Querdenker präsentierten sich

Drei Winzer, zwei Rebberge, ein Label – das ist «Quergut», ein innovatives Weinprojekt, das am 1. Mai im Rebhäuschen beim Steinbruch vorgestellt wurde.

Die Winzer und ihr Produkt (v. l.): Michael Huber, Cécile Bühlmann und Thomas Löliger. Foto: Thomas Brunnschweiler
Die Winzer und ihr Produkt (v. l.): Michael Huber, Cécile Bühlmann und Thomas Löliger. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Gerade einladend war das Wetter am 1. Mai nicht, aber wer sich überwand und den Weg zum Steinbruch unter die Füsse nahm, kam önologisch ganz auf seine Rechnung. Unter einem schützenden Zeltdach degustierten die Gäste Weiss-, Rosé-, Rot- und Schaumweine und liessen sich auch kulinarisch verwöhnen, nicht zuletzt mit feinem Brot mit einem Zusatz von Traubenkernmehl.

Innovative Quereinsteiger
Die Winzer Michael Huber, Cécile Bühlmann und Thomas Löliger präsentierten im Rebhäuschen ihre Weine. Alle drei sind Quereinsteiger, was das Winzerhandwerk betrifft. Michael Huber, der die Reben der mütterlichen Familie Leuthardt am Schlossberg übernehmen wollte, traf Thomas Löliger an der Winzerschule in Wädenswil. Löliger hatte bis anhin Parzellen in Weil am Rhein und in Muttenz, entschloss sich aber, den etwa 1,5 Hektaren grossen, steilen Rebberg beim Steinbruch zu bewirtschaften und sich geschäftlich mit Michael Huber zusammenzuschliessen.

Ungewöhnlich dabei ist, dass sich zwei unabhängige Produzenten unter einem Label, nämlich dem Namen «Quergut», verbunden haben. Dies braucht gegenseitiges Vertrauen und ein ähnliches Qualitätsempfinden. Den Namen «Quergut» schlug der Grafiker vor, nachdem er die Selbstbeschreibung der beiden Produzenten gelesen hatte. «Quergut» verweist sowohl auf das Quereinsteigertum der Winzer als auch auf die Prise Querdenken, die in der Präsentation der Produkte liegt. So steht der Wein in den auf der Etikette gezeigten Flaschen quer.

Frischer Auftritt
Nach einem Jahr ziehen die Winzer bereits ein positives Fazit. «Die Konsumenten reagieren durchwegs positiv», sagt Michael Huber, «der frische Auftritt, der sich nicht am Familiennamen anlehnt, vermag ein neues Publikum anzusprechen.» Im Schlossberg wurde im Juni 2013 gut die Hälfte der eine Hektare umfassenden Fläche mit den Sorten Syrah, Sauvignon Blanc, Pinot Gris und Cabernet Blanc bepflanzt. Dazu kommen ältere Blauburgunder-Stöcke, aus denen später ein Pinot Noir, ein Blanc de Noir, ein Rosé und ein Schaumwein gekeltert werden sollen. Huber folgt den Richtlinien von IP Suisse. Thomas Löliger bewirtschaftet den gemeindeeigenen Rebberg beim Steinbruch nach den Richtlinien von Bio-Suisse.

Hier wachsen die mehltauresistenten Sorten Johanniter und Cabernet Jura; dazu kommen Chardonnay und Blauburgunder. Huber ist eigentlich Psychologe und Pädagoge und lehrt in Teilzeit noch am Gymnasium Oberwil. Aber an der Rebgasse 14, wo er aufwuchs, wurde schon in seiner Kindheit gekeltert. Auch Cécile Bühlmann arbeitet teilzeitlich als Lehrerin. Thomas Löliger war ursprünglich Journalist und Geograf. Die Weine der beiden Rebberge können in der Baselbieter Wein-Galerie in Aesch oder direkt bei den Produzenten (www.quergut.ch) bestellt werden. Die guten Tropfen können am 28. bis 29. Mai nochmals an den Schweizer Weintagen in der Markthalle Basel degustiert werden.

Weitere Artikel zu «Arlesheim», die sie interessieren könnten

Flinke Hände: Vornehmlich Frauen bauten die Motoren und Apparate. Foto: zVg/Fankhauser Architekt
Arlesheim11.02.2026

Arlesheim, das Osmanische Reich und die Lehren aus der Geschichte

Was die Schappefabrik und die Elektrizitätsgesellschaft Alioth AG mit dem Osmanischen Reich zu tun haben, zeigten Historiker bei Uptown Basel auf. Das…
Arlesheim04.02.2026

Ersatzwahlen: Die fünf Kandidierenden stellen sich den Fragen des Wochenblattes

Klicken Sie auf das Bild, um die Antworten der Kandidierenden zu lesen.
Startschuss: Andrea Pfaehler und Patrick Tschan entwickeln ein Projekt, das Arlesheim für die Zukunft kulturell bereichern soll. Foto: Caspar Reimer
Arlesheim28.01.2026

Eine Volksbühne im Setzwerk

Die Theater Company Arlesheim erarbeitet ein Stück, das während der Zeit des Frauenstreiks in der Spinnerei Schappe anno 1945 spielt. Doch soll das erst der…