Ein Abbruch des Jugendhauses ist nicht nötig
Damit die Buswendeschlaufe im Quartier Apfel-see gebaut werden kann, muss das Jugendhaus nicht abgerissen werden. Eine neue Linienführung macht dies möglich. Ob und wann die Wendeschlaufe kommt, ist aber noch unklar.

Der Dornacher Gemeinderat beschäftigte sich in seiner Sitzung von Montag mit einer Verkehrsfrage: Wo soll dereinst die Buswendeschlaufe im Apfelsee-Quartier entstehen? Wird die S-Bahn-Haltestelle Apfelsee gebaut, hat dies Auswirkungen auf die Weidenstrasse, die in Richtung Jugendhaus verschoben würde. Bisher gingen die Planungen davon aus, dass das Jugendhaus für eine Buswendeschlaufe abgebrochen werden muss. Der Gemeinderat hatte die Bauverwaltung jedoch beauftragt, eine Linienführung zu prüfen, für die das Jugendhaus nicht abgebrochen werden muss.
Offenbar ist dies möglich, wie der Bericht, der nun vorliegt, zeigt. Das Jugendhaus könnte bestehen bleiben, sein Aussenraum würde jedoch weiter reduziert. Auch die Parkplätze der Gewerbetreibenden, die neben dem Jugendhaus liegen, können dadurch erhalten werden.
Die Gemeinde möchte die neue Linienführung der SBB vorlegen, damit diese damit weiterplanen kann. Gleichzeitig bedeutet die neue Linienführung auch, dass das Jugendhaus nicht abgerissen werden muss. Die eingesetzte Arbeitsgruppe Jugendhaus kommt allerdings zum Schluss, dass der Standort des Jugendhauses nicht optimal sei – durch den Wegfall eines Teils des Aussenraums und dadurch, dass das Haus von Verkehrsflächen umschlossen wird. Sollte das Haus bestehen bleiben, müsse es renoviert werden: «Aufgrund der Annahme, dass das Gebäude im Zusammenhang mit der S-Bahn-Haltestelle abgebrochen wird, wurden keinerlei Investitionen mehr im Werterhalt getätigt», heisst es in den Unterlagen zum Geschäft. Aus Sicht der Jugendarbeit soll langfristig an einem Ersatzbau an einem anderen Standort festgehalten werden, sobald klar ist, wie und wann die Haltestelle Apfelsee gebaut wird.
Uneinigkeit darüber, ob die beiden Geschäfte zusammengehören
Während die Buslinienführung kaum zu Diskussionen führte, war sich der Gemeinderat uneinig darüber, ob die Wendeschlaufe und das Jugendhaus im selben Geschäft betrachtet werden sollten.
Dominic Tschudin (SVP) stellte deshalb einen Rückweisungsantrag: « Ich möchte die Haltestelle Apfelsee und das Jugendhaus entkoppelt haben», begründete er. Daniel Müller (FDP) stimmte ihm zu und erklärte, die Liegenschaftsstrategie der Gemeinde habe nichts mit der Linienführung zu tun. Gemeindepräsident Daniel Urech (FWD/Grüne) entgegnete, die Geschäfte hingen aufgrund ihrer geografischen Lage zusammen, und ergänzte: «Wir entscheiden über das Jugendhaus heute nichts, ausser, dass es momentan stehen bleibt.» Müller meinte: «Wenn die S-Bahn-Haltestelle nicht käme, gäbe es auch keine Buswendeschlaufe.» Aber die Jugendhaus-Frage bliebe bestehen. Die Buswendeschlaufe habe nichts mit der Jugendhaus-Sanierung zu tun.
Fabian Mathiuet (Grüne) und seine Parteikollegin Janine Eggs sahen eine Trennung der beiden Themen als nicht sinnvoll an, und Maria Montero Immeli (Mitte) stellte fest, dass die SBB einen Plan der Gemeinde bräuchten, um weiterplanen zu können. Tschudins Rückweisungsantrag wurde schliesslich abgelehnt.
Bauchef Kevin Voegtli (SP) betonte, dass die Ausgangslage tatsächlich schwierig sei: «Es gibt Zeichen, dass der Bahnhof eventuell nicht kommt, wir planen aber trotzdem mit einer Buswendeschlaufe, weil die SBB weiterplanen.» Und er ergänzte bezüglich Jugendhaus: «Es wäre unseriös, nun schon Investitionen zu planen, obwohl wir noch nicht wissen, wie die Ausgangslage sein wird.»
Tschudin war die Sanierung des Gebäudes im Antrag ein Dorn im Auge, da unklar sei, welche Sanierung überhaupt nötig sei. Bauverwalter Marc Etterlin erklärte daraufhin, dass es nur darum gehe, abzuklären, ob und in welchem Umfang eine Sanierung nötig ist.
Finanzchef Mathiuet meinte, das sei für die Erarbeitung einer Liegenschaftsstrategie zwingend: «Nur so wird klar, was eine Sanierung kosten würde. Und nur auf dieser Grundlage können wir entscheiden, was wir wollen.» Tschudin wollte den Antrag, einen Vorschlag für die weitere Nutzung des Jugendhauses zu erarbeiten, streichen. Sein Antrag wurde abgelehnt.
Der Gemeinderat beauftragt ausserdem die Bauverwaltung, mit den Grundeigentümern die Pläne sowie die neue Linienführung zu besprechen.
«Safe ist safe»
Ein bisschen um das Budget ging es am Ende aber trotzdem: Der Gemeinderat verabschiedete die Erläuterungen zum Finanzplan und zum Budget zuhanden der Gemeindeversammlung vom 18. März – allerdings nur mit 5 zu 2 Stimmen. Müller und Tschudin stimmten dagegen. Auf die Frage Urechs, ob an den Erläuterungen noch etwas verändert werden sollte, sagte Müller schlicht: «Safe ist safe» – und führte seinen Entscheid nicht genauer aus. Tschudin erklärte, er habe beantragt, dass der Stellenplan erneut an die Gemeindeversammlung gelange. Weil dies vom Gemeinderat abgelehnt wurde, stimme er nicht für die Erläuterungen. «Ich stelle fest, dass das Oppositionsbedürfnis gross ist», meinte Urech zum Schluss.


