Die Kranzsaison ist zu Ende: Zufriedene Schwinger aus Gempen trotz verpasster Kränze
Am Sonntag endete die Kranzsaison mit dem Nordwestschweizer Teilverbandsfest in Mümliswil und dem Schwägalp-Bergfest. Dabei zeigten die Gebrüder Dario und Marino Christ aus Gempen eine gute Leistung.

Die Nordwestschweiz wollte nach 2021 wieder den alleinigen Sieger stellen und hatte dafür einige heisse Eisen im Feuer. Besonders auf den Aargauer Nick Alpiger und den Solothurner Sinisha Lüscher hofften viele der 5600 Zuschauenden. Anfangs lagen jedoch der Aargauer Joel Strebel und der Baselbieter Lars Voggensperger vorne.
Die Gebrüder Christ vom Schwingklub Dorneck-Thierstein-Laufental (DTL) waren ihren Möglichkeiten entsprechend ordentlich unterwegs. Der jüngere Marino gewann gegen Jungschwinger zweimal mit der Maximalnote und verlor die beiden anderen Kämpfe. Dario gewann ebenfalls zweimal, musste sich aber überraschend dem Jungschwinger Giulio Russo, der allerdings einen Kranz holte, geschlagen geben.
Im zweiten Durchgang setzte man dem Schwinger aus Gempen den späteren Sieger Alpiger vor. Dario wehrte sich beachtlich, kam mehrmals aus einer brenzligen Lage heraus, musste sich dann aber doch geschlagen geben. «Ich hatte auch schon beim Baselstädtischen gegen Alpiger zu kämpfen. Damals gewann er das Fest. Gegen einen so starken Schwinger musst du dich so gut wie möglich wehren.» Als Marino im fünften Gang stellte, fiel er aus der Entscheidung um die Kränze. «Ich darf zufrieden sein. Gegen die drei Nichtkranzer konnte ich gewinnen. Ich werde schauen, was ich diese Saison noch mache, trainiere aber weiter, wenn auch sicher nicht mehr so hart wie bis jetzt.»
Verpasster Kranz und bevorstehende Hüft-OP
Dario konnte nach dem Erfolg gegen Jonas Suter im letzten Gang um den Kranz schwingen. Er musste sich vom Aargauer Dominik Schwegler, der damit den Kranz gewann, jedoch auf den Rücken legen lassen. «Es war toll, dass ich um den Kranz schwingen konnte. Ich bin angeschlagen, muss nächsten Monat die Hüfte operieren lassen. Unter diesen Umständen bin ich sehr zufrieden», so Dario. «Ich werde nach der OP etwa einen Monat Pause machen und dann mit den Klubkollegen wieder mit dem Training beginnen.»
Einen Kranz gab es dennoch für den DTL. Der noch nicht 19‑jährige Valentin Scherz aus Kleinlützel holte seinen ersten Teilverbands-Kranz und bestätigte damit seine starke Saison. Die weiteren Schwinger des DTL schnitten unterschiedlich ab. Niklaus Scherer erreichte die gleiche Punktzahl wie Dario Christ. Johann Scherrer aus Zwingen verlor seinen ersten Gang, stellte dann dreimal und gewann zweimal – eine gute Leistung für den 43‑Jährigen. Corsin Wohlgemuth aus Seewen hatte zwei Siege, einen Gestellten und drei Niederlagen. Die 16‑jährigen Jungschwinger Jim Baumgartner und Jonas Bugolotti aus Kleinlützel konnten weitere Erfahrung sammeln.
Klemens Stegmüller, technischer Leiter Aktive, war zufrieden mit seinen Schwingern. «Wir haben in diesem Jahr neun Kränze geholt. Am NWS konnten zwei um den Kranz schwingen. Valentin holte ihn, Dario schaffte es leider nicht.»
Stegmüller bezeichnet sein erstes Jahr als technischer Leiter Aktive als sehr positiv. «Wir holten acht Kränze bei den Männern sowie einen durch Manon Christ bei den Frauen. Das ist mehr, als ich mir erhoffte.» Am 5. September steht noch der Saisonhöhepunkt mit dem Kilchberger Schwinget bevor. Dafür wurde Scherz als Ersatz der Nordwestschweizer nominiert.


