Arlesheims neuer Gemeindepräsident
Felix Berchten (Frischluft) wird in stiller Wahl als Gemeindepräsident gewählt. Der 61-Jährige möchte für Kontinuität und eine proaktivere Kommunikation sorgen und wünscht sich ein Arlesheim, in dem alle an einem Strick ziehen.

Felix Berchten wählt für das Foto das Areal beim Spielplatz Badhof. Bäume im Siedlungsgebiet sind dem diplomierten Forstingenieur ETH zur Kühlung und Beschattung im Sommer und zur gestalterischen Aufwertung ein besonderes Anliegen. Während mehrerer Jahre leitete Berchten im Gemeinderat das Ressort Natur und Umwelt. Dazu kam nach den Wahlen 2024 das Ressort Tiefbau hinzu. Nun trägt der 2016 in den Gemeinderat Gewählte die Hauptverantwortung in der Arlesheimer Exekutive. Felix Berchten wurde konkurrenzlos in stiller Wahl als Gemeindepräsident bestätigt. Die angesetzte Wahl am 14. Juni entfällt.
Seit dem Amtsantritt von Vorgänger Markus Eigenmann (FDP) als Baselbieter Regierungsrat leitete Felix Berchten den Gemeinderat als Präsident ad interim. Als dienstältester Gemeinderat und Vizepräsident seit 2024 habe es sich im Sinne der Kontinuität angeboten, dass er das Präsidium definitiv übernimmt. Felix Berchten stellt den Gemeinderat als Team in den Vordergrund. Eine «One-Man-Show» werde es mit ihm keinesfalls geben. Bevor der 61-Jährige über seine eigenen Stärken spricht, lobt er seine Gemeinderatskolleginnen und -kollegen in den höchsten Tönen. «Wir harmonieren als Gremium sehr gut. Der Gemeinderat profitiert von den unterschiedlichen Persönlichkeiten und Kompetenzen, dem Fachwissen und den beruflichen Erfahrungen der einzelnen Mitglieder.»
Zum Teamgedanken passt, dass Berchten dem Vizepräsidium mehr Gewicht verleihen möchte. Die neue Gemeinderatsvizepräsidentin Brigitte Treyer (FDP) soll frühzeitiger in Geschäfte miteinbezogen werden, auch wenn es ihre Ressorts nicht direkt betrifft. Als Beispiel nennt Berchten den Budgetierungsprozess. Damit erhalte das Vizepräsidium auch gegen aussen mehr Bedeutung, ist Berchten überzeugt.
Passende Lösungen auf kurzen Wegen
Der neue Gemeindepräsident selber sieht seine Stärken unter anderem in seinen Erfahrungen aus der Privatwirtschaft bei Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen. Berchten begleitet Bauprojekte in Sachen Umweltverträglichkeit. Im Jahr 2000 leitete er die Sanierung der zwei grossen Weiher in der Ermitage. «Zu meiner Arbeit gehört, für unterschiedliche Projekte die passenden Lösungen auf möglichst kurzen Wegen aufzuzeigen.» Das helfe ihm auch bei Projekten der Gemeinde. «Ich kenne die Abläufe und Prozesse in Verwaltungen von meiner täglichen Arbeit.» Als Beispiel nennt Berchten die geplante Sanierung und Umgestaltung der Ermitagestrasse. Diese gehört wie die Entwicklungen beim alten Postplatz und bei der Schulanlage Domplatz, das Thema Alter, eine konkrete Kulturstrategie, die Sanierung gemeindeeigener Liegenschaften und die digitale Transformation der Gemeinde zu den zehn vom Gemeinderat definierten Masterprojekten in der Legislatur 2024–2028.
Arlesheim attraktiv für alle Generationen
Berchten möchte als Gemeindepräsident der proaktiven Kommunikation noch mehr Rechnung tragen. Dabei gehe es um die Information und den Miteinbezug der Gesamtbevölkerung und einzelner Direktbetroffener, wie eben jetzt bei der Ermitagestrasse. Berchten wünscht sich ein Dorf, in dem alle am gleichen Strikt ziehen, auch wenn es naturgemäss unterschiedliche Meinungen gibt, was zu einer lebhaften Demokratie dazugehöre.
Der Vertreter der Frischluft schätzt an Arlesheim das vielfältige Freizeitangebot. Dabei spielen die Vereine eine zentrale Rolle. «Arlesheim soll für alle Generationen und Bevölkerungsgruppen attraktiv sein», findet Berchten. Auch begrüsst er die aktuelle Bautätigkeit, die für mehr Wohnraum für alle Schichten sorgen soll. Als Präsident der Basler Wohngenossenschaft (BWG), die in Arlesheim keine Liegenschaften besitzt, lege er besonderen Wert auf bezahlbaren Wohnraum.
Der Vater von zwei erwachsenen Kindern verbringt seine eigene freie Zeit gerne in der Natur beim Wandern und Velofahren. Mit seiner Frau ist Berchten regelmässig im Wallis und im Tessin. Die Energie, die er dort tanken kann, wird er im anspruchsvollen Amt als Gemeindepräsident von Arlesheim gut gebrauchen können.
Wie es bei den Gesamterneuerungswahlen 2028 persönlich weitergehen soll, lässt Berchten zum aktuellen Zeitpunkt offen.
Peter Vetter verzichtete wegen Zeitmangel
gfe. Mit dem Austritt von Markus Eigenmann (FDP) und Monika Strobel (parteilos) aus dem Arlesheimer Gemeinderat und der Ersatzwahl von Nicole Ziegler (FDP) und Thomas Arnet (Frischluft) wurde eine Neukonstituierung des Gemeinderats nötig. Lange Zeit liebäugelte auch SP-Gemeinderat Peter Vetter mit einer Kandidatur für das Gemeindepräsidium. Er habe bei genauerer Planung feststellen müssen, dass er sich beruflich nicht rasch genug organisieren könne, um für das Präsidium schon in «absehbarer Zukunft» genügend Zeit zur Verfügung stellen zu können, erklärt Vetter seinen Verzicht gegenüber dem Wochenblatt. Felix Berchten behält neben dem Präsidium das Ressort Tiefbau. Brigitte Treyer (FDP) übernimmt neben dem Vizepräsidium das Ressort Raumplanung. Peter Vetter behält die Ressorts Finanzen, zentrale Dienste und Rechtsdienst. Nicole Ziegler übernimmt die Ressorts Familie, Bildung und Informatik. Hartmut Vetter (Frischluft) bleibt Vorsteher der Ressorts Gesundheit und Alter und übernimmt neu das Ressort Sicherheit. Die Ressorts Kultur, Sport und Umwelt gehen an Thomas Arnet. Lea Mani (SP) behält die Ressorts Soziales und Hochbau.


