Kulturlokal auf Helfersuche

Die Wydekantine hat sich in wenigen Jahren zum anerkannten Konzerthaus entwickelt. Um die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben, sucht das Team nach neuen Helferinnen und Helfern.

Die treibenden Kräfte: Gelgia Herzog und Patrick Tschan in der Wydekantine. Foto: Tobias Gfeller
Die treibenden Kräfte: Gelgia Herzog und Patrick Tschan in der Wydekantine. Foto: Tobias Gfeller

In Dornach wird auch der Herbst 2026 rockig. Das Programm der Wydekantine auf dem ehemaligen Industrieareal Wydeneck lässt sich sehen und vor allem gut hören: Am 25. September kommt Frollein Smilla, unterstützt von Blue Memories als Vorband, nach Dornach. Am 10. Oktober folgt Dan Patlansky mit Tobias Upright & Band als Vorgruppe. In den Wochen danach treten unter anderem Beaux Gris Gris, Gerry McAvoy mit der Band of Friends und Krokodil in der Wydekantine auf. Dazu kommt am 28. November der Basler Stand‑up-Comedian Joël von Mutzenbecher.

Wie es der Name sagt, war das Konzerthaus Wydekantine in Zeiten der Metallwerke eine Kantine für die Mitarbeitenden. Als die beiden Initianten Gelgia Herzog und Patrick Tschan nach intensiver Vorarbeit vor vier Jahren das erste Mal gross zu einem Konzert in der Zwischennutzung einluden, war nicht abzusehen, welche Erfolgsgeschichte das Kulturlokal nehmen würde. Den Status «Geheimtipp» hat die Wydekantine insbesondere im Birseck und im Laufental längst hinter sich gelassen. Gelungen sei dies primär mit der Investition in bekannte Musikacts. «Als wir aufhörten, nur in unserem regionalen Umfeld nach Bands zu suchen, zog es an», erinnert sich Patrick Tschan, Präsident des Vereins Wydekantine. Musikerinnen und Musiker von weit über der Schweizer Landesgrenze her sind in den vergangenen vier Jahren in der Kulturkantine aufgetreten.

Nur noch in der Stadt ein Geheimtipp

Neben der musikalischen Qualität der Acts tragen der Charme der einstigen Kantine und die hervorragende Akustik mitsamt Soundanlage zum Musikerlebnis bei. Bis zu 200 Personen haben im Lokal Platz. Diese Vorzüge überträfen den Nachteil des abgelegenen Standorts, betont Herzog. «Unser Publikum kommt zumeist mit dem Auto und ist sehr gut organisiert. Wir merken an der Bar, dass immer jemand aus der Gruppe keinen Alkohol trinkt.» Während sich die Wydekantine in der näheren Umgebung längst einen Namen erarbeitet habe, dauere es mit der Bekanntheit in der Stadt Basel noch an. «Wir spüren, dass es auch beim städtischen Publikum vorwärtsgeht», freut sich Tschan. «Die Konkurrenz an alternativen Angeboten ist in der Stadt natürlich grösser. Ich würde sagen, dort sind wir noch ein Geheimtipp.»

Das ungewöhnliche Ambiente mit Innen- und Aussenbereich ist auch bei Privatpersonen für Hochzeiten, Geburtstage oder Firmenanlässe gefragt. Die Nachfrage ist derart gross, dass Herzog und Tschan das Angebot an Terminen deckeln müssen.

Zehnköpfiges Team stösst an seine Grenzen

Während das Konzerthaus wirtschaftlich erfolgreich läuft, stösst das zehnköpfige ehrenamtlich arbeitende Team mittlerweile personell an Grenzen. Entsprechend sei der Wunsch aufgekommen, Verstärkung ins Team zu holen. «Neben der Präsenz vor Ort während Konzerten und Privatanlässen sorgt das Programm natürlich auch im Hintergrund für viel Arbeit», erklärt Herzog. Es gehe darum, ergänzt Tschan, das Team personell zu verstärken und mögliche Interessierte langsam ans Team und die Aufgaben heranzuführen. Zu den Aufgaben während der Anlässe gehören unter anderem der Barbetrieb und das Betreuen der Abendkasse.

Es sei keinesfalls so, versichern die beiden treibenden Köpfe hinter der Wydekantine, dass man als neue Helferin oder neuer Helfer eine Aufgabe zugeteilt bekomme. «Die Aufgabengebiete werden bei uns nach Wunsch, Bedürfnis und Fähigkeiten aufgeteilt.» Ziel sei es, das Team so zu vergrössern, dass es pro Person weniger Einsätze pro Jahr würden. Damit sollen die Teammitglieder entlastet werden. Dies sei nötig, um das Erfolgsprojekt Wydekantine auch in den kommenden Jahren weiterführen zu können.

Wird die Zwischennutzung fortgesetzt?

Der Vertrag für die Zwischennutzung läuft noch bis ins Jahr 2029. Aufgrund der unklaren Situation unter anderem betreffend der geplanten Haltestelle Apfelsee scheint es nicht ausgeschlossen, dass die Zwischennutzungen auf dem Areal über die bisherigen Vertragsdauern fortgesetzt werden können. An Motivation und Freude haben Herzog und Tschan überhaupt nichts verloren, im Gegenteil. «Damit der Spass bei allen bestehen bleibt, sind wir auf zusätzliche Helferinnen und Helfer angewiesen. Dann kann hier weiter gerockt werden, was vielen Menschen in der Region spürbar Freude bereitet.»

«Wir spüren, dass es auch beim städtischen Publikum vorwärtsgeht.»

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