Personalnot bedroht Theater in seiner Existenz

Das Theater auf dem Lande braucht dringend neue Kräfte für den Vorstand und im Hintergrund. Ansonsten ist nach 45 Jahren Schluss mit regelmässiger Kleinkunst in Arlesheim.

Ist bald Schluss?: TadL-Präsident Marco Gigli und Programmchefin Barbro Hartmann präsentieren das vielleicht letzte Programmheft vor der Trotte in Arlesheim. Foto: Tobias Gfeller

Über 130 Besucherinnen und Besucher genossen am vergangenen Samstag im Neuen Theater in Dornach die ausverkaufte Vorstellung der Kabarettistin Anet Corti. Organisiert hatte den Abend der Verein Theater auf dem Lande, kurz TadL. Nach der Gründung 1980 bot der Verein zunächst Profis vom Stadttheater Basel in deren Zwischensaison die Möglichkeit, «auf dem Land» Theater zu spielen. Längst ist das TadL zu einer wichtigen Plattform in der Kleinkunstszene im Birstal geworden. Rund zehn Vorstellungen organisiert der Verein pro Spielzeit, die jeweils von September bis Juni dauert.

Das Programm in der seit rund zwei Monaten laufenden Saison ist gewohnt reichhaltig und vielfältig. Ob es auch eine Spielzeit 2025/2026 geben wird, ist aber ungewiss. «Wir haben grosse Personalsorgen», sagt Vereinspräsident Marco Gigli gegenüber dem Wochenblatt. Seit mehreren Jahren besteht der eigentlich siebenköpfige Vorstand nur noch aus fünf Personen. Bereits sicher ist, dass demnächst Vorstandsmitglied Ursina Reimers, die sämtliche Belange der Abendkasse unter sich hat, aufhört. Auch Marco Gigli möchte sein Amt nach sieben Jahren abgeben. Neben Vorstandsmitgliedern fehlt es auch an Helferinnen und Helfern im Hintergrund, die je nach Bedarf bei Vorstellungen oder anderweitig Einsätze leisten können.

Personelle Erneuerung nötig

Die Personalsituation bedroht das TadL in seiner Existenz, warnen Präsident Marco Gigli und Programmchefin Barbro Hartmann unmissverständlich. «Es gibt nichts schönzureden. Bekommen wir keine neuen Mitglieder für den Vorstand und gelingt die personelle Erneuerung des Vereins nicht, war es das mit dem Theater auf dem Lande.»

Finanziell steht der Verein auf gesunden Beinen. In Sachen Publikumszahlen wurde in den vergangenen Jahren der Turnaround geschafft. Auch dank dem Programm von Barbro Hartmann gelang es, ein jüngeres Publikum anzulocken. «Mir ist wichtig, dass wir alle Genres der Kleinkunst zeigen können, bekannte und noch unbekannte Namen auf den Bühnen haben und dass wir damit alle Generationen ansprechen können.» Die Vorstellungen finden zumeist in der Arlesheimer Trotte und im Neuen Theater in Dornach statt. Der Gedanke, dass der Verein aufgrund der Personalnot aufgelöst werden muss und das TadL von der Theaterbühne verschwindet, schmerze sehr, meint Marco Gigli. «Es wäre ein grosser Verlust für das kulturelle Arlesheim.» Wie andere Vereine spürt auch das TadL, dass sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren möchten. Die Arbeitsbelastung im Vorstand halte sich aber in Grenzen, verrät Barbro Hartmann. «Wir haben zwei bis drei Sitzungen als Vorstand. Die meiste Arbeit kann man für sich erledigen und sich entsprechend einteilen.» Wichtig sei, betonen beide, dass sich möglichst viele Personen für die Ämter finden liessen. «So sinkt die zeitliche Belastung für alle. Das muss das Ziel sein.»

Schock beim Publikum

Marco Gigli und Barbro Hartmann kommunizieren die Notlage auf mehreren Kanälen. Als die Programmchefin vor dem Auftritt von Anet Corti die schwierige Situation schilderte und klarmachte, dass das Ende des TadL droht, ging ein Raunen durchs Publikum. Die beiden Vorstandsmitglieder sind überzeugt, dass von der Publikumsseite her das Angebot des Theaters auf dem Lande noch immer geschätzt und gewünscht wird. Die Botschaft ist aber klar: Finden sich keine neuen Personen für die freien Ämter, wird es diese Angebote nicht mehr geben. Es wäre ein Verlust für das ganze Birstal.

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