Dornachs erste Tempo-30-Zone auf der Zielgeraden
Der Gemeinderat genehmigt das Konzept für die erste Dornacher Tempo- 30-Zone, die das gesamte Siedlungsgebiet zwischen Bruggweg und Weidenstrasse umfassen wird. Jetzt liegt der Ball beim Kanton.

Lukas Hausendorf
Nachdem sich der Dornacher Souverän vergangenen Dezember in einer Konsultativ-Abstimmung grundsätzlich für die Einführung von Tempo-30-Zonen im Dorf ausgesprochen hat, ist die erste flächendeckende Verkehrsberuhigungsmassnahme nun bereits auf der Zielgeraden. Der Gemeinderat verabschiedete am Montag einstimmig das Konzept für eine Tempo-30-Zone, die das gesamte Siedlungsgebiet zwischen den Kantonsstrasse Bruggweg und Weidenstrasse umfassen wird. Als Nächstes muss das Papier und das damit verbundene Massnahmenpaket von der kantonalen Verkehrskommission genehmigt werden, bevor das Geschäft für die Gemeindeversammlung traktandiert werden kann.
Die mit der Planung und Umsetzung verbundenen Kosten belaufen sich auf insgesamt 100 500 Franken. Ab wann im vorgesehenen Perimeter Tempo 30 gelten wird, ist noch nicht ganz klar, eine Umsetzung Anfang des nächsten Jahres ist aber möglich, wenn die kantonale Verkehrskommission bis im Herbst grünes Licht geben sollte. Dann könnte das Dornacher Siedlungsgebiet beinahe synchron mit der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in Arlesheim entschleunigt werden.
Im oberen Teil der Dornecker Gemeinde darf aber vorderhand noch weiter mit Tempo 50 gefahren werden. Dass der untere Dorfteil für die erste Tempo-30-Zone ausgewählt wurde, ergibt sich aus dem Verkehrsgutachten, welches das Ingenieurbüro Glaser, Saxer, Keller 2010 für die Gemeinde erstellt hatte. Damals wurde am Gempenring, wo auch die Schulanlage Brühl angesiedelt ist, der grösste Handlungsbedarf geortet. Gerade im Bereich der Schule war die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit mit 42 Stundenkilometern «massiv zu hoch», wie die Verkehrsplaner festhielten. Den Verhältnissen nicht angemessen gefahren wurde auch auf der Werbhollenstrasse, die als einer der Unfallschwerpunkte in Dornach identifiziert wurde.
Radar gegen Raser?
Generell wird in der Tempo-30-Zone Rechtsvortritt gelten, ausser auf der Route des Ortsbusses. Um gefährliche Bremsmanöver zu vermeiden, bleiben entlang der Werbhollen- und der Unterdorfstrasse sämtliche Vortritte aufgehoben. Damit ist die Route des 66ers die einzige Strasse in der verkehrsberuhigten Zone ohne verkehrsberuhigende Massnahmen. Für den Busbetrieb kommen auch Strassenverengungen durch versetztes Parkieren und Eingangstore nicht infrage.
Damit besteht die Gefahr, dass auch nach Verringerung der Höchstgeschwindigkeit weiterhin zu schnell gefahren wird zwischen Apfelsee und Museumsplatz. Sollte sich diese Vermutung bei der obligatorischen Erfolgskontrolle nach einem Jahr bewahrheiten, müssten angemessene Mittel ergriffen werden, um Herr der Lage zu werden. In der Regel kommt dann einfach ein Blitzkasten an die notorische Stelle.


