Eine fesselnde Foto-Reise in die Vergangenheit Dornachs

Eine Sonderausstellung im Museum Dornach erzählt in Bildern aus dem Leben von Alt Dornach.

Leidenschaft für die Geschichte: Guido Kunz, Irène Heiz-Studer und Hans Voegtli (v. l.) laden zur Sonderausstellung
Leidenschaft für die Geschichte: Guido Kunz, Irène Heiz-Studer und Hans Voegtli (v. l.) laden zur Sonderausstellung

Wer sich die aktuelle Sonderausstellung im Museum Dornach anschaut, wird eintauchen in ein anderes Leben. Die Bildgeschichte ist spannender als ein Krimi und sie wird zum geheimnisvollen Begleiter. Später in den Strassen von Dornach wird man sich an das Bild erinnern, wie es hier im letzten und vorletzten Jahrhundert ausgesehen hat. Lebhaft hat man vor Augen, wie die Bauersfamilie zurückkehrt von der Feldarbeit, am Brunnen ihren Ochsen tränkt und sich mit dem Nachbar über die Neuigkeiten aus dem Dorf austauscht. Mit viel Liebe zum Detail und mit einem riesigen Wissensschatz haben Hans Voegtli, Irène Heiz-Studer und Guido Kunz eine fesselnde Fotoausstellung realisiert, die das Tor weit öffnet zum Leben in Alt-Dornach. Es sind die Bilder aus dem umfangreichen Werk des Dornachers Ruedi Studer. «Mein Vater hatte alte Bilder und Postkarten gesammelt, welche er abfotografierte. Leute stellten ihm Fotos (Originale) zur Verfügung, welche er ebenfalls abfotografierte und wieder zurückgab. Dies für die Fotoausstellung im Jahr 1980 – danach nochmals für die Folge-Ausstellung im Jahre 1982, weil die Resonanz so gross war: Die Ausstellung zählte 2000 Besucher», erzählt Irène Heiz-Studer und ergänzt: «Die Bilder sind seit dem Jahr 2006 durch mich an die Gemeinde gegangen (Dauerdepositum).» Nun hat sie die Sammlung aus dem Archiv hervorgeholt, aufbereitet und lädt insbesondere auch die jüngere Generation sowie Zuzüger ein, zu stöbern in den Geschichten der Alteingesessenen.

Lebendige Geschichte

Mit den Erklärungen von Geschichtsprofi Hans Voegtli wird der Museumsbesuch zum unvergesslichen Erlebnis. Da erfährt man, warum der Wirt zum Ochsen das Tavernenrecht hatte und warum in manchen Häusern kein Wein ausgeschenkt werden durfte. Aber auch, warum die Reichen in Dornachbrugg lebten und die Armen in Oberdornach und in den Reben arbeiteten. Es gibt Erinnerungen an den verheerenden Birsbrückeneinsturz 1813 und an die durch die Überschwemmungskatastrophe beschädigten Häuser. Der Bau der Steinbrücke wurde vom Kanton befohlen und von Dornachern in Fronarbeit ausgeführt. Von 1888 bis 1908 stritten sich die Bürger- und Einwohnergemeinde um die Aufteilung des Vermögens. Die Trennung war eine Folge der Gesellschaftsveränderung, angetrieben durch den Aufstieg der Industriezentren.

Dornach erlebte damals einen starken Zuwachs der Bevölkerung. Von 531 Einwohnern im Jahre 1800 stieg die Zahl auf 1543 Einwohner im Jahr 1900. Es gab Arbeit in den Steinbrüchen, im Sägewerke, beim Bau der Jurabahn und in der 1895 gegründeten Metallwerke AG.

Alt Dornach in Bildern. Fotos aus der Sammlung von Ruedi Studer. Das Museum ist offen jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Gruppenführungen sind während der Woche nach Absprache möglich. Anmeldung bei Dr. Hans Voegtli, Tel. 076 3407544. Die Ausstellung dauert bis 11. August.

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