20 Jahre «Haus Saffret»

Die Arche-Gemeinschaft mit Hauptsitz in Hochwald ist mit dem «Haus Saffret» auch fest in Dornach verankert. Bald soll die Gemeinschaft ihren Standort gänzlich nach Dornach verlegen.

Frauenpower: Cornelia Hänggi (Leitung «Haus Saffret», links) und Heike Czichos (Gesamtleitung) vor dem «Haus Saffret» am Ingelsteinweg.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Frauenpower: Cornelia Hänggi (Leitung «Haus Saffret», links) und Heike Czichos (Gesamtleitung) vor dem «Haus Saffret» am Ingelsteinweg. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Die Arche nahm ihren Anfang, als der Theologe und Philosoph Jean Vanier 1964 in einem französischen Dorf zwei Männer mit geistiger Behinderung in seinem Haus aufnahm. Aus dieser ersten Wohngemeinschaft entwickelten sich bis heute mehr als 135 Gemeinschaften in 36 Ländern. Ungefähr 5000 Menschen mit und ohne Behinderung teilen so ihren Alltag. Die «Arche im Nauen» im alten Pfarrhaus in Hochwald, die von Pater Hans Schaller initiiert worden war, wurde 1985 eröffnet. Schon 1991 wurde mit dem «Haus Saffret» am Ingelsteinweg, Dornach, die zweite Hausgemeinschaft in der Region gegründet. Mit dem Zukauf des benachbarten Reihenhauses erfuhr sie 1997 eine Erweiterung.

Gut integriert

Cornelia Hänggi, die das «Haus Saffret» leitet, studierte in Basel Psychologie und betreute immer wieder Menschen mit einer Beeinträchtigung. Sie kam eher zufällig zur Arche, aber unterdessen hat sie sich durch interne Weiterbildungen mit den Grundgedanken von Jean Vanier vertraut gemacht. Zu ihren Hauptaufgaben gehören das Aufstellen von Arbeitsplänen, die Koordination im Team und Betreuungsaufgaben. Ab August zählt das Haus sechs Bewohner. Dazu kommen ein Mann und eine Frau, die selbstständig im Dorf wohnen, organisatorisch aber ebenfalls zur Arche gehören. Heike Czichos, die in Deutschland ihr Diplom als Heilpädagogin gemacht hat, stiess 2006 zur Arche und ist seit zwei Jahren Gesamtleiterin und Leiterin der «Arche im Nauen» in Hochwald. Es ist ihr wie allen Verantwortlichen der Arche ein Anliegen, Menschen mit einer geistigen Behinderung familienähnliche Strukturen anzubieten. «Wir haben grosses Glück, an beiden Standorten gut in die Dorfgemeinschaft integriert zu sein», sagt Heike Czichos. «Es gab in Dornach nie massive Probleme. Dafür wollen wir auch Danke sagen.» Die religiöse Verwurzelung der Gemeinschaft ist noch sehr präsent. Alle drei Wochen gibt es einen Gemeinschaftsgottesdienst und mit der Theologin Heidrun Döhling hat man auch eine Person, die für die kirchlichen Kontakte zuständig ist. «Die Arche ist eine in der katholischen Tradition stehende, ökumenisch orientierte offene Gemeinschaft», so Czichos.

Grosse Pläne
Jetzt hat die Gemeinschaft an der Unterdorfstrasse in Dornach Bauland erworben und plant einen Neubau mit vier Gebäuden. Noch läuft die Projektphase und der Gestaltungsplan wird ausgearbeitet. Baubeginn soll im Frühjahr 2012 sein. Neben zwei Wohnhäusern werden ein grosses Atelier und ein Ort des Gebets entstehen. Sobald die neuen Gebäude bezugsbereit sind, werden die Bewohner der Hochwalder «Arche im Nauen» auch nach Dornach ziehen.

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