Die Zukunft des Swissmetal-Areals wird klarer

Das Dornacher Stimmvolk gab deutlich grünes Licht für die Planung eines neuen, durchmischten Quartiers auf dem Widen-Areal.

Blick von Oberdornach hinüber zur ehemaligen Swissmetal: Im räumlichen Teilleitbild Widen wird grob festgelegt, wie das 270 000 Quadratmeter grosse Entwicklungsgebiet gestaltet werden soll.  Foto: Thomas Kramer
Blick von Oberdornach hinüber zur ehemaligen Swissmetal: Im räumlichen Teilleitbild Widen wird grob festgelegt, wie das 270 000 Quadratmeter grosse Entwicklungsgebiet gestaltet werden soll. Foto: Thomas Kramer

Michel Ecklin

Die Umgestaltung des Industrieareals Widen (ehemalige Swissmetal) in Dornach ist am letzten Abstimmungssonntag einen Schritt weitergekommen. Die Dornacher Stimmbevölkerung folgte der Empfehlung von Gemeinderat, Amt für Raumplanung sowie Regierungsrat und genehmigte das Teilleitbild Widen deutlich. 1261 Stimmbürger (63,8 Prozent) sagten Ja, 715 Nein. Die Stimmbeteiligung betrug 49,7 Prozent. Das Leitbild sieht auf den 270 000 Quadratmetern zwischen Birs und Eisenbahn eine Mischung von Gewerbe, Wohnen und öffentlichem Grünraum vor. Der derzeit noch gültige Zonenplan erlaubt nur industrielle und gewerbliche Nutzung. Dem Gemeinderat schwebt ein «Zukunftsquartier» vor; er erhofft sich von der Umgestaltung die Sanierung der angeschlagenen Dornacher Finanzen.

«Ein Impuls ist notwendig, um die Entwicklungen in den Widen und auf dem Areal der ehemaligen Swissmetal anzustossen», schrieb der Gemeinderat im Vorfeld. Das Leitbild sei «der Schlüssel zum Erfolg». Entsprechend zufrieden über das Abstimmungsresultat ist Gemeindepräsident Christian Schlatter: «Das Ja zur Widen ist ein klares Zeichen, das den Gemeinderat darin bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiterzuführen», sagte er gegenüber dem «Wochenblatt». Auch soll der partizipative Prozess weitergeführt werden.

Gegner befürchten höhere Steuern
Tatsächlich gaben vor der Abstimmung in einem breit angelegten Mitwirkungsverfahren rund 50 Einwohner und Institutionen ihre Meinung ab. Die Gegner des Teilleitbilds waren nicht grundsätzlich gegen eine Umgestaltung des Areals. Sie hätten aber lieber das Ende des Konkursverfahrens betreffend Swissmetal abgewartet, bevor man Richtlinien für die Planung erlasse. «Mit dem Wohnanteil kann der Konkursverwalter jetzt mehr herausholen als nur mit Industrie», sagte FDP-Präsident Urs Bendel nach dem Entscheid gegenüber der «bz Basellandschaftliche Zeitung».

Seine Partei hatte an der Gemeindeversammlung im Juni eine Volksabstimmung herbeigeführt. Andere Gegner der Vorlage befürchten, mit einer Zunahme der Bevölkerung um rund 1500 Einwohner und mit den neuen Arbeitsplätzen kämen hohe Infrastrukturkosten auf die Gemeinde zu, etwa in den Bereichen Verkehr, Bildung und Soziales. Zudem sei unklar, wer die – vermutlich hohen – Kosten für die Sanierung des Bodens übernehmen solle. Manche sahen anstatt eines finanziellen Zustupfs eine Steuererhöhung auf Dornach zukommen.

Befürworter erwarten positive Impulse
Definitiv entschieden ist mit dem Urnengang aber noch nichts. Das Leitbild ist zwar verbindlich, enthält aber noch keine Details. Erst mit der anstehenden Revision des Zonenplans wird es konkrete Gestalt annehmen. FDP-Präsident Urs Bendel machte deutlich, dass die Gegner des Teilleitbilds im Revisionsprozess Einfluss nehmen wollen. «Wir werden mit Argusaugen beobachten, was jetzt passiert.» Man wolle keine «Grünflächen zum Abwinken» oder «zweitklassigen Wohnraum». «Es soll eine Aufwertung von Dornach geben – ich habe erhebliche Zweifel, ob das jetzt der Fall sein wird.»
Ganz anders äussert sich hierzu Christian Schlatter: «Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Teilleitbild den Grundstein zum Erfolg des Widen-Areals gelegt haben, und freuen uns auf positive Impulse für die ganze Gemeinde.»

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