Ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Naturschutz
Der Dornacher Gemeinderat hat beschlossen, die Beleuchtung in den Dornacher Strassen anzupassen. Damit antwortet er auf zwei Petitionen.

Vor rund vier Jahren hatte der Gemeinderat entschieden, die Strassenbeleuchtung zwischen 0.30 Uhr und 5 Uhr abzuschalten, um Energie zu sparen. Das Thema wurde schnell zum viel diskutierten Politikum. Zwei Petitionen wurden eingereicht: Rund 700 Menschen unterschrieben damals «Pro Nachteinschaltung», etwa gleich viele für die Abschaltung zum Schutz von Flora und Fauna. Daraufhin beschloss der Gemeinderat, die Nachtabschaltung anzupassen: Montag bis Freitag bleibt das Licht von 1.30 bis 4.30 Uhr aus – am Wochenende bleiben die Lampen nachts durchgehend eingeschaltet.
Die Gemeindeversammlung hatte 2024 einen Kredit für die Erneuerung der Beleuchtung gutgeheissen. Die Installation ist nun bald vollständig abgeschlossen und die neue LED-Technologie mit Bewegungsmeldern erlaubt eine differenzierte Steuerung der Lampen. Nach der Fertigstellung will der Gemeinderat nun den Bedürfnissen aus beiden Petitionen gerecht werden. Bauchef Kevin Voegtli (SP) stellte das Geschäft am Montag gemeinsam mit Janine Eggs (FWD/Grüne), Ressortleiterin Umwelt und Energie, vor. Neu sollen zwei Beleuchtungsregimes gelten: Eines auf Strassen, auf denen die Buslinien verkehren, und ein anderes auf den übrigen Strassen im Gemeindegebiet.
Teilweise bleiben die Strassen dunkel
Konkret heisst das: Auf den Strassen mit Buslinien wird das Licht bis 22 Uhr mit einer Dimmung auf 80 Prozent eingeschaltet, danach bis 5 Uhr morgens mit einer Dimmung auf 50 Prozent und anschliessend wieder mit 80 Prozent bis zum Sonnenaufgang. Eine Nachtabschaltung gibt es nicht.
Auf allen anderen Strassen wird die Beleuchtung standardmässig auf 50 Prozent gedimmt, zwischen 22 Uhr und 1.30 Uhr auf 20 Prozent und ab dann bis 4.30 abgeschaltet beziehungsweise nur bei Bewegung wieder eingeschaltet. Eggs betonte, diese Lösung sei ein guter Kompromiss zwischen dunklen Momenten für Flora und Fauna und dem Sicherheitswunsch der Anwohnenden. Die Strassenbeleuchtung soll bei Bewegungen angehen – und zwar so, dass die Lampen nacheinander angehen. «Dadurch ist die Sicherheit gegeben: Sobald jemand kommt, geht das Licht in der Strasse an», so Eggs. Die Nachtabschaltung sei insbesondere für Tiere wichtig, die durch die Lichtverschmutzung gestört würden, so Eggs.
Daniel Müller (FDP) stellte den Antrag, die Beleuchtung auf den Strassen ohne Busverkehr durchgehend bei 20 Prozent zu belassen. Sein Begehren wurde von der Ratsmehrheit abgelehnt. Das neue Beleuchtungsregime wurde von der Ratsmehrheit gutgeheissen.
Begegnungsstrasse oder Fahrverbot vor der «Glungge»?
Weiter diskutierte der Gemeinderat über die Einführung einer Begegnungszone mit Tempo 20 am Birsweg beim Gartenbad Glungge. Auch hier bezog sich der Rat auf eine Petition mit 72 Unterschriften, die eine solche Zone fordert.
Eggs erklärte, es gäbe zwei Arten von Begegnungszonen: solche in Zentrumsbereichen und solche in Wohnbereichen. Am Birsweg sind beide Formen anzutreffen: Zum einen besteht dort ein Wohnquartier, zum anderen ist das Gartenbad eine öffentliche Einrichtung, die im Sommer für Mehrverkehr sorgt.
Die Baukommission unterstützte eine Begegnungszone, schlug aber vor, ein Fahrverbot für Autos (ausgenommen Anstösser) einzurichten. «In einer Begegnungszone hätten Fussgänger aber klar Vortritt und auch Velos würden langsamer fahren, das wäre gerade im Sommer wohl passender», erklärte Eggs. Müller erklärte, er würde ein Fahrverbot begrüssen. «Mit einer Begegnungszone hätte ich Mühe.»
Mit 5 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen beauftragte der Gemeinderat die Bauverwaltung schliesslich mit der Prüfung der Machbarkeit zur Einführung einer Begegnungszone und alternativ eines Fahrverbotes für Auto und Motorräder. Die Kosten für die Prüfung belaufen sich auf 5000 Franken.


