Axtwerfen, Touch Football und Klavierkompositionen
Im Arleser Setzwerk wurden am Freitagabend aussergewöhnliche Leistungen des letzten Jahres in teilweise ebenso aussergewöhnlichen Bereichen geehrt.

Draussen vor dem Setzwerk waren am Freitagabend schon einige jüngere Menschen in schickerer Kleidung zu sehen, die sich in kleinen Grüppchen leicht hibbelig untereinander austauschten. Das war schon ein erster Indikator dafür, dass wohl ein Grossteil der Ehrungen, welche die Gemeinde Arlesheim an jenem Abend vergab, auf jüngere Semester fallen würde. Beim Betreten des Setzwerks war zudem im Stimmengewirr erstaunlich viel französisches Gemurmel zu vernehmen – beim Blick aufs Programm liess sich aber schnell erahnen, was es damit auf sich hatte: Der «Chœur Mixte de Satigny» aus der Genfer Partnergemeinde von Arlesheim trat am darauffolgenden Tag im Setzwerk auf, wofür zu Beginn noch kurz die Werbetrommel gerührt wurde.
In allen Generationen erfolgreich
Geehrt wurden aussergewöhnliche Leistungen im Jahr 2025 in den Bereichen Sport und Kultur sowie eine Auszeichnung für ein ausgewähltes ehrenamtliches Engagement und ein speziell kinderfreundliches Projekt. Den Anfang machte Dominik Müller-Mösch, der für seine Leistungen im Orientierungslauf ausgezeichnet wurde: Er erreichte mehrere Podestplätze in der Kategorie H40 und wurde Dritter in der nationalen Jahrespunkteliste. Gemeinderat Hartmut Vetter, der den Anlass moderierte, gratulierte ihm und kündigte anschliessend die nächste Kategorie an: «Arlesheim ist unbestritten curlingbegeistert, das zeigt sich ja schon an der Halle. Daraus muss ja gewissermassen auch etwas folgen», meinte Vetter mit einem Augenzwinkern. Dem war dann offenkundig auch so: Enya Caccivio erreichte den 6. Rang an der Juniorinnen-Weltmeisterschaft, Nevio Caccivio erreichte den 3. Rang in «Mixed Doubles» bei den U21-Schweizer-Meisterschaften, und Elina Arnold holte in derselben Kategorie im U18-Bereich die Goldmedaille. Danach klärte sich etwas auf, was wahrscheinlich einigen im Publikum im Kopf herumschwirrte: Wieso war da eine grosse Doppelaxt bei einem Stuhl in der ersten Reihe angelehnt? Die Waffe, das Werkzeug oder besser gesagt das Sportgerät gehörte zu Patrick Born, der damit diverse Podestplätze bei nationalen und internationalen Turnieren in verschiedensten Disziplinen des Doppelaxtwerfens ergatterte. Von der Wikingersportart weiter zum Fechten: Nikita Stauffer, Leon Gauch, Joël Scheuner und Philippe Wälle erreichten diverse Topplatzierungen in den Kategorien U14, U17, Senioren und Veteranen.
Champions-League-Sieger
Eine hierzulande wenig bekannte Sportart ist Touch Football – umso erstaunlicher, dass ein Team aus Arlesheim zu den besten in Europa gehört. Die Baselland Pioneers wurden im letzten Jahr Schweizer Meister und qualifizierten sich somit für die Champions League in Amsterdam, die sie dann ebenfalls gewannen. Die Sportart sei eine Rugby-Variante, die weicher als American Football, aber härter als normaler Fussball ist, ordnete Teamcaptain Kim Realini ein. Weitere Ehrungen gingen an Yves Graber für seine Leistungen im Badminton, an Mountainbikerin Seraina Leugger und an Meret Stückelberger für ihre herausragenden Ergebnisse in der Leichtathletik, darunter ein BL-Kantonalrekord über 400 m, die sie in 54,37 Sekunden lief. Die junge Pianistin Karina Verich, die den Anlass mit mehreren Zwischenspielen musikalisch untermalte, erhielt ebenfalls eine Ehrung: denn sie gewann mit ihren Kompositionen den 1. Preis bei einem renommierten Jugendmusikwettbewerb in Zürich.
Die gesonderte Ehrung «Freiwilligenarbeit» ging an Carmen und Stefan Roos, die für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliche Engagement an den verschiedensten Stellen ausgezeichnet wurden, vor allem aber für ihren grossen Einsatz für den TV Arlesheim. Last, but not least fiel die Wahl der Ehrung «kinderfreundlichstes Projekt», die passenderweise von einer Kinderjury getroffen wurde, auf den FC Arlesheim. Dies in erster Linie für das Engagement im Bereich des Mädchen- und Frauenfussballs und die allgemein erfolgreiche Nachwuchsarbeit.


