Bauherren im Regen stehen gelassen
Die Gempner Gemeindeversammlung lehnt den Kreditantrag des Gemeinderats für den Seewenweg ab. Gemeinderat und Bauherr haben jetzt ein Erschliessungsproblem.
Die Finanzlage sei angespannt und eine Steuererhöhung müsse vermieden werden. Der Gemeinde fehle schlicht das Geld für den Ausbau des Seewenwegs – so argumentierten Gegner des gemeinderätlichen Brutto-Kreditantrages in Höhe von 330 000 Franken. Der Anteil der Gemeinde liegt bei 165 000 Franken, für die Restfinanzierung sollten die Anstösser aufkommen. Weil die Gemeinde mit Finanzproblemen zu kämpfen habe, sei das Projekt, mit welchem Baugrundstücke erschlossen werden sollten, in der Finanzplanung nach hinten zu schieben, führten die Kritiker ins Feld. Gemeindepräsident Roland Sauter konterte: «Wir sind zur Erschliessung verpflichtet!» Er verwies auf den vom Regierungsrat genehmigten Ortsplan, wonach die Gemeinde den Seewenweg als letztes hängiges Projekt zu erneuern hat. Sein Appell blieb ohne Erfolg. Die Kritiker setzten sich in der Schlussabstimmung mit 20 zu 17 Stimmen durch. Mit diesem Entscheid lassen die Gempner einen Bauherrn, der auf der untersten Parzelle westseits des Seewenwegs auf das Frühjahr 2013 den Bau eines Zweifamilienhauses plant, im Regen stehen. «Wir werden der nächsten Gemeindeversammlung erneut einen Kreditantrag für den Ausbau des Seewenweg vorlegen», kündigte Sauter denn auch an.
Auch «kleine» Variante chancenlos
Die Kritiker legten ihr Nein nicht als Grundsatz aus, sondern es richte sich allein gegen das vorliegende Projekt. Dieses sei überteuert und nicht ausgereift, meinte Ruedi Hartmann. Zusammen mit weiteren Votanten forderte er den Gemeinderat auf, über die Bücher zu gehen und eine schlankere Variante auszuarbeiten. Sauter mahnte, es sei bei einem solchen Bauprojekt illusorisch, günstiger fahren zu können; man sei an Vorgaben gebunden.
Trotzdem hatte der Gemeinderat vorsorglich ein reduzierte Variante zur Auswahl vorgelegt, welche nur einen Teilausbau beinhaltete – und zwar bis zur Liegenschaft Balzli. Dieses Projekt rechnete mit Kosten von 150 000 Franken, wobei 124 500 Franken von der Gemeinde und 25 500 Franken von den Anstössern beigesteuert würden. Der Antrag des Einwohners Lorenzo Vasella, man soll doch jetzt dieser günstigeren Variante zustimmen, wurde aber mit 15 zu 10 Stimmen ebenso verworfen.
Da das Projekt abgelehnt wurde, erübrigte sich in der Folge eine Abstimmung über Parkplätze, deren Bauart beim Souverän sehr umstritten war – genauso wie ein kleiner Landstreifen, den die Gemeinde zum Preis von 200 Franken pro Quadratmeter an die Landanstösser verkaufen wollte.
Aufwertung Lebensraum Dorneckberg
Die übrigen Geschäfte wurden von der Gemeindeversammlung nicht bestritten. Die Rechnung, die mit einem Ertragsüberschuss von 8000 Franken abschliesst, wurde einstimmig genehmigt. Auch dem gemeindeübergreifenden Projekt zur Vernetzung und Aufwertung des Lebensraums im Dorneckberg wurde zugestimmt und der dafür notwendige Kredit von 12 000 Franken genehmigt. Involviert darin sind vor allem die Landwirte.


