Starfagottist Rui Lopes: «Hochmusikalisch und virtuos»

Am Wochenende lud das Orchester Arlesheim zweimal zu einem Konzert mit dem virtuosen Fagottisten Rui Lopes ein.

Fast volle Ränge: Das Konzert zog viele Besucherinnen und Besucher an. Foto: Caspar Reimer
Fast volle Ränge: Das Konzert zog viele Besucherinnen und Besucher an. Foto: Caspar Reimer

Das Orchester Arlesheim, das im Kern aus rund 30 Streicherinnen und Streichern sowie einem kompletten Holzregister besteht, ist derzeit zweigeteilt: Die einen spielen mit, die anderen bleiben zu Hause, weil sie die aktuellen Bestimmungen nicht erfüllen oder sich vor einer Ansteckung fürchten. Die zwei Konzerte, die das Orchester am vergangenen Wochenende in der reformierten Kirche am Stollenrain aufgeführt hat, widmeten die Musizierenden den Kolleginnen und Kollegen, die zurzeit nicht musizieren. Dabei konnten sie umso mehr und insbesondere beim Auftakt durch Franz Schuberts «Ouvertüre im italienischen Stil» zeigen, was sie draufhaben und was sie sind: ein ambitioniertes Amateur-Kammerorchester, das unter der Leitung des Dirigenten Markus Teutschbein auch anspruchsvolle Konzertprogramme nicht scheut.

Ein Heimspiel für den in Arlesheim wohnhaften Lopes

Kern des fünf Viertelstunden dauernden Konzerts waren die beiden Kompositionen für Fagott und Orchester von Gioachino Rossini und Edward Elgar. Virtuose und Solist war dabei der in Arlesheim wohnhafte, schweizerisch-portugiesische und international bekannte Fagottist Rui Lopes, der von der «New York Times» als «äusserst begabt» und von Gramophone als «hochmusikalisch und virtuos» bezeichnet wurde.

Als Solist spielte er schon im Orchestre de Paris, im Finnish National Opera Orchestra oder in den Kammerorchestern von München, Zürich und Köln. Das Heimspiel in Arlesheim schien nicht als Pflichtdienst an das Publikum seiner Wohngemeinde: «Es war mir eine grosse Freude, mit diesem Orchester zu arbeiten. Ich liebte die Freundlichkeit, Konzentration und Bereitschaft, neue Dinge auszuprobieren», sagt er. Ein paar hundert Meter von zu Hause entfernt spielen zu können, mache «sogar noch mehr Spass». Seine nächsten musikalischen Projekte sind eine Tournee mit dem Ensemble Camerata Variabile Basel, die Veröffentlichung einer CD, die er mit dem Gringolts Quartet im SRF-Studio aufgezeichnet hatte und weitere Konzerte, etwa im Opernhaus Zürich. «Musikspielen ist für mich eine Leidenschaft.» Ausgleich biete ihm seine Familie, Lesen, argentinischer Tango und Sport.

Nächstes Konzert mit Harfe

Zum Abschluss spielte das Orchester am Wochenende wieder alleine die «Böhmische Suite» des tschechischen Komponisten Antonín Dvořàk. Das nächste Konzert findet im kommenden Sommer zusammen mit der Harfenistin Joanna Thalmann statt. Weitere Informationen:

www.orchesterarlesheim.ch

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