Eine Ära geht zu Ende: Kurt Henzi tritt 2012 als Gemeindepräsident ab
Nach über elf Jahren ist Schluss: Am Montag reichte Gemeindepräsident Kurt Henzi seinen Rücktritt per Ende April 2012 ein. Die Demission erfolgt altershalber, Kurt Henzi wird 65.

Lukas Hausendorf
Er habe nicht vor, als Methusalem in die Dornacher Gemeindeannalen einzugehen, sagte Kurt Henzi schon, bevor er seine dritte Amtszeit 2009 antrat. Dass dies auch seine letzte Amtszeit sein würde, verhehlte der Freisinnige schon damals nicht. Beenden wird er sie aber nicht. Per Ende April 2012 geht er 65-jährig in den Ruhestand.
Am Montag beantragte er dem Gemeinderat zum Schluss der Sitzung überraschend seinen Rücktritt. Traktandiert war dieser nicht, weshalb eine gebührende Würdigung seines Schaffens von seiner auf diesen Moment unvorbereiteten Stellvertreterin Ursula Kradolfer (FWD) auf die nächste Sitzung verschoben werden musste. Henzi betonte, dass seine Demission nicht aufgrund von Differenzen mit dem Gemeinderat oder taktischen Gründen erfolge. Mit 65 sei einfach die Zeit Reif für die Pensionierung. «Auch meine Enkelkinder haben mich schon gefragt, wie lange ich noch arbeiten muss», erzählte er dem Kollegium am Montag.
Einst mit Glanzresultat gewählt
So beendet er also im kommenden April seine 27-jährige Laufbahn als Politiker, die 1985 mit der Wahl in die Baukommission, wo er gleich das Präsidium übernahm, ihren Anfang nahm. Ein wichtiges Amt in einer Solothurner Gemeinde, wo die Kommunen die Hoheit über das Bauwesen haben. Das sei die beste Schule für sein späteres Amt gewesen, so der frühere Sekundarschullehrer und Rektor. Schon kurz darauf zog er 1986 in den Gemeinderat ein.
Im Dezember 2000 dann wurde er mit einem Glanzresultat zum Gemeindeammann gewählt, wo er in die Fussstapfen seines Parteikollegen Hans Walter trat, der die Geschicke Dornachs während 19 Jahren leitete und seinem Nachfolger eine finanziell gesunde Gemeinde hinterliess. Das wird auch Henzi können. Unter seiner Ägide wuchs das Eigenkapital der Einwohnergemeinde auf rund 15 Millionen Franken an, gleichzeitig fiel der Steuerfuss von 110 auf 90 Prozent. Das Wünschbare vom Notwendigen trennen, war denn auch Henzis Credo in finanzpolitischen Fragen. Das soll so bleiben. Finanzpolitische Kontinuität wünscht er sich von seiner Nachfolge.
Einfacher wird es nicht
Die politische Führung der Solothurner Randgemeinde wird in Zukunft bestimmt nicht einfacher. «Die Komplexität des Amtes nimmt zu», stellt Henzi fest. Zum einen wird vieles von Bund und Kanton an die Gemeinden delegiert, zum anderen wird die regionale Zusammenarbeit immer wichtiger, wie das Projekt Birsstadt, die jüngst implementierte Sozialregion und der geplante H18-Anschluss zeigen.
Auch der Bahnhof, das regional bedeutendste Bauprojekt in Henzis Amtszeit ist ein Beispiel für regional vernetztes Handeln. «Ein Highlight meiner Amtszeit», so Henzi. Aber auch ein Beispiel dafür, wie wichtig die persönliche Vernetzung mit dem Kanton sei, betont er. Über dieses soziale Kapital verfügte er dank einer Amtszeit im Kantonsrat, wo er die persönlichen Kontakte in die Verwaltung knüpfen konnte, reichlich. Dabei stand aber nie die persönliche Profilierung als vielmehr das Ziel, etwas für die Gemeinde zu erreichen, im Vordergrund.


