«Die Zeit in Dornach war wunderbar und unglaublich fruchtbar»

Mit einer Vernissage beginnt heute die Ausstellung «Bilderwelten» der Künstlerin Susanne Smajic im Kloster Dornach. Einige Arbeiten entstanden bei einem Aufenthalt im Kloster.

Ehemalige «Artist-in-Residence»: Susanne Smajic vor einer ihrer Tierstudien.  Foto: ZVG
Ehemalige «Artist-in-Residence»: Susanne Smajic vor einer ihrer Tierstudien. Foto: ZVG

Wie so oft hat auch das Projekt «Bilderwelten» mit einer Bewerbung begonnen. Die freischaffende Künstlerin aus Konstanz am Bodensee hatte sich beim Kloster Dornach um einen Platz im Programm «Artist-in-Residence» beworben. Dabei halten sich Künstler während einer bestimmten Zeit in den Räumen des Klosters auf und können ihrem kreativen Schaffen freien Lauf lassen. Susanne Smajic verbrachte diesen September zwei Wochen im Kloster. «Als Künstlerin sind solche Auszeiten eine wichtige Gelegenheit, um aus dem Alltagsgeschehen herauszukommen», schwärmt sie. Im Rahmen des «Artist-in-Residence»-Aufenthalts entstanden so einige neue Werke, die nun im Rahmen der Ausstellung «Bilderwelten» im Kloster gezeigt werden.


Tierstudien und Kinderbuchillustrationen
Die Arbeiten von Susanne Smajic werden in mehreren Zimmern und auf unterschiedlichen Stockwerken im Kloster Dornach ausgestellt. Gezeigt wird eine Auswahl an Tierstudien, die vorwiegend im Basler Zolli entstanden sind. Das Kloster Dornach präsentiert aber auch Zeichnungen zum Thema Tanz, originale Kinderbuchillustrationen und Radierungen. So unterschiedlich die Bereiche und die Schwerpunkte im Schaffen von Susanne Smajic sein mögen, so sehr ähnelt sich die Herangehensweise bei jedem Projekt. «Ich gehe alles mit grosser Ernsthaftigkeit an», erklärt sie. Alles, was sie mache, habe für sie die gleiche Wichtigkeit. Schliesslich sei alles Handarbeit und diese koste Zeit. Und Zeit ist kostbar. «Deshalb muss die Arbeit, welche es auch immer ist, künstlerisch reizvoll und nachhaltig sei.»


Analoge Handarbeit
Handarbeit und altmodisch – mit diesen Worten beschreibt die Künstlerin ihren Arbeitsstil. In ihrem Atelier in Konstanz entsteht alles per Hand direkt aufs Papier oder auf die Radierplatte. Nichts wird digital bearbeitet. Sie habe sich während des Studiums auf den Tiefdruck, die Radierung, spezialisiert. «Diese Techniken waren vor etwa 500 Jahren wohl so revolutionär wie heute die Digitalisierung.» Auch wenn sie den Computer als wichtiges Werkzeug im täglichen Leben schätzt, wird er in ihrer Arbeit wohl auch in Zukunft keine Rolle spielen. Für die 47-Jährige zählt das Unmittelbare, das Papier, die Farbe, die Druckplatten, die Pinsel, das Papier und die Zeichenfeder.


Arbeit und Freundschaft
Die Inspiration für ihre Werke erhält die Kreative durch die Arbeit. «Ich stelle fest, je mehr ich mich in eine Arbeit vertiefe, desto mehr kommt die Inspiration», so Smajic. «Dann arbeitet es rund um die Uhr in meinem Kopf.» Dann wolle sie alles auf einmal. Susanne Smajic ist gerne in der Schweiz. Aus Einladungen wie «Artist-in-Residence» des Klosters Dornach entstünden nicht nur gemeinsame Projekte, sondern teils auch langjährige Freundschaften. Die Früchte dieser Arbeit und der Zusammenarbeit der Künstlerin und des Klosters können interessierte Besucher nun in Dornach geniessen. An der Vernissage finden Kurzführungen mit der Künstlerin und den Kuratorinnen Barbara van der Meulen und Sandra Löwe sowie Präsentationen der Skizzenbücher und Storyboards statt. Am 30. November liest Susanne Smajic zudem aus dem von ihr illustrierten Klassiker «Eine Weihnachtsgeschichte» von Charles Dickens vor. Die Ausstellung «Bilderwelten» dauert bis zum 31. Januar 2021. Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung gilt in allen öffentlich zugänglichen Bereichen des Klosters Maskenpflicht.

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