Aufschlagen statt anschalten

Dornach hat seit kurzem einen Bücherschrank. Hier können Bücher gebracht und geholt werden. Gratis und mit wenig Aufwand.

Perfekte Zusammenarbeit: Jay Altenbach (l.) und Susann Barkholdt haben den Bücher-Tausch-Schrank bei der alten Gmeini innert kürzester Zeit realisiert.  Foto: Fabia Maieroni
Perfekte Zusammenarbeit: Jay Altenbach (l.) und Susann Barkholdt haben den Bücher-Tausch-Schrank bei der alten Gmeini innert kürzester Zeit realisiert. Foto: Fabia Maieroni

Angefangen hat alles mit einer Nachricht über den Messengerdienst Whatsapp. In der Gruppe «Zu verschenken in Dornach» fragte Jay Altenbach nach, ob es in Dornach einen öffentlichen Bücher-Tausch-Schrank gebe. Sofort kam die Antwort von Susann Barkholdt: «Stell doch einen auf, es gibt sicher viele Interessierte!» Die beiden Frauen schlossen sich kurz und nahmen sich dem Projekt «Bücherschrank Dornach» an. Die Idee: Statt gelesene Bücher einfach wegzuwerfen, kann man diese zum Bücherschrank bringen und im Idealfall gleich wieder ein neues Buch mitnehmen.


Einen Nerv getroffen
Das Projekt erhielt schnell und unkompliziert Unterstützung der Gemeinde. Gemeindepräsident Christian Schlatter nahm sich der Sache an und stellte den Standort im Eingangsbereich des alten Gemeindehauses zur Verfügung. Den Flyer gestaltete Jay Altenbach, die Sprechblasen-Tafeln, die den Schrank zieren, wurden von Susann Barkholdt erstellt. Altenbach hat zudem die «IG für ein nachhaltiges und lebendiges Dornach» gegründet. «Mit irgendeinem Namen mussten wir ja unterschreiben», lacht die Journalistin.

Der etwa hüfthohe Schrank ist in zwei Teile gegliedert. Im linken Fach sind Kinder- und Jugendbücher eingeordnet, im rechten Abteil findet man Bücher für Erwachsene. Barkholdt und Altenbach haben ihn zu Beginn mit eigenen Büchern bestückt. Nur wenige Tage nachdem der Bücherschrank aufgestellt wurde, sind die meisten Kinderbücher bereits mitgenommen worden. Das freut Susann Barkholdt besonders: «Hier sollen Kinder stöbern können und die Faszination Buch wiederentdecken – eine Alternative zu ihren Bildschirmen. ‹Aufschlagen statt anschalten› heisst das Motto.» Die Regalböden bei der Erwachsenenliteratur waren im Gegensatz zur Kinderabteilung schon nach kürzester Zeit voll. Neben Belletristik und spannenden Krimis sind darin gleich mehrere Versionen von Goethes Faust zu finden. «Es freut mich, dass die Bandbreite der Bücher so gross ist», sagt Altenbach und schwärmt: «Bücher sind einfach etwas Schönes!»

Angst vor Vandalismus haben die beiden Initiantinnen nicht. «Die Anwohnerinnen und Anwohner haben ein Auge auf den Schrank und passen auf», sagt Barkholdt zufrieden. Dank des Schranks bei der alten Gmeini ist eines klar: Bücher wegwerfen war gestern!

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