Breite Allianz gegen Raser auf der Gempenstrasse

Fast 50 Personen kamen an den privat organisierten Austausch über die störenden Auto- und Töffposer auf der Gempenstrasse. Daraus bildet sich nun eine Aktionsgruppe.

Gegen Raser und Poser: Lorenzo Vasella und Jacqueline Ehrsam wollen dem Lärm auf der Gempenstrasse ein Ende setzen. Foto: zVg
Gegen Raser und Poser: Lorenzo Vasella und Jacqueline Ehrsam wollen dem Lärm auf der Gempenstrasse ein Ende setzen. Foto: zVg

Viele Gempnerinnen und Gempner haben genug von schnellen und lauten Autos und Motorrädern, die an schönen Tagen gleich mehrfach von Dornach die Gempenstrasse nach Gempen hochrasen. Weil die Politik mit ihrem Handeln an Grenzen zu stossen scheint oder einem Ohnmachtsgefühl erliegt, werden nun Private aktiv. Die Gempner Einwohner Jacqueline Ehrsam und Lorenzo Vasella haben am 13. Januar unter dem Motto «Verkehr im Ramstel – genug ist genug! Jetzt braucht’s eure Ideen!» zur Versammlung im Feuerwehrmagazin eingeladen. Dass fast 50 Personen trotz Kälte und Eisglätte der Einladung folgten, unterstreicht die Dringlichkeit des Themas.

«Viele Gempnerinnen und Gempner wollen die Situation so nicht weiter hinnehmen», sagt Jacqueline Ehrsam zur grossen Resonanz. Es lasse sich nach diesem Abend nicht mehr wegdiskutieren, dass die Belastung für viele schlichtweg zu hoch ist. Der Frust war spürbar, dass nichts oder nur wenig Wirksames gegen die Raser und die Lärmbelastung unternommen wird und dass es gefühlt immer schlimmer werde. Mehrere Votantinnen und Votanten teilen das von Vasella bereits im November gegenüber dem Wochenblatt geäusserte Empfinden, stets mit einem mulmigen Gefühl talabwärts nach Dornach zu fahren.

Im Prinzip kein Problem mit Töfffahrern

Einzelne Personen berichteten an der Versammlung, dass sie an den bekannten Treffpunkten wie etwa in der letzten Kurve vor Gempen oder in Gempen das Gespräch mit den Motorradfahrern gesucht oder versucht hätten, die Motorradfahrer im Ramstel auszubremsen. Solche individuellen und oft aus Frust entstehenden Aktionen bereiten Ehrsam und Vasella Sorge. «Damit bringen sich Einzelne in Gefahr. Wir wünschen uns stattdessen koordinierte, organisierte Aktionen als Gruppe», erklärt Ehrsam.

Den beiden Gempner Einwohnenden ist wichtig zu betonen, dass sie nichts gegen Motorradfahrer hätten, die respektvoll fahren und sich an die Regeln halten. Es seien auch Personen, die selber Motorrad fahren, an die Versammlung gekommen. Auch sie störten sich an den Rasern.

Rund 20 Ideen für Massnahmen gegen die Gefahr und den Lärm wurden an der Versammlung eingebracht. Von Statistik führen über organisiert das Gespräch mit den Motorradgruppen suchen bis hin zur Installation von fiktiven Baustellen war die Bandbreite an Vorschlägen gross. «Wir haben dann bewusst die weichen Massnahmen herausgefiltert. Denn wir wollen in erster Linie niemanden provozieren, sondern lediglich die Situation im Ramstel entschärfen», sagt Vasella. Dass es viel braucht, damit sich die Situation verbessert, zeigt der Umstand, dass in der letzten Kurve vor Gempen noch immer Klappstühle aufgestellt werden, um die Raser zu filmen und ihnen zuzujubeln, obwohl in dieser Kurve 2021 zwei junge Autofahrer bei einem Selbstunfall ums Leben kamen.

Signal an die Politik

Rund zehn Personen – darunter Ehrsam und Vasella – nehmen sich nun der Ideen an, um in einer Art Aktionsgruppe eine Massnahmenplanung zu realisieren. Die Bewegung soll weiterhin ausserhalb der Gempner Ortspolitik funktionieren. Ehrsam kann die Passivität des Gemeinderats nicht nachvollziehen. «Man muss nicht mehr prüfen, wie sehr sich die Gempner Einwohner gestört fühlen. Es sind eindeutig sehr viele.»

Die Organisatoren des Anlasses erkennen aus dem gut besuchten Austausch heraus auch ein Signal an die Politik, dass sie an einer Lösung arbeiten müsse. «Uns geht es darum, diese Lebensader nutzen zu können, ohne dass wir Angst davor haben müssen, an einen Unfall heranzufahren oder in einen Unfall verwickelt zu werden», so Vasella. Das Risiko fahre immer mit, dass man mit einem Trauma nach Hause komme, ergänzt Ehrsam. Auch gehe es um Lebensqualität und die Gesundheit, indem man die Bevölkerung vor übermässigem Lärm schütze.

Jacqueline Ehrsam und Lorenzo Vasella laden Einwohnerinnen und Einwohner von Dornach, Hochwald und Nuglar-St. Pantaleon ein, sich bei ihnen zwecks Koordination zu melden, falls sie sich ebenso von den schnellen und lauten Auto- und Motorradfahrern gestört fühlen. Für Vasella ist klar: «Die Bevölkerung hat genug. Die Belastung ist einfach zu gross.»

Jacqueline Ehrsam: 079 313 95 87 Lorenzo Vasella: 079 644 29 11

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