Intime Erinnerungen, berührende Songs und tiefe Gefühle

Als Kultur-Sommerspecial fand am letzten Freitag die Veranstaltung «Der Song meines Lebens» in der Scheune im Sundgauer Hof statt – persönlich und emotional.

Holte die Erinnerungen ins Hier und Heute: Der Hamburger Schauspieler Alfred Sieling in der Scheune.  Foto: Axel Mannigel
Holte die Erinnerungen ins Hier und Heute: Der Hamburger Schauspieler Alfred Sieling in der Scheune. Foto: Axel Mannigel

Axel Mannigel

Wehmut und Freude, Melancholie und Schönheit – der Erinnerungsabend voller Geschichten, wie Organisatorin Tina Kornfeld die Veranstaltung in ihrer Begrüssung nannte, hatte viel zu bieten. Rund 20 Interessierte waren gekommen. Manche von ihnen hatten den Fragebogen zum Song ihres Lebens ausgefüllt und auch eingeschickt (siehe «Wochenblatt» vom 4. Juni).

Empfänger der Bögen war der Hamburger Schauspieler Alfred Sieling, der die Songs in der Scheune vorstellte und in eigenen Worten die dazugehörige Story erzählte. Dafür hatte Sieling neben den Notizen und Songs auch seine Gitarre mitgebracht. «Ich bin für das Lagerfeuer zuständig, Sie für die brennende Scheune», wandte sich der Schauspieler mit einem Schmunzeln an das Publikum. Dann liess er «Don’t worry, be happy» erklingen, das Publikum wippte mit: Los gings!

Authentische Erinnerungen
Mit einfachen Worten, Witz und viel Einfühlungsvermögen stieg Sieling in die einzelnen Geschichten ein, erfasste die besondere Situation, die zum jeweiligen Song gehörte und transportierte sie sachte und doch ganz konkret ins hier und heute der Scheune in Arlesheim. Die insgesamt acht vorgestellten Storys datierten aus unterschiedlichen Jahrzehnten von den 50ern bis zu den 90ern. Manchmal war nicht ganz klar, ob Sieling sich oder den Protagonisten der Geschichte meint, wenn er in Ich-Form zu den Klängen seiner Gitarre erzählte. Der Hamburger blickte auf den Boden, an die Scheunendecke, in die Ferne, ins Publikum und (tief) nach innen. Zuweilen schien es, als suche er nach Worten, zögerte, pausierte und liess dann wieder der Intensität freien Lauf. All das machte die Erinnerungen authentisch, lebendig, eindringlich.

Musik für besondere Momente
Ob als Pflegekind in Arlesheim («Eine Handvoll Heimaterde»), mit der grossen Liebe in den Bergen («Ebony & Ivory»), als Teenager in den 80ern («Take on me»), im Zirkus in Zürich («Smile») oder beim Seifenkistenrennen («What’s up») – jede Geschichte ist mit einem wichtigen Schicksalsmoment verknüpft. Einen dieser Momente stellte eine Teilnehmerin sogar persönlich dar, indem sie ausdrucksstark vor dem versammelten Publikum zu ihrem Song tanzte.

Den ganzen Abend über waren im Hintergrund Zitate zu lesen, die gerahmt auf dem Boden neben Sieling standen. Sie stammen aus dem von Marcus Kraft herausgegebenen Buch «Don’t Eat the Yellow Snow» und sind Titel von Songs, die Ratschläge und Lebensweisheiten beinhalten. Musik für besondere Momente eben, Musik wie an diesem emotionalen Abend in der Scheune mit Tränen, Lächeln und einem verträumten Blick in den Augen.

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