disziplinen in der Leichtathletik. Genau das begeistert auch Meier. «Das Gefühl, nach dem Überqueren der Latte auf der Matte zu landen, und das Publikum jubelt, das ist unvergleichlich.»

Erst vor rund eineinhalb Jahren legte der 18-Jährige den Schwerpunkt auf den Hochsprung, als er innerhalb von kurzer Zeit darin grosse Fortschritte erzielt hatte. In diesem Jahr möchte er seine Bestleistung auf mindestens 2,05 Meter verbessern. Langfristiges Ziel sind die U23-Europameisterschaften im Sommer 2027. Für die Qualifikation dafür braucht es wohl 2,10 Meter. Weiter denken möchte Jerome Meier noch nicht. Er sei keiner, der früh von Weltmeisterschaften oder gar Olympischen Spielen spricht. «Schritt für Schritt denken, das ist für mich wichtig», betont der Schüler des Gymnasiums Münchenstein.

Familie im Leichtathletik-fieber

Das Vereinbaren von Schule und Spitzensport ist eine grosse Herausforderung. «Schule hat Priorität», meint das Nachwuchstalent mit einem Schmunzeln. Um alles unter einen Hut bringen zu können, fungiert Vater Erich Meier regelmässig als Chauffeur. Bei der Familie Meier dreht sich vieles um die Leichtathletik. Drei der vier Geschwister betreiben den Sport leistungsmässig, der jüngste Bruder als Hobby. Die Kinder haben die Begeisterung für die Leichtathletik vom Vater in die Wiege gelegt bekommen. Auch mit 18 Jahren und als Teil des Nationalen Leistungszentrums bleibt der Vater für Jerome Meier ein wichtiger Anker als Trainer, Berater und Betreuer. Die Geschwister Meier unterstützen sich in ihrer Leidenschaft gegenseitig. Jerome geht als Ältester voran. Mit den beiden Medaillen hat er neue Massstäbe gesetzt.

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