Wer wird zum König gekrönt?

Am 6. Januar ist Hoch­betrieb in den Bäcke­- reien, auch für die Kon­ditorei Buchmann, die am Dreikönigstag an die 1300 Kuchen backt. Wer das richtige Kuchenstück erwischt, darf einen Tag lang regieren.

Frisch aus dem Ofen: der klassische Dreikönigskuchen. Fredy Bachmann behält den Überblick. Foto: Marianne Vetter
Frisch aus dem Ofen: der klassische Dreikönigskuchen. Fredy Bachmann behält den Überblick. Foto: Marianne Vetter

Es ist 6 Uhr. In der geräumigen Backstube direkt an der Tramlinie in Münchenstein ist es warm und duftet nach frisch gebackenen Köstlichkeiten. Die erste Lieferung Königskuchen ist bereits weg. Fredy Bachmann, Produktionsleiter der Bäckerei Buchmann, und sein Team arbeiten unter Hochdruck. Schichtbetrieb ist angesagt. Bereits am Vorabend startete die Produktion der Dreikönigskuchen. «Es ist für uns ein anstrengender Tag, aber wir freuen uns immer wieder aufs Neue, dass diese Tradition, die übrigens der Brotforscher Max Währen vor rund 70 Jahren in der Schweiz populär machte, auch heute noch Bestand hat.» Ein Dreikönigstag ohne Dreikönigskuchen, für ihn unvorstellbar.

Während der Teig maschinell geknetet und die einzelnen Kuchenstücke geformt werden, wird der König von Hand eingearbeitet. «Wichtig ist, dass man immer zuerst die Teile mit den Königen und Königinnen an den Mittelteil ansetzt, damit man ja keines vergisst», erklärt Fredy Bachmann, während er einen König in ein Kuchenstück einsetzt und das Stück nochmals rund formt. «Das ist oberstes Gebot, sonst sind kleinere Tragödien am Familientisch vorprogrammiert», ergänzt er lächelnd.

Beim Süssteig handelt es sich um ein hauseigenes Rezept. Der Teig ist reichhaltig: Mehl, Milch, Mandelmasse, Zucker, Salz, Eier, Malz, Hefe und Butter. «Alle Rohstoffe werden in die Knetmaschine gegeben, als letztes kommt die Butter hinzu. Ist der Teig gut dehnbar, lässt man ihn 60 Minuten gären, erst dann wird portioniert», verrät der Produktionsleiter. Danach lasse man die blütenförmig angeordneten Brötchen nochmals aufgehen, bevor sie für 18 bis 22 Minuten in den Ofen geschoben werden.

Dominique Buchmann treibt das Familienunternehmen zusammen mit seiner Schwester Isabelle Buchmann in der dritten Generation innovationsfreudig voran. So wurde die Konditorei bei der Swiss Bakery Trophy 2022/23 mit zwei Silber- und vier Bronzemedaillen Kantonssieger.

Buchmann bestätigt: «Der Königskuchen ist eines der schönsten und feinsten Bäckereiprodukte überhaupt. An die 1,5 Millionen Königskuchen gehen in der Schweiz am Dreikönigstag über die Ladentheke. Kein anderes Brauchtumsgebäck habe in der Schweiz eine derartige Verbreitung gefunden, hält er fest.

Seinen Ursprung, besagen Überlieferungen, hatte der Dreikönigskuchen bereits im alten Rom. Zu Ehren des Saatengottes Saturn wurde alljährlich nach ausgebrachter Wintersaat ein Volksfest veranstaltet. Dabei versteckte man in einem Kuchen eine Bohne. Wer sie fand, durfte als Bohnenkönig einen Tag lang regieren. In diesem Sinne: viel Glück!

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