Freiwilligenpreis für «Unihockey-Urgestein»

Der gebürtige Baselbieter Yannick Tanner engagiert sich seit mehr als 20 Jahren unermüdlich für den Spitzenverein UHC Nuglar United. Nun wurde er dafür mit dem Freiwilligenpreis 2026 der Gemeinnützigen Stiftung Schwarzbubenland geehrt.

Bei der feierlichen Übergabe: (von links) Nuglars Gemeindepräsident Andreas Gitzi, Stiftungspräsident Martin Spörri, Preisträger Yannick Tanner und Vereinspräsident Dominik Meier. Foto: ZVG / GS Schwarzbubenland / UHC Nuglar United
Bei der feierlichen Übergabe: (von links) Nuglars Gemeindepräsident Andreas Gitzi, Stiftungspräsident Martin Spörri, Preisträger Yannick Tanner und Vereinspräsident Dominik Meier. Foto: ZVG / GS Schwarzbubenland / UHC Nuglar United

Yannick Tanner (38) ist es nicht gewöhnt, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Und auch förmliche Reden schwingt der sportliche Lehrbeauftragte der Sekundarschule Frenkendorf eher selten. Doch am 18. Oktober, einem ansonsten trüben Sonntag, kam Tanner nicht drum herum, nach der E‑Junioren-Meisterschaftsrunde alle Blicke auf sich zu ziehen. Der Grund war ein Freiwilligenpreis, den die Gemeinnützige Stiftung Schwarzbubenland zum zweiten Mal in ihrer langjährigen Geschichte verliehen hat. «Wir würdigen mit diesem noch recht jungen Preis aussergewöhnliches freiwilliges Engagement im sozialen Bereich in der Region Schwarzbubenland», erklärt Stiftungspräsident Martin Spörri (70) aus Basel, der sich selbst mehr als 40 Jahre ehrenamtlich im regionalen und nationalen Basketballsport engagiert hat.

Auch deshalb konnte er bestens nachvollziehen, warum die Gemeinde Nuglar-St. Pantaleon ausgerechnet Tanner als Kandidaten für den mit 2500 Franken dotierten Preis nominiert hatte. «Als Yannick Tanner, der beim UHC Nuglar United 18 Jahre Trainer der Junioren C war, zudem sechs Jahre Vereinspräsident und nun schon seit langem Vorstand Sport, ins Rennen geschickt wurde, war mir sofort klar, was das heisst: Hier sollte ein Mensch geehrt werden, der sich in unzähligen Freizeitstunden unermüdlich für den sportlichen Nachwuchs eingesetzt hat», so Spörri. Und das weit über die Grenzen der beiden Schwarzbuben-Dörfer Nuglar und St. Pantaleon hinaus.

Unihockey und Nuglar – das passt

Denn der 1997 gegründete Kleinfeld-Verein UHC Nuglar United hat sich dank seiner ausgezeichneten Nachwuchsarbeit schon mehrfach Schweizer-Meister-Titel geangelt – was auch Kinder und Jugendliche aus Baselland und Basel-Stadt anlockt.

Ohne das Engagement von Tanner stünde der heutige Spitzenverein heute wohl kaum dort, wo er steht, ist man sich im Verein und in der ganzen Gemeinde sicher, und diese Gewissheit wurde auch bei der Preisverleihung in der gut ausgestatteten und modernen Mehrzweckhalle von Nuglar deutlich: «Man merkte den Anwesenden auf den vollen Tribünenrängen nicht nur eine überwältigende Begeisterung für den Unihockey-Sport an, sondern vor allem eine grosse Dankbarkeit gegenüber Yannick Tanner, dessen Rede wirklich emotional war», sagte Spörri nach der Veranstaltung.

Auch Nuglars Gemeindepräsident Andreas Gitzi (FDP) hielt eine Lobrede, die dem Geehrten etwas vor Augen führte, das ihm vorher gar nicht bewusst gewesen war: «Unser Gemeindepräsident betonte in seiner Rede, dass wir Ehrenämtler aus dem Vereinssport die Kinder und Jugendlichen oft für ihr ganzes Leben prägen und ihnen quasi nebenbei viele wichtige Werte vermitteln. Darüber hatte ich so bewusst vorher noch nie nachgedacht», sagt Tanner, der lange Stürmer in der 1. Liga war, sein letztes Spiel aber 2024 bestritt und dann dauerhaft vom Feld abtrat, «weil das Verletzungsrisiko beim Unihockey mit zunehmendem Alter doch drastisch steigt».

Dank Unihockey zum Sportlehrer

Die Leidenschaft für diesen Mannschaftssport und die Vereinsarbeit seien aber geblieben, betont Tanner, der nicht Sportlehrer geworden wäre, «wenn es den UHC Nuglar United in meinem Leben nicht gegeben hätte». Denn erst durch seine Arbeit als Jugendtrainer habe er gemerkt, dass ihm «das Pädagogische und Didaktische» lägen, zumal es ihm nie besonders schwergefallen sei, ein Vorbild zu sein: «Wenn ich den Jungen vorlebte, dass es wichtig ist, zielstrebig, zuverlässig, pünktlich und vor allem anständig und kameradschaftlich zueinander zu sein, musste ich mich nicht verbiegen.»

Dass er für dieses Wirken nun von der Gemeinnützigen Stiftung Schwarzbubenland geehrt wurde, nachdem er im Frühjahr auch schon vom Verein für sein langjähriges Engagement geehrt worden war, habe ihn gefreut und überrascht, zumal er von der Stiftung zuvor noch nie gehört hatte. Das sei seinem Eindruck nach auch bei den meisten Tribünengästen der Fall gewesen, «von denen ganz viele offenkundig nur zu Ehren von Yannick Tanner angereist waren», sagt Stiftungspräsident Spörri, der den Freiwilligenpreis im Schwarzbubenland unbedingt bekannter machen will.

Tanner findet das gut: «Man kann freiwillige und ehrenamtliche Arbeit in der heutigen Zeit nicht mehr als selbstverständlich voraussetzen. Das spürt selbst so ein erfolgreicher Verein wie wir.» Auch deshalb will er sein persönliches Engagement weiter fortsetzen und dem UHC Nuglar United als «zweite tragende Säule neben Vereinspräsident Dominik Meier noch möglichst lange erhalten bleiben. Und daneben natürlich noch viele Kids für den Unihockey-Sport begeistern.»

«Hier sollte ein Mensch geehrt werden, der sich in unzähligen Freizeitstunden unermüdlich für den sportlichen Nachwuchs eingesetzt hat.»

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