Ein irres Theater auf dünnem Eis

Mit «Seegfrörni» bringt die Theatergruppe Hochwald beste Unterhaltung auf die Bühne. Amkommenden Wochenende gibt es nochmals die Gelegenheit, den Schwank zu sehen.

Ab aufs Eis: Auch romantische Tänze in Schlittschuhen spielen im Schwank «Seegfrörni» eine massgebliche Rolle. Foto: zVg / Linda Dagli Orti
Ab aufs Eis: Auch romantische Tänze in Schlittschuhen spielen im Schwank «Seegfrörni» eine massgebliche Rolle. Foto: zVg / Linda Dagli Orti

Der Muotathaler Wetterschmöcker – passend urchig gespielt von Mario Dagli Orti – prophezeit mitten im Hochsommer anhand hanebüchener Indizien, wie etwa des grösseren Fettgehalts der Murmeltiere, einen eiskalten Winter. Dieser soll so krass ausfallen, dass Seen und Flüsse zufrieren. Die enthusiastische, jedoch finanzschwache Franka Stierli (Olivia Wyss) hat diese Nachricht im Wochenblatt gelesen und wittert nun die Gelegenheit ihres Lebens – sie will die «Seegfrörni» vermarkten, koste es, was es wolle.

Ihr Gläubiger, der überforderte Treuhänder Magnus Nussbaumer (Martin Oppliger), setzt das gesamte Vermögen seiner Mutter (Anita Dagli Orti) auf diese eine Karte. Unterstützt werden die beiden durch eine junge, ehrgeizige Eventmanagerin (Saskia Ryser). Gemeinsam stolpert die Truppe in ein Abenteuer auf einer Finanzbasis, die dünner ist als das Eis, auf das sie hofft.

Pointe an Pointe

Die neue Produktion der Theatergruppe Hochwald mit dem Titel «Seegfrörni» sorgte am vergangenen Wochenende dreimal und gestern Mittwochabend für gute Stimmung wie volles Haus im Hobelträff. «Wir hatten noch nie eine Produktion mit nur fünf Darstellerinnen und Darstellern. Das ist eine beeindruckende Leistung für ein Laientheater», sagte Regisseurin Therry Hübscher am Ende der Vorstellung am vergangenen Sonntagnachmittag.

Tatsächlich überzeugen die Dialoge auf der Bühne durch Inbrunst und Leidenschaft. Man darf sagen: Auf der Bühne geht wirklich die Post ab. Die 2012 von Beat Schlatter und Patrick Frey geschriebene Theaterkomödie wurde von Regisseurin Hübscher leicht an regionale Verhältnisse angepasst – so wird aus der «Seegfrörni» entsprechend eine «Rhygfrörni». Das Stück verlangt den Schauspielerinnen und Schauspielern einiges ab, denn in den 120 Minuten Spielzeit gibt es kaum eine Minute, die nicht ohne Pointe daherkommt – Zeit, um innezuhalten und neue Kraft zu sammeln, bleibt nicht.

Gier nach Ruhm und Geld

Beat Schlatter, vor allem bekannt als Inputgeber und Darsteller im helvetischen Kassenschlager «Bon Schuur Ticino» aus dem Jahr 2023, und Patrick Frey, Autor, Verleger und Kabarettist, legen einen Stoff vor, der Tiefgang in das Kleid eines Schwanks verpackt. Denn die Probleme, welche sich die im Grund sympathischen Protagonisten aufhalsen, sind hausgemacht und haben ihren Ursprung letztendlich in der Gier nach Ruhm und Geld sowie den Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Selbst der Wetterprophet aus dem Muotatal ist nicht ganz frei von materialistischen Bedürfnissen, wenn es um etwas mehr Bequemlichkeit in seinem harten Älplerleben geht.

Mehr als 30 Jahre

Die Theatergruppe Hochwald feierte im vergangenen Jahr ihr 30‑jähriges Bestehen. Seit der Gründung 1995 bis im vergangenen Jahr wurden 28 Stücke aufgeführt – zwei Jahre fielen der Coronapandemie zum Opfer. Aktuell zählt der Verein rund 30 aktive Mitglieder, wobei nur rund die Hälfte und im Falle von «Seegfrörni» noch weniger beim Spiel auf der Bühne steht. Der andere Teil arbeitet abseits der Bühne, etwa im Bühnenbau, im Schminkraum, an der Kasse oder in der Küche. Die Aufführungsgeschichte der Theatergruppe ist eine Reise durch verschiedene Genres. Wie auch in anderen Theatervereinen üblich, kümmert sich eine Stückwahlkommission um die Auslese der Werke. Nachdem im Gesamtverein entschieden wurde, in welche Richtung es geht, sichten die Kommissionsmitglieder Stücke, die bei einem Theaterverlag bestellt werden.

«Seegfrörni»: Fr, 30. 1., 20 Uhr, und Sa, 31. 1., 20 Uhr (Derniere). Saalöffnung jeweils um 18.30 Uhr. Hobelträff, Hauptstrasse 4, Hochwald. Infos und Tickets unter www.theaterhochwald.ch

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