Sommer, Sonne und ein Multitalent

Am Samstag wurde der Kulturzirkus eröffnet. Ukrainische Ausnahme­talente machten den Auftakt.

Ukraine meets Arlesheim: Die Künstlerinnen zeigten stolz ihre Flagge. Foto: Fabia Maieroni
Ukraine meets Arlesheim: Die Künstlerinnen zeigten stolz ihre Flagge. Foto: Fabia Maieroni

Während am Donnerstag, als die Gemeindeversammlung zum Apéro auf die Zirkuswiese kam, noch dunkle Wolken, Starkregen und Gewitter dominierten, zeigte sich Petrus am Samstagabend sehr versöhnlich: Pünktlich zur Eröffnung des Kulturzirkus schien die Sonne bei angenehmen 28 Grad. Auch heuer ist auf der Zirkuswiese wieder ein lauschiges Kulturplätzchen entstanden. Den Auftakt in die Sommersaison, die bis Ende August andauert, machten Künstlerinnen aus der Ukraine, die zurzeit in der Region wohnen.

Olena Vyshnevska (Gesang) und Ole-sia Osinna (Cello), beide Preisträgerin-nen von internationalen Wettbewerben, performten am Samstagabend auf der Kulturzirkusbühne zusammen mit der 12-jährigen Karina Verich und ihrem Bruder Vladimir Verich (18).

Fünffache ukrainische Meisterin

Besonders die talentierte Karina raubte dem Publikum mit ihrer Soloperformance am E-Piano den Atem. Virtuos spielte sie «He’s a Pirate» aus der Filmreihe «Pirates of the Carribean». Die junge Künstlerin ist schon jetzt sehr erfolgreich und hat an unzähligen Wettbewerben Preise geholt. Karina spielt allerdings nicht nur Klavier: Sie ist auch bereits fünffache ukrainische Stepptanzmeisterin. Daneben spielt Karina Gitarre und Ukulele, zudem ist sie Sängerin. In der Familie seien alle sehr musikalisch, sagt Karina, sie habe dieses Talent schon früh mitbekommen. Mit vier oder fünf Jahren habe sie bereits gesungen, getanzt und Musik gemacht.

Karina lebt mit ihren zwei Brüdern und ihren Eltern zurzeit in Arlesheim. Geflüchtet ist die Familie aus Kiew. Sie fühle sich in Arlesheim schon recht wohl, sagt die 12-Jährige, die zurzeit die ISB Reinach besucht. Vor Kurzem konnte sie in einer Stepptanzschule in der Region mittanzen, das habe ihr sehr gut gefallen.

Organisiert hat die Künstlerinnen Kulturchef Jürg Seiberth. Die Korrespondenz mithilfe von Online-Übersetzern sei zwar nicht immer einfach gewesen, sagt er, doch am Ende hat sich der Aufwand gelohnt: Arlesheim konnte einen wunderbaren Einstieg in diesen Kultursommer erleben.

Weitere Artikel zu «Arlesheim», die sie interessieren könnten

Andlauer Hofgut: der grösste bestehende und einer der ältesten landwirtschaftlichen Höfe in Arlesheim.Früher gehörte er zum Flachsländischen Schlösslein, dem heutigen Andlauerhof.
Arlesheim01.04.2026

Arlesheims bewegte Geschichte

Mehr als nur alte Häuser: Auf einem Dorfspaziergang erzählte Sibyllevon Heydebrand dieHintergründe hinter den historischen Bauten im Dorfzentrum.
Steinbock im Tiefschnee: Jahrelang war Flurin Leugger für dieses Fotomotiv in den Alpen unterwegs. Foto: zvg
Arlesheim25.03.2026

Botschafter der Natur

Seit zehn Jahren fotografiert der Arlesheimer Flurin Leugger Steinböcke in den Schweizer Alpen. Heute Abend präsentiert er in Dornach faszinierende…
Setzt auf Handarbeit: die Yogalehrerin Sally Cox in ihrem Atelier in Arlesheim. Foto: Désirée Bellwald
Arlesheim18.03.2026

Handgemachte Mode made in Arlesheim

Die Yoga-Lehrerin Sally Cox gründete vor drei Jahren ihre eigeneKleiderlinie. Im Gespräch verrät die passionierte Designerin, wie es dazu kam und worauf sie bei…