Dem Kloster geht das Geld aus
Der Stiftungsrat des Klosters Dornach ist auf der Suche nach neuen Geldgebern.
Das Kloster Dornach steht vor der Grundsatzfrage, wie es den Stiftungszweck – den Erhalt der historischen Anlage und die Weiterführung der sozialen, kulturellen und kirchlichen Tradition – in Zukunft noch erfüllen kann. Denn die Institution hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Dies bestätigt Stiftungsratspräsidentin Susanne Koch gegenüber dem Wochenblatt. «Unser Hotel- und Gastronomiebetrieb erwirtschaftet einen soliden Beitrag an die zahlreichen Aufgaben der Stiftung, kann aber nicht für alles aufkommen. Insbesondere Erhalt und Pflege der historischen Bausubstanz sowie die laufenden Ausgaben für Kirche und Kultur bedürfen einer zusätzlichen Finanzierungsbasis», erklärt Koch. Die seit der Gründung der Stiftung unveränderten jährlichen Stifterbeiträge von 100 000 Franken würden nicht mehr ausreichen, um die Liegenschaft sowie das heutige vielseitige soziale, kulturelle und kirchliche Angebot des Klosters Dornach zu finanzieren. «Der Stiftungsrat ist auf der Suche nach neuen Geldgebern. Er hat einen Aufruf gestartet und die Stifter zu einem Infoanlass eingeladen», erklärt Präsidentin Koch. In welchem Rahmen die neuen Geldgeber Einfluss im Stiftungsrat nehmen könnten, sei Gegenstand der Verhandlungen und der rechtlichen Abklärungen. Sie gehe nicht davon aus, dass man die Stiftungsurkunde abändern werde.
Kanton hat Kloster in den 1990er-Jahren der Stiftung übergeben
Das Konzept, den Werten des jahrhundertealten Kapuzinerklosters treu zu bleiben, hatte den Kanton Solothurn in den 1990er-Jahren dazu bewogen, die Liegenschaft der Stiftung Kloster Dornach zu übergeben. Vertreter der katholischen und der reformierten Kirche, der Standortgemeinde sowie der Bürgergemeinde Dornach versprachen damals, die denkmalgeschützte Liegenschaft mit ihrer Gartenanlage zu erhalten und bei der Nutzung die sozialen und kulturellen Aspekte gebührend zu berücksichtigen. Wie man dies heute auslegt, darüber lasse sich streiten, räumt Koch ein. Zur Deckung der Betriebskosten brauche es genügend Einnahmen. Die Stifter könnten im Rahmen der Leistungsvereinbarung Räumlichkeiten gratis nutzen, die Bereitstellungskosten würden aber verrechnet.
Koch gibt zu bedenken, dass man es nicht allen recht machen könne, dies gelte auch für die Gastronomie. «Operativ liegt dieser Bereich in der alleinigen Verantwortung der Berest Gruppe, die über langjährige Erfahrung verfügt und ein grosses Interesse daran hat, dass die Gäste zufrieden sind.»
Mehr Freiwilligenarbeit nötig
Noch sei unklar, was sich ändern werde. «Entschieden ist noch nichts», stellt die Stiftungsratspräsidentin klar. Sie hat das Amt vor knapp 100 Tagen angetreten – im Bewusstsein, dass die Frage des Geldes in einer Institution mit einem sozialen, kulturellen und kirchlichen Zweck immer eine grosse Herausforderung darstelle. Der Stiftungsrat, der sich im letzten Jahr personell verändert hat, sei gefordert, auf der strategischen Ebene neue Entscheidungen zu treffen. Der Laden müsse weder schliessen noch die Bilanz deponieren. «Es muss uns aber gelingen, zusätzliche Gelder aufzutreiben sowie neuen Elan in das Vereinsleben der Freunde des Klosters zu bringen.» Dies beziehe sich vor allem auch auf den Gebäudeunterhalt sowie die Gartenanlage. Hier brauche es mehr Freiwillige, die mitanpacken, doch auch projektbezogene Sponsorenbeiträge, lautet der Appell. Des Weiteren sei es das erklärte Ziel, im kulturell-sozialen Bereich weiterhin Fördergelder zu bekommen und diese auf eine stabile mehrjährige Basis zu stellen.






