Intensive Klänge und beachtliche Präzision

Mit einem abwechslungsreichen, originellen Programm wartete das Orchester Arlesheim am Wochenende in der reformierten Kirche auf. Eine Entdeckung war die «Sinfonia a gran orquesta in D-Dur» von Juan Arriaga.

Begleitet vom Basso continuo des Cembalos: Markus Teutschbein dirigiert das Orchester Arlesheim. Foto: Thomas Brunnschweiler
Begleitet vom Basso continuo des Cembalos: Markus Teutschbein dirigiert das Orchester Arlesheim. Foto: Thomas Brunnschweiler

Juan Crisóstomo Arriaga war wie Mozart eine musikalische Frühbegabung. Bereits mit 19 Jahren starb er an Tuberkulose. Seine «Sinfonia a gran orquesta in D-Dur», die er im Alter von 18 Jahren schrieb, ist ein Meisterwerk. Der «baskische Mozart» verbindet darin klassische und romantische Elemente.

Bach und Igor Strawinski

Dirigent Markus Teutschbein hielt das Orchester mit präzisen Einsätzen zusammen, und Letzteres entwickelte einen intensiven Klang. Das «Andante con moto» beginnt getragen und entwickelt in der Abwechslung zwischen Bläsern und Streichern eine schöne Melodik. Im kraftvollen und verspielten Minuetto hat die Flöte eine Solointervention. Eine Entdeckung für alle, die Arriaga noch nicht kannten. Das 3. Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach gehört zu den grossartigsten Instrumentalstücken des Barocks. Es ist ein Wettstreit der Streicher und ein ständiger Dialog, begleitet vom Basso continuo des Cembalos (Margrit Plattner). Im ersten Satz wird dieser Wettstreit mit Beharrungsvermögen und Energie ausgetragen, um ins Anfangsthema zurückzukehren.

Das Orchester Arlesheim meisterte dieses Konzert mit beachtlicher Präzision und Durchhörbarkeit. Bevor Teutschbein den Dirigentenstab zu Strawinskis Pulcinella-Suite erhob, spielte er ein Pergolesi-Stück an, das Strawinski in der Sinfonia in moderner Form bearbeitete. Die agilen Bläser, die hier brillieren konnten, harmonierten bestens mit den Streichern. Das zahlreich erschienene Publikum dankte mit langem Applaus.

Weitere Artikel zu «Arlesheim», die sie interessieren könnten

Flinke Hände: Vornehmlich Frauen bauten die Motoren und Apparate. Foto: zVg/Fankhauser Architekt
Arlesheim11.02.2026

Arlesheim, das Osmanische Reich und die Lehren aus der Geschichte

Was die Schappefabrik und die Elektrizitätsgesellschaft Alioth AG mit dem Osmanischen Reich zu tun haben, zeigten Historiker bei Uptown Basel auf. Das…
Arlesheim04.02.2026

Ersatzwahlen: Die fünf Kandidierenden stellen sich den Fragen des Wochenblattes

Klicken Sie auf das Bild, um die Antworten der Kandidierenden zu lesen.
Startschuss: Andrea Pfaehler und Patrick Tschan entwickeln ein Projekt, das Arlesheim für die Zukunft kulturell bereichern soll. Foto: Caspar Reimer
Arlesheim28.01.2026

Eine Volksbühne im Setzwerk

Die Theater Company Arlesheim erarbeitet ein Stück, das während der Zeit des Frauenstreiks in der Spinnerei Schappe anno 1945 spielt. Doch soll das erst der…