Apfelbäume gepflanzt

Im Rahmen des 75-Jahr-Jubiläums des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID) pflanzten Fünftklässler oberhalb des Sportplatzes Gigersloch zwei Hochstammbäume.

Spaten statt Bleistift: Dornacher Schüler werken auf dem Bauernhof.  Foto: ZVG
Spaten statt Bleistift: Dornacher Schüler werken auf dem Bauernhof. Foto: ZVG

Thomas Brunnschweiler

schaftsbilder, so fallen einem die vielen Hochstamm-Obstgärten auf, die darauf abgebildet sind. In den Nachkriegsjahren begann man jedoch viele Landschaften «auszuräumen». Immer mehr schnell ertragsreife Niederstammplantagen traten an die Stelle der traditionellen Hochstammflächen.

Obwohl die Marktsituation immer noch schwierig ist, hat sich der Rückgang bei Hochstamm-Obstbäumen glücklicherweise verlangsamt. Bauern, welche diese Bäume pflegen oder neu anpflanzen, erhalten Biodiversitäts- und Landschaftsqualitätsbeiträge. Rund 50 Millionen Franken setzt der Bund für den Erhalt von 2,2 Millionen Hochstamm-Obstbäumen ein.


Vernetzung mit Praxis nötig
Im Jubiläumsjahr führte der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) zum Thema eine Aktion durch. Rund 500 Kinder pflanzten an 25 Standorten in der Schweiz Hochstamm-Obstbäume. Am Donnerstag vor den Osterferien kamen etwa 20 Dornacher Fünftklässler im «Grund» zusammen, um zwei Apfelbäume – einen «Topas» und einen «Mira»– zu pflanzen. Anwesend waren auch Res Aeschbacher, der Projektleiter von «Schule auf dem Bauernhof» (SchuB), und Felix Gebhardt, der Pächter des Landes der Familie Zeltner, auf dem die zwei frisch gepflanzten schorfresistenten Apfelbäume jetzt stehen. «Es war ein wunderschöner Tag», sagt Aeschbacher, «und die Kinder kamen gern. Es gab auch einige Posten zum Thema Hochstamm-Obstbäume.»

Aeschbacher beobachtet immer wieder, dass die Kinder anfänglich eine gewisse Scheu vor der Erde haben, die sie als schmutzig und fast unheimlich erleben. «Wenn aber die Hemmschwelle einmal überwunden ist, graben alle, wobei die Neugier bei kleineren Kindern fast grösser ist.»


Mehr als Obstlieferant
Die Aktion «Schule auf dem Bauernhof» möchte Kindern die Produktion von Nahrungsmitteln näherbringen. «Wir wissen aus Pisa-Studien, dass die Vernetzung von theoretischem Wissen und ausserschulischen Situationen zu wenig gegeben ist», so Aeschbacher. Zum Wissenszuwachs komme auch die Symbolkraft des Pflanzens.

Auch Bio-Bauer Felix Gebhardt zeigt sich erfreut über die Aktion. «Die Schüler fanden es interessant; aber man merkte, wie weit weg heute die Gesellschaft von landwirtschaftlichen Aktivitäten ist», erklärt er. «Es ist wichtig, den Kindern zu ermöglichen, ihren Horizont zu erweitern.» Tatsächlich ist der Hochstamm-Obstgarten nicht nur Lebensmittelproduzent, sondern wichtiger ökologischer Lebensraum, in dem viele Lebensformen gedeihen. Gebhardt zeigt sich beeindruckt vom Interesse der Dornacher Schülerinnen und Schüler. «Als die Bäume gepflanzt wurden, haben sich die Kinder richtig hineingegeben.»

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