Enttäuschendes Fazit am Arlesheimer Maskenball

Am vergangenen Freitag feierte Arlesheim erstmals nach vielen Jahren wieder einen Maskenball. Das Ergebnis enttäuschte jedoch: Kaum jemand besuchte den Fasnachtsball im Setzwerk. Die Laune liessen sich die Fasnächtler dadurch jedoch nicht verderben.

Viel Platz: Die wenigen Gäste versammelten sich, um den Schnitzelbangg anzuhören. Fotos: Désiréé Bellwald

Viel Platz: Die wenigen Gäste versammelten sich, um den Schnitzelbangg anzuhören. Fotos: Désiréé Bellwald

Machen dem Namen des Anlasses alle Ehre: Diese kostümierten Gäste fielen positiv auf.

Machen dem Namen des Anlasses alle Ehre: Diese kostümierten Gäste fielen positiv auf.

Emel Scheidegger war die Rädelsführerin, die das Anliegen in ihre Hände genommen hatte: Aus dem Fasnachtskomitee sei seit längerem der Wunsch geäussert worden, wieder einen Maskenball in Arlesheim zu feiern. Davon weiss Nadja Baumgartner, die ehemals in der Organisation der Kinderdisco mitwirkte, zu berichten: «Wir haben eigentlich schon letztes Jahr gesagt, dass wir wieder einen Maskenball organisieren wollen. Gemacht hat es letztlich jedoch niemand – bis Emel Scheidegger mutig vorangegangen ist.» Mit bunten Dekorationen, einem liebevoll angerichteten Buffet, einem Pfeiferduo, einem Schnitzelbangg und DJ sollte im Setzwerk die verloren gegangene Tradition neu belebt werden. Doch nur wenige fanden den Weg ins Kulturhaus.

«Dem Maskenball fehlt die Tradition»

«Es hätte mich schon gewundert, wenn bereits bei der ersten Durchführung heute viele Gäste erschienen wären», gab Markus Ribi vom Trägerschaftsverein Setzwerk zu bedenken. «Dem Maskenball fehlt schlicht die Tradition. So etwas muss man zwei bis drei Jahre hintereinander durchführen, damit die Menschen wirklich mitmachen», führte er aus. Die Frage, ob es zu wenig Werbung gegeben habe, beantworteten die Anwesenden unterschiedlich. Viele gaben an, in ganz Arlesheim die Plakate gesehen zu haben, andere hätten sich Flyer gewünscht, die an den Einkaufskassen mitgegeben worden wären, oder wie Nadja Baumgartner ergänzte: «Vielleicht sollten wir im nächsten Jahr für die Kommunikation auch die Schule noch mehr ins Boot holen. So erführen die Eltern vielleicht auch besser vom Erwachsenenprogramm im Anschluss an die Kinderdisco.» Diese sei nämlich «rappelvoll» gewesen mit geschätzten 200 Besucherinnen und Besuchern.

«Wir machen weiter, ganz klar»

Warum die Arlesheimerinnen und Arlesheimer im Anschluss den Weg zum Maskenball nicht fanden, blieb den Beteiligten ein Rätsel. Davon liess sich jedoch Scheidegger nicht entmutigen. Auf die Frage hin, wie es denn nun mit dem Maskenball weitergehe, erwiderte sie unbeirrt: «Wir machen weiter, ganz klar. Davon lasse ich mich jetzt nicht entmutigen. Für das nächste Jahr habe ich sogar schon die Zusage einer Guggenmusik. Es wird bestimmt besser werden», versicherte die Organisatorin mit einem Lächeln.

Auch die übrigen Anwesenden liessen sich die Fasnachtsstimmung nicht verderben. In kreativen Kostümen und mit ausgelassenem Gelächter verbrachten sie im Setzwerk einen feierlichen Abend. Zu ihnen gehörte auch Stefanie aus Zürich zusammen mit ihren Freunden. Ob sie im nächsten Jahr wiederkommen? «Ja! Die Stimmung ist toll, wir haben einen schönen Abend zusammen, und ich werde nächstes Jahr bestimmt wiederkommen.» Dem pflichteten auch die Freunde bei.

«Wir werden bestimmt noch mehr Werbung machen, und dann wünsche ich mir doch, dass auch mehr Leute teilnehmen», bekundete Baumgartner gegen Ende. Dem schloss sich Ehemann Mark Mislin an und erklärte: «Vermutlich braucht es jetzt einfach Präsenz. Es gibt viele Menschen, die traditionell andere Locations aufsuchen, und da muss man sich jetzt einfach etablieren.» Der Maskenball will in Arlesheim eine Tradition werden, und Pläne für die nächste Fasnacht werden schon jetzt geschmiedet. Im nächsten Jahr, so hoffen alle, finden mehr Menschen den Weg nach Arlesheim und an seinen Maskenball.

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