«Wir versprechen eine spannende musikalische Reise»

Die Adventskonzerte des Chors Gempen Hochwald haben über die Jahre einen guten Ruf erworben. Dieses Jahr findet zusätzlich eine grosse Sonderaufführung in der Basler Peterskirche statt.

Pflegen die zeitgenössische Chormusik: Dirigentin Ilze Grudule (ganz rechts) mit den Sängerinnen und Sängern des Chors Gempen Hochwald. Foto: zvg

Da hat zusammengefunden, was zusammengehört: Die beiden Chorgemeinschaften von Gempen und Hochwald singen mittlerweile seit fast 30 Jahren unisono. Während der Chor Hochwald seit 1987 besteht, geht das Gründungsdatum des Nachbarchors aus Gempen bereits auf das Jahr 1981 zurück. Nach einigen Jahren der musikalischen Koexistenz beschloss man 1994, künftig gemeinsam zu proben und aufzutreten – was zwölf Jahre später auch in die namentliche Fusion der beiden Chöre vom Berg mündete. Seit dem ersten Ton mit dabei sind Jeannette Kölliker und Franziska Widmer, die beide zu den Gründungsmitgliedern des Hobler Chors gehören. Ein besonderes Highlight aus ihrer jahrzehntelangen Mitgliedschaft hat Widmer, aktuelle Vizepräsidentin des Chors Gempen Hochwald, nicht – für sie ist es die tolle Gemeinschaft, die über all die Zeit ausschlaggebend war: «Wir haben es ausgesprochen fröhlich miteinander. Das Zusammensein im Chor ist für mich das Schönste.» Aktuell sind es 27 Sängerinnen und Sänger mit einem Durchschnittsalter von rund 65 Jahren – neue Interessierte seien jederzeit willkommen und musikalische Anforderungen gebe es nicht. Kölliker, die während 20 Jahren als Präsidentin des Chors Gempen Hochwald waltete, meint über die Aktivitäten: «Wir singen viel an Dorfanlässen und haben unsere fixen Programme im Sommer und in der Adventszeit.»

Von Bach über Grigalis und Huber zu den Weihnachtsliedern

Vor allem die Adventskonzerte geniessen in der Region und teilweise auch darüber hinaus einen guten Ruf. Dazu beigetragen hat auch Dirigentin Ilze Grudule, die den Chor Gempen Hochwald seit fünf Jahren leitet. Viel Zeit zum Eingewöhnen blieb ihr damals nicht, denn als Grudule den Chor im September 2018 übernahm, waren es nur noch zwei Monate bis zu den alljährlichen Adventskonzerten. «Das war eine sehr intensive Startphase, doch alles hat wunderbar geklappt. Es war fast ein wenig Schicksal, ich bin überglücklich hier», erzählt Dirigentin Grudule. Ein besonderes Augenmerk legt die Barockcellistin auf die zeitgenössische Musik. Für sie sei es wichtig, dass man sich den klassischen Kompositionen der heutigen Zeit nicht verschliesse und deren Förderung aktiv pflege. Konkret bedeutet dies, dass Grudule auch Kompositionsaufträge eigens für die Projekte des Chors Gempen Hochwald vergibt.

Das Programm der Adventskonzerte ist zeitlich und thematisch dreigeteilt. Den Anfang machen traditionell Teile aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Danach folgt der zeitgenössische Teil, zunächst mit zwei geistlichen Liedern des in Basel lebenden Komponisten Raitis Grigalis. Anschliessend folgt die eigens für den Chor Gempen Hochwald verfasste Komposition «fleischlich (fake?)», eine moderne Reflexion über Bachs 5. Kantate des Breitenbacher Komponisten Lukas Huber. Zum Abschluss wird das Publikum eingeladen, sich beim gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern auf die Adventszeit einzustimmen.

«Weihnachtsoratorium sing-and-play-along»

Zusätzlich findet in diesem Jahr eine grosse Sonderaufführung in der Basler Peterskirche statt. Dirigentin Grudule hat dazu verschiedene Chöre und Musikschaffende von jung bis alt eingeladen, die ein paar Stunden vor dem Auftritt gemeinsam das Programm des Weihnachtsoratoriums proben und dann in einem lockeren Rahmen mit dem Chor Gempen Hochwald als Hauptakteur auf die Bühne bringen. Grudule meint abschliessend über die anstehenden Adventskonzerte: «Wir versprechen eine spannende musikalische Reise. Das ist etwas für alle, die in dieser dunklen Jahreszeit ein wenig Adventsstimmung suchen.»

Adventskonzerte des Chors Gempen Hochwald: 8.12. Kirche Hochwald, 19 Uhr; 9.12. Kirche Dornach, 19 Uhr; 10.12. Kirche Gempen, 11 Uhr; 16.12. Peterskirche Basel, 19.30 Uhr («Weihnachtsoratorium sing-and-play-along»)

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