Ganz Dornach unterwegs
In Dornach wurde die Fasnacht wieder einmal ausgelassen gefeiert.

Lukas Hausendorf
Der Schmutzig Donnschtig in Dornach ist kaum mehr vorstellbar ohne die Fasnachtsbars, die an diesem einen Abend im Jahr ihre Pforten öffnen. Besonders seit dem Aus des beliebten Maskenballs vor vier Jahren, als sich das Epizentrum des närrischen Treibens ganz nach Oberdornach an den Museumsplatz verschob, sind die Nachtlokale immer wichtiger und immer mehr geworden.
Schliesslich sehnen sich die zahlreichen Besucher des mittlerweile fest etablierten Guggenmonsters nach Wärme, wenn sie bei winterlichen Temperaturen während zweier Stunden von den Klängen der lokalen Ruinenarre und geladenen Guggenmusiken von nah und fern mitreissen lassen. Dann lockt erstmals das warme Zelt des Schlachthofs, der seit fünf Jahren mit Metzgereiambiente zu einem Abstecher vor der Dorfmetzgerei Mathys verleitet.
Die Cristal- und die Vampirbar seien immer voll gewesen, da hätte er mit sechs weiteren Fussballkameraden die Initiative ergriffen, erzählt Oliver Otzenberger. Nach einem Drink zwischen Kuhfell, Schinken und Speck treibt einem die Lust nach einer Bratwurst ins Freie, wo man erstmals auf drei Griechinnen trifft, die auf spendierfreudige Fasnächtler hoffen um ihre Staatsfinanzen zu sanieren. «Der Franken ist wenigstens noch etwas wert», bedanken sich die Helleninnen fürs Kleingeld.
Die Wartezeit am Grill verkürzt die Erstausgabe der neuen «Dornacher Zeitung» – ein pointenreicher Beitrag zur Medienvielfalt im Schwarzbubenland. Von Platznöten und fehlenden diskreten Spontanübernachtungsmöglichkeiten, die die Dornacher seit der Schliessung des Engels plagen, und von originellen Gemeindepräsidiumskandidaten ist zu lesen. Nach einem Blutcocktail aus der Vampirbar folgt der Abstieg in die Cristalbar, wo tout Dornach seit zehn Jahren ausgelassen den Schmutzigen Donnschtig feiert.
Feste wurden schon zu noch früheren Zeiten im stimmungsvollen Gewölbekeller gefeiert. Lange Zeit aber nicht mehr, bis Christa Bäni und Sabina Wermuth den Mauern 2002 nach dem Weihnachtsmarkt den Mauern neues Leben einhauchten. Die Zukunft der Bar ist indes noch offen, die Eigentümerin der Liegenschaft ist mittlerweile in der Geriatrie. «Man muss es geniessen, solange etwas da ist», meint Bäni. Die Dornacher geben sich alle Mühe und feiern ausgelassen bis in die Morgenstunden.


