Drama in Gempen: Eifersucht, Rache und zwei Tote

Die Theatergruppe Gempen zeigt seit letztem Samstag das Kriminalstück «Tod auf dem Nil». Auf dem Raddampfer Lotus wird geliebt, gehasst und gemordet.

1. Foto: Simon Mostyn, Ehemann des 1. Mordopfers (Mattias Messerli), Detektiv Hercule Poirot (Klaus-Dieter Gronwald), Kay Mostyn,1. Mordopfer (Barbara Balzli), Helen Foliot, dauerbetrunkene Schriftstellerin (Trudy Vögtli).  Foto: Tobias Gfeller

1. Foto: Simon Mostyn, Ehemann des 1. Mordopfers (Mattias Messerli), Detektiv Hercule Poirot (Klaus-Dieter Gronwald), Kay Mostyn,1. Mordopfer (Barbara Balzli), Helen Foliot, dauerbetrunkene Schriftstellerin (Trudy Vögtli). Foto: Tobias Gfeller

Tobias Gfeller

Der erfahrene Meisterdetektiv Hercule Poirot sitzt gedankenversunken im Salon. Er setzt einen Stein auf den anderen, auf einmal greift ein Rädchen ins andere. «Was ist an diesem späten Abend bloss geschehen, als die schöne Kay Mostyn in ihrer Koje erschossen wurde?», fragt er sich immer wieder. Es geht gegen Ende des Kriminalstücks «Tod auf dem Nil». Der Zuschauer tappt immer noch im Dunkeln, als Poirot plötzlich eine Eingebung hat und dem wahren Tathergang auf die Schliche kommt. Es ist die unerwartete Wendung im Stück, die man als Zuschauer irgendwie erwartet hat, aber sich in dieser Art und Weise nicht vorstellen konnte.

Mit Fantasie und viel Humor
Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen weltberühmten Roman von Agatha Christie. Da das Kriminalstück auch verfilmt wurde, kennen ihn auch viele, die keine Leseratten sind. Trotzdem lohnt sich der Gang in die Mehrzweckhalle des Schulhauses Gempen. Die Theatergruppe interpretiert das Stück in Schweizerdeutsch und mit viel Fantasie und Humor. Da ist zum einen Kay, das spätere Mordopfer, die mit ihrer selbstverliebten und eingebildeten Art ihren Ehemann fast erdrückt. Diesen hat sie ihrer damals noch besten Freundin Jackie ausgespannt. Jackie sinnt deswegen auf Rache und verfolgt das Paar auf Schritt und Tritt. Oder die stets angetrunkene Schriftstellerin Helen Foliot, die eigentlich mit ihrer schüchternen und immer korrekten Nichte eine ruhige Reise auf dem Nil unternehmen wollte.

Mit fünf weiteren Männern an Bord wird es für Detektiv Poirot zum kniffligen Unterfangen, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Wer hat welches Motiv? Geldgier? Eifersucht oder einfach nur eine Tat im Vollrausch? Nach einem zweiten Mord scheint die Lage noch verzwickter. Nicht so für den Detektiv. Mit all seiner Erfahrung löst er das Mordrätsel.

Viel Applaus und Lob
Neben den Darstellungen vermag vor allem auch die Kulisse auf dem Raddampfer zu gefallen. Das ganze Stück spielt in einem liebevoll und mit vielen Details eingerichteten Salon. Im Hintergrund erscheinen, auch für den Laien klar erkenntlich, fotografische Motive aus Ägypten. Regisseurin Susan Saladin und ihre Kollegen haben das Stück bewusst ausgewählt: «Wir haben dieses Stück nicht ausgesucht, weil es so bekannt ist, sondern weil uns der Inhalt gefallen hat. Wir spielen in Gempen seit über 30 Jahren Theater, da wird es immer schwieriger, gute Stücke zu finden, die nicht schon auf jeder Bühne in der Region aufgeführt wurden.» Die Wahl und die Umsetzung wurden vom Publikum mit intensiven Applaus und Lobeshymnen gewürdigt.

 Weitere Vorstellungen: Freitag, 4. 11., 20 Uhr, und Samstag, 5. 11., 20  Uhr

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