Neuer Koffein-Kick aus Arlesheim
Zwei Schüler ausArlesheim führen ein Miniunternehmen mit acht Mitarbeitenden. Ihr Produkt: ein geschmacksneutrales Koffeinpulver.

Es scheint, als hätten Maelle Mermet und Kaan Sarikaya aus Arlesheim den Habitus eines Jungunternehmers in die Wiege gelegt bekommen – die Schülerin und der Schüler des Freien Gymnasium Basel (FG Basel) verstehen, wie man ein Produkt bewirbt. Im Rahmen des Programms «Young Enterprises Switzerland», kurz YES, an dem sie innerhalb des Schwerpunktfachs Wirtschaft teilnehmen, haben die beiden jungen Erwachsenen ein zuckerfreies Koffeinpulver mit dem Namen «Sparkup» entwickelt.
Für das Unternehmen fungieren Mermet und Sarikaya als Co-CEOs, insgesamt besteht die kleine Firma aber aus zehn Schülerinnen und Schülern. «Uns allen war es wichtig, ein Produkt zu entwickeln, das mit unserem Alltag in Verbindung steht, zu welchem wir also auch etwas sagen können», so Jungunternehmer Sarikaya. Und weiter: «An unserer Schule trinken sehr viele Leute Energydrinks oder andere koffeinhaltige Getränke. Diese sind aber oft nicht sehr ausgewogen. So entstand die Idee, ein Koffeinpulver zu entwickeln, das jeder dem Getränk seiner Wahl beimischen kann. Dafür war es wichtig, dass das Pulver geschmacksneutral ist.»
Zitronensäure und Birkenzucker
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich auf dem Weg der Produktentwicklung auch mit Firmen, die Nahrungsergänzungsmittel produzieren, ausgetauscht. Anfangs kursierte etwa die Idee, einen Energydrink- oder Kaffee-Ersatz in Tablettenform zu konzipieren, was sich aber in der Umsetzung als zu kompliziert und in der letztendlich bescheidenen Menge als nicht rentabel erwies. Zudem recherchierten die Schülerinnen und Schüler bei Konkurrenzprodukten wie Red Bull über deren Inhaltsstoffe. «Dann hiess es: testen, testen, testen», so Sarikaya. Das Pulver bestehe aus natürlichen Bestandteilen, wie die beiden Geschäftsführer erklären – darin enthalten ist freilich Koffein, aber etwa auch Zitronensäure und Birkenzucker.
Das Ziel der Geschmacksneutralität sei fast komplett erreicht worden. «Nur im Wasser schmeckt man das Pulver etwas raus», so Mermet. Damit das Pulver auch richtig dosiert wird, liegt der Dose jeweils ein Messlöffel bei. «Wir empfehlen, nicht mehr als einen Messlöffel pro Tag einzunehmen», sagt sie. Man könne «als Nutzer selber wählen, wie viel Energie man sich zufügen möchte».
Marketing und Management
Inhalt des Programms ist es denn auch nicht nur, ein Produkt zu entwickeln, sondern für dieses Marketing zu betreiben. «Wie überlegten uns lange, was ein passender Name für unser Koffeinpulver sein könne», erzählt Mermet. «Sparkup» sei durchaus im Sinne von «ein Funke aufgehen» zu verstehen. «Zudem ist der Name einfach und er lässt sich leicht einprägen.»
Lehrplatz fürs Berufsleben
Dass die beiden Arlesheimer auch ein Flair für Zeitmanagement mitbringen, zeigen andere Überlegungen: «Andere Gruppen sind wesentlich kleiner als wir. Da wir aber alle in der Schule abseits des Programms viel zu tun haben, schien es uns sinnvoll, die Aufgaben auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Bei uns sind sogar alle Rollen doppelt besetzt, was die Zusammenarbeit stärkt und für den Einzelnen Entlastung bringt», so Mermet.
Die Unternehmen im Programm YES finanzieren sich über Partizipationsscheine, die von Personen gekauft werden, welche die Idee unterstützen. Meistens sind das Bekannte und Verwandte der involvierten Schülerinnen und Schüler.
Bisher haben die Schülerinnen und Schüler das Pulver schulintern oder etwa an Weihnachtsmärkten verkauft. Mit der Aufschaltung einer Produkte-Website versuchen sie nun, «Sparkup» in einem grösseren Rahmen zu vertreiben. Ob das Projekt die Schulzeit überdauern wird, wollen die beiden CEOs nicht festlegen: «Teil des Programms ist auch eine Art Wettbewerb, bei dem am Schluss die besten jungen Schweizer Unternehmen ausgezeichnet werden. Ob wir so weit gehen oder es einfach bei diesem einen Jahr belassen, hängt auch davon ab, wie das Produkt ankommt», so Sarikaya. So oder so: Das Projekt ist für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ein guter Lehrplatz fürs Berufsleben.


