Dornachs Sporthoffnung von morgen sitzt schon heute sicher im Sattel
Jasmina Hunziker hat an den Schweizer Meisterschaften im Westernreiten ihre Konkurrenz auf die hinteren Plätze verwiesen. In diesem Jahr will sie an den Weltmeisterschaften aufs Podest reiten.

Bea Asper
Im Alter von elf Jahren ging ihr Kindertraum in Erfüllung: Jasmina Hunziker bekam ihre erste Reitstunde und schon bald ein eigenes Pferd. Aus dem sehnlichen Wunsch der Tochter wird ein Hobby für die ganze Familie, so gehören nun auch zwei Pferde mit dazu. Es ist der Anfang einer Erfolgsgeschichte.
Nur wenige Jahre nach dem ersten Reitversuch verbucht Jasmina Hunziker auf Westernreit-Turnieren Sieg um Sieg, an den letzten Schweizer Meisterschaften verweist sie ihre Konkurrenz in mehreren Disziplinen auf die hinteren Plätze und wird in der Jugendklasse Allround-Champion. Ihr vierbeiniger Partner heisst «MS Hollywood Sunrise», ein elfjähriges American Quarter Horse. «Die Stute stammt aus Italien und kam als junges Pferd in die Schweiz zur Ausbildung. Die Besitzerin verkaufte sie nach einem Autounfall.»
Von Profis gezielt gefördert
Sie habe sich auf Anhieb in das sensible Tier verliebt, schwärmt Hunziker und freut sich, dass ihr Partner ein so grosses Bewegungstalent ist. «Dank des eigenen Pferdes konnte ich in wenigen Jahren viel Erfahrung sammeln», erklärt die 17-jährige Dornacherin. «Man sagte mir auch ein gewisses Talent nach», erzählt Hunziker und zieht den Hut vor ihren Förderern. «Seit August 2009 trainiert mich Therese Fischer. Sie verlangt sehr viel, aber gerade das bringt mich ja weiter.»
Viel lernen konnte sie auch von Yolanda Facchin, die für das Schweizer Kader an den Weltmeisterschaften in der Disziplin «Reining» teilnahm und heute Kader-Mitglieder trainiert. Es dauerte nicht lange und Jasmina Hunziker wurde ins Youth Kader des Schweizer Westernreitverbandes (SWRA) aufgenommen. Ihr Dank gilt auch dem Allschwiler Profireiter Marco Pfaff, der sich in Amerika im Ursprungsland vom Westernreiten von weltbesten Trainern schulen liess. Hunziker sagt, von Pfaff habe sie ihren sicheren Sitz erlernt und so vieles mehr.
Ziel ist eine WM-Medaille
2012 will Hunziker einen weiteren Meilenstein in ihrer Sportkarriere setzen. Mit feiner Hand für die edlen Vierbeiner, mit Spass, eiserner Selbstdisziplin und erfahrenem Rat trainiert sie für die Weltmeisterschaften im deutschen Kreuth. Und dort gehe es nicht nur ums Mitmachen, macht Hunziker klar. Sie erwartet von sich, in Disziplinen, wo es um das exakte Figuren-Reiten und die Taktreinheit geht, für das Schweizer Team eine Medaille zu holen.
Im Vordergrund, so betont Hunziker, stünde aber nicht der sportliche Ehrgeiz, sondern die Harmonie mit dem Pferd. «Vor allem, dass mein Pferd gesund und motiviert bleibt.» Dies erreiche man mit einer artgerechten Tierhaltung mit Weidegang und einem vielseitigen Training, das nicht nur auf dem Reitplatz stattfindet. Ein Ausflug ins Gelände gehört dazu, wo auch einmal das spielerische Training mit einer Kuh zugelassen wird. Mit gutem Grund, hat doch das Westernreiten seinen Ursprung im Viehtrieb und gibt dem Pferd das Gefühl, dass das Reiten zwar nicht in seiner Natur liegt, aber dennoch Sinn macht.
www.jasmina-hunziker.ch


