Anschubfinanzierung für das Neue Theater am Bahnhof

Der Gemeinderat will den Neubau des NTaB am Bahnhof Dornach mit einer halben Million Franken unterstützen. Der Betrag muss von der Gemeindeversammlung bewilligt werden.

Kultureller Treffpunkt: Für 3,3 Millionen Franken soll bis 2014 die neue Theaterstätte am Arlesheimerweg errichtet werden.  Visualisierung: ZVG
Kultureller Treffpunkt: Für 3,3 Millionen Franken soll bis 2014 die neue Theaterstätte am Arlesheimerweg errichtet werden. Visualisierung: ZVG

Lukas Hausendorf

Wenn möglich soll bereits die Spielzeit 2013/2014 im neuen Neuen Theater am Bahnhof in Dornach stattfinden. Spätestens 2014 soll der Neubau aber bezugsbereit sein, so der Plan des Vereins NTaB, der das Theater bei der Realisierung der neuen Spielstätte, die für 3,3 Millionen Franken im ehemaligen Restaurant Bahnhof am Arlesheimerweg entstehen soll. Die öffentliche Hand soll sich beim Neubau des Kleintheaters mit überregionaler Ausstrahlung mit insgesamt 1,5 Millionen Franken beteiligen. Der Löwenanteil entfällt dabei auf den Standortkanton Solothurn und die Gemeinde Dornach, die sich mit je einer halben Million Franken beteiligen sollen. Der Regierungsrat hat dem Antrag des Vereins NTaB bereits vorbehaltlos zugestimmt.

Am Montag war der Ball beim Dornacher Gemeinderat kulturpolitisch «ein Zeichen» zu setzen, wie es Gemeindepräsident Kurt Henzi (FDP) ausdrückte. Opposition, so viel vorneweg, war im Gremium nirgends auszumachen. Das NTaB geniesst schliesslich grossen Rückhalt in Dornach, mit Lorenz Altenbach (FDP) und Daniel Urech (FW) engagieren sich überdies gleich zwei Gemeinderäte mit Herzblut für den Theaterneubau. Der Gemeinderat setzte sein Zeichen für den Theaterneubau denn auch einstimmig. Dennoch ist der Beitrag der Gemeinde, wird er denn, was kaum infrage zu stellen ist, von der Gemeindeversammlung abgesegnet, an Bedingungen geknüpft.

Wer zahlt, will mitreden

Ausbezahlt werden soll die halbe Million nur, wenn die Finanzierung des Neubauprojekts auch tatsächlich zustande kommt. So werden vom Lotteriefonds des Kanton Basel-Landschaft noch 400 000 Franken erwartet, wie auch Beiträge von der Gemeinde Arlesheim und allenfalls den Nachbargemeinden Aesch und Reinach, mit denen das Gespräch gesucht wird. Bei Unternehmen, Stiftungen und Mäzenen sollen insgesamt 1,1 Millionen Franken akquiriert werden. Der restliche Fehlbetrag von rund 700 000 Franken soll über Hypotheken und zinslose Darlehen finanziert werden.

 Als zweite Bedingung für ihren Beitrag verlangt die Gemeinde Dornach einen langfristigen Baurechtsvertrag von der Stiftung Edith Maryon, der das Grundstück gehört. Überdies wird die Gemeinde im Stiftungsrat der noch zu gründenden Stiftung vertreten sein, die das Grundstück im Baurecht übernimmt. Der Bau und Betrieb des Theaters wird in eine Aktiengesellschaft ausgelagert. Dahinter steht laut Lorenz Altenbach auch die Überlegung, das Volk bei der Finanzierung durch Zeichnung von «Volksaktien» partizipieren zu lassen. Ein Modell, das sich etwa bei der Basler Brauerei Unser Bier bislang bestens bewährt hat.

Das NTaB selbst ist wiederum rechtlich von der Aktiengesellschaft getrennt. So soll gewährleistet werden, dass der Bau als Kulturraum auch dann noch Bestand hat, wenn die NTaB-Intendanten den Theaterbetrieb dereinst nicht mehr weiterführen können sollten. Darum wird als Eigentümerin der Liegenschaft auch die Stiftung walten.

Kulturbudget zur Debatte

Der Jahresbeitrag an das NTaB wird künftig bei 25 000 Franken festgesetzt, das kommt einer Erhöhung von 10 000 Franken gleich. Damit würde das Neue Theater beinahe das ganze Dornacher Kulturbudget für sich beanspruchen. Das ginge allenfalls auf Kosten anderer kultureller Engagements, räumte Henzi ein. Ein solcher Trade-off könnte nur vermieden werden, wenn das Kulturbudget angehoben würde. Diese Frage solle unbedingt noch vor der Gemeindeversammlung vom 13. Juni geklärt werden, damit vollständige Transparenz herrsche über die Folgekosten, wie im Gemeinderat von mehreren Seiten gefordert wurde.

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