Ein Appell gegen die Wegwerfmentalität

Es sei höchste Zeit, wieder mehr Sorge zu tragen, sagte Festredner Nationalrat Felix Wettstein (Grüne) an der Bundesfeier in Dornach.

Politprominenz: (v. l.) Gemeindepräsident Daniel Urech, Gemeinderätin Maria Montero Immeli, Nationalrat Felix Wettstein und Gemeinderat Kevin Voegtli. Foto: Bea Asper

Politprominenz: (v. l.) Gemeindepräsident Daniel Urech, Gemeinderätin Maria Montero Immeli, Nationalrat Felix Wettstein und Gemeinderat Kevin Voegtli. Foto: Bea Asper

Feuershow: Wegen der Trockenheit nur

Feuershow: Wegen der Trockenheit nur

Gemeinderat Kevin Voegtli (SP) war hocherfreut: An der Bundesfeier blieb kein Sitzplatz unbesetzt, und es gab viel Lob für den bunten Mix, den der Gemeinderat auf die Beine stellte. Auch sein Konzept, die Jungbürgerfeier separat durchzuführen, war aufgegangen. Während früher nicht einmal eine Hand voll junger Erwachsener erschien, konnte Voegtli in diesem Jahr gleich 14 interessierten Jungbürgern die Gemeinde näherbringen – dabei gab es einen Ausflug auf die Gokartbahn und ein Essen im Restaurant Kloster.

Am sportlichen Angebot am Nationalfeiertag hielt der Gemeinderat fest. Im Sand und auf dem Rasen stärkten Wettkampf und Spielaktivitäten das Gemeinschaftsgefühl. Später durfte man sich auf ein Live-Konzert der Basler Band The Countdowns und auf eine Feuershow freuen. Natürlich stehe diese im Widerspruch zum Feuerverbot, welches der Kanton Solothurn vor zehn Tagen erlassen hatte. Das Spiel mit dem Feuer sei deswegen in abgespeckter Form zu sehen und nur möglich, weil es von der Feuerwehr bewacht werde, war von Gemeindepräsident Daniel Urech zu erfahren.

Von Gummibooten und «Nachhilfeunterricht»

Die vom SC Dornach geführte Festwirtschaft lud zum Verweilen ein – das Besinnen auf den Grund des Feiertages kam ebenfalls nicht zu kurz. Man lauschte den sanften Klängen des Alphorns, sang gemeinsam die ersten beiden Strophen der Nationalhymne und schenkte seine Aufmerksamkeit dem Festredner Felix Wettstein. Der Solothurner Nationalrat (Grüne) stellte den Wert «Sorge tragen» ins Zentrum seines Appells, der Wegwerfmentalität entgegenzutreten. Welches Ausmass der Materialismus mit seinen Verschleisserscheinungen angenommen hat, verdeutlichte er mit dem Beispiel der Gummiboote an der Aare in Bern. Dort, wo das Vergnügen der Wasserfahrt ab Thun ende, stapelten sich Gummiboote, die man lieber entsorge, als für ein nächstes Mal aufzubewahren. Trotz Container türmen sich die Abfallberge. Deswegen biete die Stadt jetzt Nachhilfeunterricht an. Dass der Staat Mitarbeitende auf­bieten müsse, um den Menschen Selbstverständliches beizubringen, hinterlasse bei ihm einen «schalen Beigeschmack», sagte Wettstein. Es sei höchste Zeit, den Dingen wieder mehr Sorge zu tragen. Wo man hinschaue, seien die negativen Auswirkungen der Auswüchse und des Klimawandels spürbar. Der Schweizer Alpen-Club (SAC) zum Beispiel bange um die Bergwelt und habe deswegen einen Strategiewechsel angekündigt. Er wolle im Zusammenhang mit seinen Berghütten weniger Helikopterflüge und dafür wieder Maultiere einsetzen und statt den Cola-Flaschen Quellwasser als Durstlöscher. Für Wettstein ist klar: In der Rückbesinnung auf das Sorgetragen liegen grosse Chancen – zum Beispiel als Zeichen gegen die Gleichgültigkeit und als Einsatz für mehr Menschlichkeit.

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