Eine Gedenkfeier unter Spardruck
Zum 527. Mal wurde am Sonntag der Schlacht zu Dornach gedacht. Wegen Budgetkürzungen fiel die Gedenkfeier bescheidener aus als in Vorjahren.
«Manchmal werden historische Ereignisse im Nachhinein überhöht, damit wir uns eine Geschichte über uns selbst erzählen können», sagte Kantonsratspräsidentin Myriam Frey Schär (Grüne) anlässlich der Gedenkfeier zum 527. Jahrestag der Schlacht bei Dornach am vergangenen Sonntag. Ihre Rede verliess die Pfade traditioneller Heldenerzählung: So sprach Frey Schär etwa von «Zinnsoldaten, die auf einem Schachbrett hin und her geschoben werden», und auch vom Zufall, dieser oder jener Seite anzugehören. Die Schlacht, bei der im Sommer 1499 ein Heer aus Solothurnern, Bernern, Zürchern, Luzernern und Zugern das Schloss Dorneck gegen den Schwäbischen Bund unter viel Blutvergiessen und zertrümmerten Schädeln verteidigte, gilt als Ereignis, das mit dem Frieden von Basel die eigenständige Entwicklung der Eidgenossenschaft einläutete.
«Unsere Geschichte ist viel komplizierter, als dass sie in Geschichtsbüchern überhaupt abgebildet werden kann», so die Kantonsratspräsidentin, welche in ihrer Rede einen Bogen in die Gegenwart zog: «Unsere Landesgrenzen sind im Moment unumstritten und das Verhältnis zu unseren Nachbarn ist ziemlich gut.» Die Welt stehe aber vor ganz anderen Herausforderungen. Die Politikerin sprach etwa von «Tech-Firmen, die unsere Demokratien zersetzen und die Gesundheit unserer Kinder gefährden» oder von der «historisch beispiellosen Konzentration des Reichtums».
Sie plädierte dafür, dies alles nicht einfach hinzunehmen, sondern im Sinne künftiger Generationen heute die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Verbindung zur Hauptstadt pflegen
Wegen des Feuerverbots entfielen am Sonntag die Böllerschüsse, mit denen der Gedenktag traditionell um sieben Uhr morgens eingeläutet wird. Wie üblich aber wurde in der Klosterkirche ein ökumenischer Gedenkgottesdienst abgehalten, bevor die Feier mit der Kranzniederlegung durch zwei Unteroffiziere beim Schlachtdenkmal, dem Singen der Nationalhymne, der Begrüssung durch Gemeindepräsident Daniel Urech (FWD/Grüne) und der Rede der Katonsratspräsidentin ihren Höhepunkt fand.
Die Zeremonie wurde durch die Magdalenen-Zunft, die Studentenverbindung Dornachia Solodorensis und den Musikverein Concordia unterstützt. «Der Anlass ist eine Gelegenheit zur Reflexion, zur Beschäftigung mit der Geschichte und zur Pflege der Verbindung zu unserer Hauptstadt Solothurn, die ich als wichtig erachte», so der Gemeindepräsident. Er hatte eingeführt, dass die Kantonsratspräsidentin oder der Kantonsratspräsident an der Feier jeweils eine Rede hält.
Eine Notlösung für dieses Jahr
Die Streichungen des Kantons im Dornacher Budget zeigte Auswirkungen: Der Regierungsrat hatte das Budget für die Feier um rund zwei Drittel gekürzt. «Dies führte dazu, dass wir lediglich die Organistin im Gottesdienst, die Besoldung der zwei Unteroffiziere für die Kranzniederlegung und einen beschränkten Apéro für die Bevölkerung sowie das Essen für geladene Gäste finanzieren konnten», so Urech gegenüber dem Wochenblatt.
Die Magdalenen-Zunft hatte sich bereit erklärt, die nun ausgefallenen Böllerschüsse und die Verköstigung der Delegation der Dornachia Solodorensis zu übernehmen. «Für das gemeinsame Essen der Ehrengäste erhoben wir einen Obolus von den Teilnehmenden und die anwesenden Gemeinderatsmitglieder bezahlten die Getränke für das gesamte Essen aus der eigenen Tasche. Das ist natürlich eine Notlösung, die nicht mehr als ein Jahr funktionieren kann.» Im Rahmen des Budgets 2027 soll beschlossen werden, wie es mit der Feier weitergeht.








