Gempner Hände laden zum Feiern ein
Beim 16. Gempenfest setzt das OK weitgehend auf kostenlose Attraktionen. Ein vielfältiges Programm und rustikale Festwirtschaften in den Scheunen prägen den Anlass.

Michel Schultheiss
Alphornbläser treffen auf experimentellen Gitarrensound, eine Hip-Hop-Tanzgruppe auf Orgelkonzerte: Ein Blick in die Festbroschüre lässt auf ein Programm für verschiedenste Altersstufen und Vorlieben schliessen. Mit diesem Konzept ist das Gempenfest auch in seiner 16. Ausgabe am Start. Zum bewährten Rahmen des Anlasses gehören die Festwirtschaften, die sich in alten Scheunen, Garagen und Vorgärten befinden. «Beim Gempenfest wird wie immer kein Zeltdorf zu sehen sein», betont Andrea Meier, Vizepräsidentin des Organisationskomitees.
Anstelle der andernorts üblichen Festzelte möchte man die vorhandene dörfliche Kulisse nutzen. So wird eine Scheune in ein Casa Rustica mit Raclettestübli verwandelt, nebenan, im ehemaligen Stall, gibt es Flammenkuchen. Generell ist das Festkonzept rustikal und heimelig: Risotto über dem Feuer und Holzofen-Pizza sind weitere Leckerbissen. Dabei können Hungrige zwischen 17 Beizen auswählen. Nebst der obligaten Wurst mit Bier sind auch Chicken Curry, argentinische Empanadas sowie Schwarzbuben-Waffeln zu haben. Bei den Attraktionen dürfen insbesondere Familien auf ihre Kosten kommen. Mit einem Streichelzoo, Wettmelken sowie einer Hüpfburg kommen die kleinen Besucher auf ihre Kosten. «Fast alles ist gratis», hält Marina Saladin, Verantwortliche für die Attraktionen beim OK fest.
Helikopterflug zu gewinnen
Eine Ausnahme ist dabei der Helikopterrundflug. Zum dritten Mal können die Besucher das Gempenplateau aus der Vogelperspektive betrachten. Ein Flug mit dem Helikopter winkt zudem als Hauptpreis beim offiziellen Dorffest-Wettbewerb. Auf den Tischsets ist ein Talon vorgedruckt, worauf die Festbesucher ihren eigenen Gempenfest-Schriftzug kreieren können. Die Ziehung der Gewinner findet am Samstag um 16 Uhr auf der Bühne im Dorfkern statt.
Unterhaltung verschiedenster Art gehört ebenso zum Fest: Einerseits schränzt die Guggenmusik KanniBâle, andererseits findet auch melancholischer Folkpop mit der jungen Band Wolfcubs ihren Platz am Fest. Die Jugi Gempen gibt eine Tanzdarbietung zum Besten, während sich die Artisten der Zirkus Schule Basel in Kunsttücken üben. Ein Höhepunkt dürfte der Auftritt des Gitarristen Attila Vural sein, der seinen acht- und vierzehnsaitigen akustischen Gitarren experimentelle jazzige Klänge entlockt. Ein Feuerwerk am Samstagabend gehört ebenso dazu.
Erlös für Mehrzweckhalle
Was 1974 zum ersten Mal stattfand und zur Finanzierung eines neuen Schulhauses bestimmt war, hat sich längst als Tradition etabliert. Auch bei der diesjährigen Ausgabe dienen die Einnahmen einem guten Zweck: Der Umbau der Mehrzweckhalle im Schulhaus soll damit finanziert werden. Das Fest ist aber längst nicht nur eine Gempner Angelegenheit, sondern erfreut sich erfahrungsgemäss in der ganzen Region grosser Beliebtheit. Daher sind derzeit auch weit über das Schwarzbubenland hinaus verspielte Hände auf Plakaten zu sehen.
Das Motiv wurde von Linda Dagli Orti entworfen. Dabei wird auf die Schwurhand im Gempner Wappen vor dem blauen Hintergrund angespielt. Die drei Finger stehen für die Jahreszahl. Als «Models» dienten dabei die verschiedensten Leute. «Wir haben die Leute aus dem Dorf zu einem Foto-Shooting eingeladen», sagt Dagli Orti. Somit erhält jedes Plakat eine persönliche Note: Hände von Kindern und Erwachsenen werben für das Fest. Wer die Plakate aufmerksam betrachtet, wird feststellen, dass der Schriftzug jeweils in der Handschrift der betreffenden Person gehalten ist. www.gempenfest.ch


