Fernwärme für Dornach

Mit einer Absichtserklärung legen der Gemeinderat und die Primeo Wärme AG die Basis für eine Zusammenarbeit im Bereich Wärmeversorgung.

Der Gemeinderat prüfte in den letzten zwei Jahren mit der Primeo Wärme AG und den Industriellen Werken Basel (IWB) das Potenzial der Fernwärme. Ein mögliches Projekt mit den IWB scheiterte an der Standortfrage für die Heizzentrale. Primeo schlug Dornach vor, sich am bestehenden Wärmeverbund der Nachbargemeinden anzuschliessen.

Der Gemeinderat beschloss an seiner Sitzung vom Montag, mit dem Anbieter eine Absichtserklärung zu unterzeichnen. «Damit legen die Einwohnergemeinde Dornach und die Primeo Wärme AG die Basis für eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Wärmeversorgung. Ziel ist es, möglichst viele fossile Heizungen durch Anschlüsse an die Wärmeverbunde Birstal und Aesch auf erneuerbare Wärme umzustellen», erklärt die zuständige Gemeinderätin Janine Eggs (FWD/Grüne). Organisation, Projektstrukturen und Prozesse sollen gemeinsam entwickelt und im Detail ausgestaltet werden.

Zudem soll die Nutzung der Allmend für Leitungen geregelt und die Gleichbehandlung aller Fernwärmeanbieter sichergestellt werden. «Die Gemeinde möchte alle Liegenschaften innerhalb eines wirtschaftlich sinnvollen Versorgungsperimeters an das Wärmenetz anzuschliessen. Priorität haben dabei die Schulanlagen (inklusive Sport/Schwimmhalle) sowie das Verwaltungsgebäude», führt Eggs aus.

Nicht das ganze Gemeindegebiet wird angeschlossen

Der Zeitpunkt des Anschlusses hänge vom Ausbau des Leitungsnetzes ab und werde sich im Rahmen der Projektbearbeitung herauskristallisieren. Wie Eggs betont, soll das Wärmenetz nicht nur für gemeindeeigene Liegenschaften errichtet werden, sondern im grossen Ganzen das Umstellen auf erneuerbare Energie begünstigen. Der Entscheid über einen Anschluss liege selbstverständlich bei den Hauseigentümern. Die Primeo werde den Bedarf in den kommenden Monaten im Rahmen einer Machbarkeitsstudie eruieren. Der Versorgungsperimeter werde allerdings nicht das gesamte Gemeindegebiet abdecken.

Grund dafür seien wirtschaftliche und technische Kriterien: Bei grosser Distanz zur Hauptleitung oder ungünstiger Topografie wären die Leitungs- und Erschliessungskosten zu hoch, um einen wirtschaftlichen Betrieb des Wärmenetzes sicherzustellen. Man müsse einen tragbaren Wärmepreis anbieten können. «Wichtig ist, dass insbesondere die dicht bebauten Ortskerne angeschlossen sind, weil es dort oftmals schwieriger ist, erneuerbare Alternativen zu nutzen», meint Eggs.

Dornach brauche vorerst keine eigene Wärmezentrale

Primeo betreibe in der näheren Umgebung von Dornach bereits zwei Wärmezentralen – in Aesch und in Arlesheim. Daher werde auf dem Gemeindegebiet von Dornach vorerst keine eigene Wärmezentrale benötigt. «Von den bestehenden Standorten aus soll das Leitungsnetz schrittweise nach Dornach erweitert werden. Aktuell geht Primeo von rund fünf Kilometern Leitungsnetz aus», führt Eggs aus. Die Kosten seien vom Projekt abhängig und die Arbeiten würden mit Strassensanierungen koordiniert werden, laut Richtwerten liegen die Kosten bei rund 2000 bis 5000 Franken pro Laufmeter. «Die erforderliche Infrastruktur wird durch die Primeo Wärme AG als Wärmeversorgerin finanziert und über den Energiepreis weiterverrechnet», führt Janine Eggs im Gespräch mit dem Wochenblatt aus.

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