Hochwald: Rastberger nicht wiedergewählt, Grüne holen überraschend einen zweiten Sitz

Grosse Wahlgewinnerin ist die FDP, die weiterhin die Mehrheit der Gemeinderäte stellt. Bei den ­Grünen ist die Suche für eine geeignete Person für den zweiten Sitz derweil angelaufen.

Selten sind Wahlen in kleinen Gemeinden so spannend wie heuer in Hochwald. Gleich drei neue Mitglieder wurden in das Amt gewählt, ein Sitz ist noch vakant. Doch der Reihe nach.

Die grosse Wahlgewinnerin ist die FDP – sie kann ihre drei Sitze halten und stellt dabei gleich jene zwei Kandidaten mit den besten Resultaten: Beat Kübler erzielte 527 Stimmen, Jürg Vögtli verbuchte 523 Stimmen. Neu für die FDP sitzt Hans Schumacher im Gemeinderat. Er erhielt von den Wahlberechtigten 353 Stimmen.

Am drittmeisten Stimmen holte die Grüne Gemeinderätin Linda Dagli Orti (482 Stimmen). Gleichzeitig sicherte sie sich mit der Grünen Liste noch deutlich mehr Stimmen (817), sodass die Grünen nun einen weiteren Gemeinderat stellen dürfen. Linda Dagli Orti zeigt sich nach der Wahl erfreut und gleichermassen überrascht über das Ergebnis: «Damit hätte ich nie gerechnet.» Die Suche nach einer kompetenten Person für den zweiten Sitz laufe, sagt die Gemeinderätin. Die möglichen Kandidaten und Kandidatinnen kämen aus dem Umfeld der ­Grünen. Den Sprung in die Exekutive schaffte auch SP-Frau Isabelle Fleury (442 Stimmen). Sie hält damit den SP-Sitz von Georg Schwabegger, der erst kürzlich zu den Grünen gewechselt hatte und nicht mehr zur Wahl antrat.

SVP kann ihren Sitz halten

Die Hobler SVP konnte ihren Sitz halten – allerdings kommt es dort zu einem Personalwechsel. Der bisherige Gemeinderat Sebastian Rastberger (164 Stimmen) wurde im Amt nicht bestätigt, dafür wurde Christian Vögtli mit 271 Stimmen neu in die Exekutive gewählt.

Rastberger hatte bei den Wahlen vor vier Jahren für Schlagzeilen gesorgt, weil er kontroverse Aussagen zu Religion und Kriminalität machte. Als er für das Gemeindepräsidium kandidieren wollte, unterzeichneten mehrere Dutzend Hobler einen Protestbrief. Diesen hatte damals Isabelle Fleury zusammen mit anderen lanciert. Rastberger war für eine Stellung­nahme nicht zu erreichen.

Kommt es zur Kampfwahl fürs Gemeindepräsidium?

Ihren Sitz nicht halten konnte die Mitte. Vizegemeindepräsident Peter Haberthür war nicht mehr zur Wahl angetreten. Ersatzgemeinderat Roland Wallmeier (225 Stimmen) und Benedikt Grütter, Präsident der Baukommission (174 Stimmen), konnten nicht genug Stimmen auf sich vereinen. Auch Bruno Rieser, der für die Freie Liste Hochwald angetreten war, verpasste den Einzug in den Gemeinderat mit 95 Stimmen (Parteistimmen insgesamt 143).

Spannend wird nun, ob es zu einer Kampfwahl für das Gemeindepräsidium kommt. Die FDP hat im Vorfeld schon auf das Präsidium geschielt. Interesse am Amt hat Beat Kübler.

Ob Linda Dagli Orti angesichts des guten Resultats für die Wahl des Gemeindepräsidiums antreten möchte? Die Gemeinderätin lässt sich noch nicht in die Karten schauen: «Das ist derzeit noch in Evaluation», sagt sie.

Die Gemeindepräsidiumswahl wird am 29. Juni entschieden.

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