Kaffeetreff, Kurse und Kleiderstube: Freiwilligenpreis für Arlesheimer

Flüchtlingshelferinnen und -helfer aus Arlesheim wurden mit dem ­Freiwilligenpreis im ­Sozialbereich ausgezeichnet. Die Gruppe konstituiert sich jetzt als Verein.

Ausgezeichnet: Rita Hagenbach (links) und Marie Regez präsentieren stolz die Gewinnerurkunde auf dem Domplatz. Foto: Caspar Reimer
Ausgezeichnet: Rita Hagenbach (links) und Marie Regez präsentieren stolz die Gewinnerurkunde auf dem Domplatz. Foto: Caspar Reimer

Vergangene Woche hatte der Regierungsrat Basel-Landschaft den mit 5000 Franken dotierten Preis der Freiwilligen Begleitgruppe für Flüchtlinge verliehen. Die Koordinatorin der Arlesheimer Gruppe und ehemalige SP-Gemeinderätin Marie Regez hatte die Gewinnerurkunde in ­Ormalingen, der Gemeinde des Vorjahressieges, von Regierungsratspräsidentin Kathrin Schweizer (SP) in Empfang genommen.

«Die Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit», sagt Regez gegenüber dem Wochenblatt. Die Begleitgruppe war seit 2017 ein loser Zusammenschluss von Menschen, die sich auf freiwilliger Basis für geflüchtete Menschen engagieren. Fünf Jahre später hat die Begleitgruppe alle Hände voll zu tun – insbesondere wegen der Schutzsuchenden aus der Ukraine, aber auch und unter anderem wegen der Fluchtbewegung aus Ostafrika, wo derzeit eine grosse Dürre herrscht.

Spontane Hilfsaktionen

Die Arlesheimerin Rita Hagenbach ist eine der rund 15 Helferinnen und Helfer, welche die Begleitgruppe inzwischen zählt. Als die ersten Ukrainerinnen in die Schweiz kamen, hatte sie sich sofort ins Zeug gelegt und ihre Kontakte spielen lassen: «Ich arbeitete früher bei der katholischen Kirche in Arlesheim und habe immer noch sehr gute Kontakte mit den Verantwortlichen. So haben wir von der Kirche Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen.» Die Begleitgruppe organisiert wöchentlich einen Kaffeetreff im Domhof: «Gebäck und Kaffee wird von uns zur Verfügung gestellt. Das konnten wir über Spenden finanzieren.»

Die Begleitgruppe bietet neben Deutschkursen und gelegentlichen Ausflügen auch eine grosse Kleiderstube an der Weidenstrasse 26 in Dornach an: «Dort gibt es neben Kleidern auch Haushaltsartikel für den täglichen Bedarf.» Für Hagenbach ist das Engagement keine Last oder gar eine Arbeit, sondern in gewisser Weise auch eine Wohltat für sich selbst: «Ich fühle mich besser, wenn ich helfen kann, als wenn ich einfach zuschauen müsste.»

Neben den Angeboten, die sich vermehrt an Ukrainerinnen und Ukrainer richten, möchte die Begleitgruppe auch für die rund 100 Männer, die derzeit in der Zivilschutzanlage beim Feuerwehrmagazin wohnen, ein Angebot auf die Beine stellen: «Die jungen Männer leben im Untergrund und müssen nach draussen, etwa um telefonieren zu können. Das hat zu Reklamationen geführt. Wir suchen eine Räumlichkeit, wo sich die Flüchtlinge während des Tages aufhalten können», sagt Regez.

Beständiges Angebot

Der Arlesheimer Gemeinderat hatte vergangene Woche zugesagt, einen grossen Teil der Kosten, welche die Begleitgruppe für ihr Angebot aufwendet, zu übernehmen. Dies wohl auch deshalb, weil die Helferinnen und Helfer einen guten Kontakt zur Gemeinde pflegen und die Angebote der Begleitgruppe auch in die kommunalen Abläufe eingebunden sind.

Die Auszeichnung mit dem Preis bringt nun zusätzliche Verantwortung mit sich: «Bisher waren wir eine lose Gruppe, nicht wirklich strukturiert», so Regez. Das soll sich nun ändern: Morgen Freitag wird sich die Begleitgruppe als Verein konstituieren, um das Engagement in eine Beständigkeit zu überführen. Regez hofft, dass dadurch noch mehr Helferinnen und Helfer gefunden werden: «Ich erlebe das Engagement als eine wundervolle Aufgabe, bei der ich jeden Tag etwas dazulerne.»

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