Silbermedaille für Marquis Richards in Bern

Kurz vor dem Wolkenbruch wars geschafft: Der Stabhochspringer Marquis Richards erreichte bei den Schweizer Meisterschaften den zweiten Platz.

Souverän: Die Höhe von 5,10 Meter übersprang Marquis Richards im ersten Anlauf.  Foto: Edmondo Savoldelli
Souverän: Die Höhe von 5,10 Meter übersprang Marquis Richards im ersten Anlauf. Foto: Edmondo Savoldelli

Edmondo Savoldelli

Die Verunsicherung war da. Nach drei Wettkämpfen in diesem Frühling ohne gültiges Resultat strotzte auch Marquis Richards nicht mehr vor Selbstvertrauen. Immerhin musste die Erklärung für diesen Fehlstart in die Saison nicht gesucht werden: Da für dieses Jahr kein Grossanlass (Europameisterschaften, Weltmeisterschaften) geplant war, hatten Richards und sein Trainer Anatoly Gordienko beschlossen, an den Grundlagen zu arbeiten, sprich Anlauf, Sprungtechnik und Kraft zu trainieren. Um diese Arbeit auch in zählbare Resultate übersetzen zu können, braucht es aber auch die Koordination dieser Elemente, und daran haperte es zunächst.

Bis am Oltner Abendmeeting vom 3. Juli der «Knoten geplatzt» ist, wie Richards sagt. Bei kurzem Anlauf übersprang er 5,00 Meter. Dieses Erfolgserlebnis liess ihn zuversichtlich nach Bern fahren. Hier traf er mit Ausnahme von Schweizer Meister Olivier Frey von OB Basel auf die nationale Konkurrenz. Nach jeweils im ersten Versuch übersprungenen Höhen von 4,80, 5,00 und 5,10 Metern zeigte sich, dass der neue Schweizer Meister nur entweder Marquis Richards oder Patrick Schütz vom LV Winterthur heissen konnte, da die übrigen Athleten inzwischen ausgeschieden waren. In der Folge übersprang Schütz auch die 5,20 Meter im ersten Versuch, Richards aber produzierte einen Fehlversuch. Da ihm die Silbermedaille zu diesem Zeitpunkt bereits sicher war, pokerte Richards und liess die Latte auf 5,30 Meter legen, was Saisonbestleistung bedeutet hätte.

An dieser Höhe scheiterte Richards jedoch bei den zwei ihm verbleibenden Versuchen klar. Inzwischen waren auch die Wetterverhältnisse unwirtlich geworden. Die Stabhochspringer hatten zuweilen mit Gegenwind-Böen zu kämpfen und den letzten Versuch über 5,30 Meter konnte Patrick Schütz dann wegen des plötzlichen heftigen Wolkenbruchs nicht mehr ausführen. Wie schwierig die Verhältnisse waren, zeigte sich auch daran, dass der als Favorit geltende, aber ausser Konkurrenz startende US-Amerikaner Mitch Greeley einen «salto nullo» produzierte: kein gültiges Resultat.

Nahe und weit gesteckte Ziele

Richards zeigte sich nach der Siegerehrung zufrieden mit seinem Wettkampf. «Patrick war heute einfach stärker», anerkannte er die Leistung des neuen Schweizermeisters Patrick Schütz. «Nun freue ich mich auf den Stabhochsprung-Event in Arlesheim vom 19. August und die U23-Schweizer Meisterschaft». Im Hinterkopf hat der Arlesheimer Athlet mit dem U20-Schweizer Rekord über 5,31 Meter jedoch grössere Ziele vor sich: den Europameisterschafts-Final von 2014 in Zürich und die Olympischen Spiele von 2016 in Rio de Janeiro.

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