Gemeindepräsidium: Die beiden Kandidaten beziehen Stellung
Die langjährige SP-Gemeinderätin und Kantonsrätin Evelyn Borer (51) und der 38-jährige Unternehmer Christian Schlatter (Freie Wähler) bewerben sich um die Nachfolge des abtretenden Gemeindepräsidenten Kurt Henzi (FDP). Das «Wochenblatt» hat der Spitzenkandidatin und ihrem Herausforderer mit fünf Fragen auf den Zahn gefühlt.

Die Gemeindepräsidentin respektive der Gemeindepräsident muss in Dornach gleich in doppelter Hinsicht eine Führungsrolle übernehmen – einerseits als operativer Leiter der Verwaltung und andererseits als politischer Repräsentant der Gemeinde.
Was qualifiziert Sie für diese anspruchsvolle Aufgabe und wie wollen Sie diese wahrnehmen?
Evelyn Borer: Meine Qualifikation besteht sowohl aus theoretischem Wissen, angeeignet durch entsprechende Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Gemeindeführung und Organisation als auch durch praktisches Wissen aus Führungspositionen auf kommunaler, regionaler und kantonaler Ebene u. a. der kantonalen Partei. Führen heisst für mich vor allem Kommunikation, Transparenz und Vertrauen. Führen bedeutet aber auch, die Bereitschaft, Entscheide zu fällen und Verantwortung zu tragen.
Christian Schlatter: Der Gemeindepräsident managt das Unternehmen «Gemeinde Dornach» mit 43 Mitarbeitenden und einem Budget von fast 39 Mio. Franken. Diese Aufgabe verlangt eine ziel- und ergebnisorientierte Arbeitsweise, die Fähigkeit, mit Mitarbeitenden umzugehen, Projekte zu managen, sowie Sachverstand in komplexen Fragestellungen. Diese Eigenschaften bringe ich u.a. durch mein Mandat als Generalsekretär des Netzwerks der Chefs der Europäischen Naturschutzagenturen mit, das ich gegenüber ranghohen Mitgliedern der europäischen Kommission repräsentiere.
Welche Bereiche hat Dornach in der Vergangenheit vernachlässigt, wo orten Sie Handlungsbedarf?
Evelyn Borer: Die Entwicklung der Gemeinde ist auf verschiedensten Ebenen (Schule, Verkehr, Ökologie) auf gutem Weg. Vor allem die Anstrengungen im ökologischen Bereich sind wichtig und müssen weiter gefördert und vertieft werden, z. B. im Bereich Strassenbeleuchtung.
In den Bereichen Familie, Familien ergänzende Betreuung, Kultur und Vereine soll ein vermehrtes Engagement gezeigt werden. So verlangt – als Beispiel – die starke Nutzung der Turnhalle/Mehrzweckhalle Bruggweg durch die Vereine nach einer Lösung.
Christian Schlatter: Was Dornach fehlt ist ein Ausblick, wie sich das Dorf entwickeln soll. Wie kann das notwendige Kinderbetreuungsangebot aufgebaut und die bestehenden Umweltkonzepte umgesetzt werden (z.B. Genereller Entwässerungsplan, Naturkonzept)? Mit welchen Mitteln begegnen wir dem steigenden Sozialaufwand und wie sichern wir die Qualität unserer Schulen, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen? Wie ermöglichen wir dem Gewerbe eine gesunde Zukunft und wie gestalten wir den Siedlungsraum, um der Nachfrage nach Wohnraum begegnen zu können?
Lesen Sie bitte das ganze Interview in der Print-Ausgabe des "Wochenblatts" vom Donnerstag, 16. Februar 2012


