Den Dornacher Fasnachtsumzug gibt es nicht mehr

Der Umzug in Oberdornach schrumpfte seit Corona immer mehr – und nun ist er Geschichte. Dem Komitee fehlt das Geld.

Noch grinst er: Ob er weiss, dass es keinen Fasnachtsumzug geben wird? Foto: Fabia Maieroni

Noch grinst er: Ob er weiss, dass es keinen Fasnachtsumzug geben wird? Foto: Fabia Maieroni

Sujet Apfelsee-Unterführung: Ein Waggis fährt erzürnt über die Gleise. Foto: zVg

Sujet Apfelsee-Unterführung: Ein Waggis fährt erzürnt über die Gleise. Foto: zVg

Nach 62 Jahren Fasnachtspause fand im Jahr 2014 der erste Dornacher Fasnachtsumzug statt. Die Resonanz damals war gross – Zuschauende und Gemeinde freuten sich gleichermassen. Doch nun, 12 Jahre später, ist schon wieder Schluss mit dem Fasnachtsvergnügen in der Solothurner Gemeinde: Das Dornacher Fasnachtskomitee hat entschieden, den Umzug nicht mehr durchzuführen. Bereits im vergangenen Jahr war dieser nicht zustande gekommen. Damals hiess es noch, der Umzug werde 2026 eine Neuauflage erhalten. Doch daraus wird nichts – trotz neuer Pläne des Komitees.

Dieses wollte in diesem Jahr die Routenführung ändern. Neu hätte der Umzug im Brüggli, also rund um den Nepomukplatz, für Stimmung sorgen sollen. «Wir waren überzeugt, dass die Verlegung des Dornacher Fasnachtsumzugs von Oberdornach ins Brüggli die einzige Rettung wäre», schreibt Benjamin Jutzi vom Fasnachtskomitee.

Denn obwohl der Aufwand für die Durchführung des Umzugs konstant blieb, nahmen die Teilnehmenden- und die Besuchendenzahlen seit 2014 kontinuierlich ab. «Nach dem Covid-Lockdown hatten wir Schwierigkeiten, neue Umzugsteilnehmer zu gewinnen, die nach Dornach kommen. In der Pandemiezeit haben viele Fasnachtsvereine aufgegeben, wodurch der ohnehin kleinere Umzug zu einem Miniumzug schrumpfte», so Jutzi. Der durchschlagende Erfolg des Guggenkonzerts auf dem Nepomukplatz bestätige, dass der Ort auf positive Resonanz stosse.

Es fehlen 25000 Franken

Das Dornacher Fasnachtskomitee wurde deshalb bei der Gemeinde vorstellig. Es beantragte 16000 Franken für die Unterstützung der Routenverlegung. Insbesondere die Umleitung der BLT-Busse, welche nach dem Vorbild des Portiunkula-Marktes umgesetzt werden sollte, war ein wesentlicher Kostenfaktor. Doch die Gemeinde konnte nicht in die Bresche springen: Sie sprach lediglich einen Viertel des beantragten Betrags.

Dazu komme, so Jutzi, dass die Kosten nun deutlich höher ausgefallen seien als ursprünglich angenommen. Nachträglich seien weitere Kosten der BLT in dreifacher Höhe der ursprünglichen Offerte hinzugekommen – für die Ausschilderung und die Verlegung der Busstationen, da die BLT diese Arbeiten seit 2026 outsourct. (siehe Front) «Insgesamt fehlen dem Komitee rund 25000 Franken pro Jahr, um eine Neuauflage des Umzugs durchzuführen. Ebenfalls fehlen die Ressourcen seitens des Werkhofs, da das Datum inmitten der Ferienzeit liegt», so Jutzi.

Guggenkonzert bleibt

Trotz der schwierigen Finanzlage wolle sich das Komitee für die Zukunft Alternativen überlegen. Nun lege man den Fokus vollständig auf das Guggenkonzert am Schmutzigen Donnerstag, «das finanziell dank unserer treuen Sponsoren und des Arbeitsaufwands tragbar ist», schreibt Jutzi. Elf Guggen aus der Region hätten sich für diesen Anlass angemeldet. Auch die Schulfasnacht findet wie gewohnt statt und startet am Schmutzige Donnschtig um 5 Uhr morgens mit der Chesslete. Unterstützen könne man die Dornacher Fasnacht mit dem Kauf einer Blaggedde. Das Sujet «Mir fahre obe dure» thematisiert die geplante S-Bahn-Haltestelle Apfelsee beziehungsweise die an der Urne abgelehnte Fussgänger- und Velounterführung. Im Vers heisst es: D Unterfüerig, die bruucht’s, drum het me’s debattiert, doch bim Abstimme hend si’s denn grad abserviert / Me muss abstiige und s Velo schiebe, oni Wenn und Aber – wie am Bahnhof Dornach, dort klappt’s au oni viel Palaber. / Dr Waggis rieft: «Schiebe? Vergiss es, wird i nit mache, denn nimm i e andere Wääg, die sind doch nit ganz bache!» / Dr Waggis schnaubt, dr Zorn isch gross, jetzt faart er halt direkt uf de Gleis statt uf dr Stross!

Aktuell fährt der Waggis jedoch gar nicht – da weder die Haltestelle besteht, noch ein Fasnachtsumzug durchgeführt wird. Vielleicht hat er in den kommenden Jahren mehr Glück.

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